Inhalt:

Bella Swan ist alleinerziehende Mutter eines fünfjährigen Sohnes. Mit zwei Stellen hält sie sich grad so über Wasser. Tagsüber arbeitet sie in einem Schnellrestaurant und am Wochenende in einem angesagten Club. Dort lernt sie Edward Cullen kennen. Der ist reich, gelangweilt und eiskalt. Er macht Bella ein unverschämtes Angebot. Gegen Bezahlung soll sie seine Geliebte werden. Empört lehnt sie dies ab........ Pairing Bella/Edward

© by Vivian (Die Charaktere gehören Stephenie Meyer)

Freitag, 26. November 2010

Kapitel 14 - Erste Risse

Zusammen mit Danny und Bibi verschlang ich lustlos mein Frühstück. Das Kratzen im Hals war mittlerweile unerträglich und ich räusperte mich andauernd, nur unterbrochen von den regelmäßigen Niesattacken, die mich überfielen.
Die Nase lief und ich fühlte mich nur noch elend. Danny amüsierte sich königlich über mein Riechorgan und verglich es mit einer alten Autohupe, so geschwollen war sie.

„Du siehst gar nicht gut aus, Bella“, meinte Bibi besorgt.

„Ach was, das geht schon. Ich muss nur viel heißen Tee trinken und mich warmhalten“, beschwichtigte ich sie.

„Mum, wann gehen wir endlich einkaufen?“, fragte mich mein Sohn ungeduldig.

Er liebte es in den Supermarkt zu gehen, die Fülle an bunten Packungen faszinierte ihn immer wieder und er hatte einen Heidenspaß dabei, mir bei der Auswahl der Lebensmittel zu helfen.

„Gleich mein Schatz, ich trinke nur noch meinen Kaffee aus und dann gehen wir!“ antwortete ich.

Später, wir waren bis unter die Nasenspitze in warme Sachen eingepackt, fuhren wir in den Store. Bibi lieh mir Gott sei Dank ihren alten Ford und so musste ich die Einkäufe nicht durch komplett Seattle schleppen.

Ich parkte den alten, aber sehr zuverlässigen Wagen am Parkplatz des Einkaufszentrums und nahm mir zusammen mit Danny einen großen Einkaufswagen.

Er setzte sich hinein und ließ sich von mir durch die langen, schmalen Gänge kutschieren. Nach und nach füllte sich der Wagen mit den benötigten Lebensmitteln und Danny baute Türmchen aus den Dosen mit Pfirsichen, die ich für meinen Kuchen brauchte. Backen war eines der Dinge die ich besonders gerne mochte und Danny war immer mit Feuereifer dabei.

Er naschte vom Kuchenteig und kratze die Schüsseln leer. Es war schon eine Weile her, dass ich einen machte und heute wollte ich dieses Versäumnis nachholen.

Obwohl ich mich wirklich mit jeder Sekunde elender fühlte, musste ich durchhalten. Danny freute sich so auf unseren gemeinsamen Tag und ich wollte ihn um keinen Preis enttäuschen. Er musste in seinem jungen Leben schon so viel entbehren, was für andere Kinder in seinem Alter selbstverständlich schien.

Natürlich entgingen mir nicht seine sehnsüchtigen Blicke, als wir an der Spielzeugabteilung vorbeigingen, doch er sagte keinen Mucks, um mich nicht traurig zu machen. Er war für so einen kleinen Knirps viel zu vernünftig und manchmal wünschte ich mir, dass er sich wie andere Jungs einfach auf den Boden schmiss und vor Wut brüllte, weil er nicht bekam was er wollte.

Ich schmiss noch eine Riesenpackung Gummibärchen in den Wagen, obwohl sie furchtbar teuer waren. Aber heute wollte ich ihm einen besonderen Tag bereiten und dazu gehörten auch Süßigkeiten.

„Mum, kannst du den Wagen schneller fahren?“, fragte mich sein zartes Stimmchen.

Lächelnd hielt ich die Stange fester und gab Gas. Wir rauschten lachend durch die Gänge und ignorierten die vorwurfsvollen Blicke der anderen Kunden. Er quietschte ausgelassen vor Freude und ich kam nach einigen Metern schlingernd zum Stehen.
Ich lachte immer noch, doch meine Kehle brannte schmerzhaft. Oh je, da war aber eine fette Grippe im Anmarsch!

Sowas konnte ich jetzt gar nicht gebrauchen. Ich war auf die Trinkgelder vom Service genauso angewiesen, wie auf die regelmäßigen Gehaltszahlungen von Lou und Jasper. Wenn diese Gelder auch nur für kurze Zeit fehlten, würde mein Budget noch enger werden, als es ohnehin schon war.

Ich hustete heftig und Danny sah mich erschrocken an. Er kannte mich krank überhaupt nicht, da ich einer Grippe oder sonstigen Unpässlichkeiten immer erfolgreich aus dem Weg gegangen war.

„Geht es dir nicht gut, Mummy?“, fragte er ängstlich.

Ich musste lächeln. Jetzt war ich also wieder Mummy!

„Mach dir keine Sorgen, mein Schatz! Ich habe nur eine Erkältung. Es ist nichts, worum du dir Sorgen machen müsstest.“

Beruhigt beäugte er die Schilder die von der Decke hingen, welche die neuesten Angebote anprießen. Die Schlange an der Kasse dezimierte sich zusehends und wir konnten relativ zügig zahlen. Schnell waren die Einkäufe im Kofferraum verstaut und wir machten uns auf den Heimweg.

Ich rührte gerade den Teig für den Kuchen an, als es an der Haustür klingelte. Ich lief zur Tür, spähte argwöhnisch durch den Spion und stellte erleichtert fest, dass es sich um Rose handelte.

Ich öffnete und eine überschwengliche Rosalie fiel mir um den Hals.

„Danke, danke, danke Bella! Das werde ich dir nie vergessen!“, rief sie voller Enthusiasmus.

„Wovon sprichst du?“, fragte ich sie, obwohl ich genau wusste, wovon sie sprach.

Emmet war wohl von der schnellen Truppe und hatte sich schon bei ihr gemeldet.

Sie sah mich vorwurfsvoll an und stupste mich an der Schulter.

„Du weißt genau, wovon ich spreche, Isabella Marie Swan. Du hast Emmet Cullen den Kopf gewaschen und ihm meine Nummer gegeben. Erst wollte ich dich lynchen, aber dann dachte ich mir. Scheiß drauf! Der Typ ist heiß und ich will ihn.“

Grinsend machte ich einen Diener.

„Stets zu Diensten Ma´ am!“, feixte ich und musste prompt niesen.

Dem folgte ein garstiger Hustenanfall und Rose sah mich mitleidig an.

„Das hört sich ganz schön übel an. Du kannst vom Glück sagen, dass du dieses Wochenende nicht arbeiten musst. Aber wenn diese Erkältung bis Montag nicht weg ist, musst du unbedingt zum Arzt. So kannst du unmöglich im Service arbeiten. Du verteilst deine Bazillen sonst in ganz Seattle.“

Rose brachte es mal wieder auf den Punkt.
„Ich weiß“, seufzte ich, „ dabei kann ich einen Ausfall gerade genauso gut brauchen, wie einen Pickel am Kinn. Es ist finanziell eh schon so knapp. Das wirft mich ganz schön zurück.“

Nach der Rückkehr vom Supermarkt leerte ich unseren Briefkasten und hielt einen Haufen Rechnungen in der Hand. Die Krankenversicherung war wieder fällig, sowie der Beitrag zu meiner Lebensversicherung. Ich legte viel Wert darauf, dass diese möglichst pünktlich beglichen wurden, damit es nicht zu unliebsamen Überschneidungen kam.

Nicht auszudenken, wenn mir oder Danny was passierte und die Kasse  oder die Versicherung zahlte nicht, weil die Rechnung ein paar Tage zu spät begzahlt wurde. Es wäre nicht der erste Fall in dieser Richtung und bei meinem Glück würde es mir ebenfalls passieren.
Nach Abzug der anderen Fixkosten und der Lebenshaltung blieben mir und Danny gerade mal 150 Dollar übrig für Luxus.
Sprich Kino, Eisessen oder Kleidung, denn diese Anschaffungen rechnete ich nicht zu den normalen Ausgaben.

Manchmal war ich es so leid, jeden Pfennig zweimal umdrehen zu müssen und Danny immer wieder zu enttäuschen, doch ich konnte nicht mehr tun als Arbeiten und dies tat ich schon zur Genüge.

„Willst du noch mit in die Küche? Danny und ich backen Pfirsichkuchen.“

„Da sag ich nicht nein!“, grinste sie erfreut.

Rose wurde von Danny stürmisch begrüßt und bald schon war die Küche über und über mit Mehl und Puderzucker bestäubt. Der Kuchen backte fröhlich vor sich hin und wir machten es uns danach im Wohnzimmer gemütlich und nahmen das Abendessen zu uns. Später genossen wir ein Stück unseres Kuchens, zusammen mit  einer heißen Tasse  Schokolade, die mir sanft die Kehle hinabrann und das Kratzen auf angenehme Weise linderte.

Ich warf gleich nach unserer Heimkehr eine Kopfschmerztablette und Halstabletten ein, trank literweise Tee und es ging mir schon bedeutend besser. Zumindest hoffte ich darauf, bis Montag wieder in der Spur zu sein. Zur Not würde ich für Lou die Büroarbeit erledigen, wenn er mich ließ.

„Mum, kannst du mir noch einen Kakao machen“, fragte Danny mit treuherzigem Augenaufschlag.

Ich grinste. Manchmal setzte er seinen kindlichen Charme ein wie eine Waffe und ich konnte ihm einfach nichts abschlagen.

„Na gut, aber dann ist Schluss, verstanden!“

Er nickte fröhlich und kuschelte sich an die schläfrig gewordene Rose. Diese war schon seit mehreren Stunden hier und war gleich zum Essen dageblieben. Wir sahen noch gemeinsam die neuesten Spongebob Folgen und lachten über die Späße, obwohl uns die Stimme des gelben Fernsegschwamms tierisch auf den Geist ging.

Nachdem die letzten Sekunden des Abspanns verklungen waren, nahm ich Danny auf den Arm. Es war jetzt schon kurz vor Acht und es wurde Zeit für ihn ins Bett zu gehen.

„Och Mum, kann ich nicht noch ein bisschen aufbleiben. Nur ein paar Minuten?“, bettelte er.

„Danny du weißt, dass du morgens immer früh aufwachst, egal, wann du ins Bett gegangen bist. Dann wirst nur den ganzen Tag knatschig sein, weil du zu wenig Schlaf hast. Du wirst Rose noch oft genug sehen, versprochen!“, sagte ich sanft und streichelte sein weiches Haar.

Die kurzen Locken glitten ganz leicht durch meine Finger und ich drückte ihm einen zärtlichen Kuss auf die Schläfe. Er schmiegte sich automatisch ganz eng an mich und schlang die Ärmchen um meinen Hals.

Mit ihm auf dem Arm stand ich auf und brachte ihn in sein Bettchen. Er sah noch so klein aus, als er darin versank. Mit gerade mal fast fünf Jahren war immer noch mein Baby und mein Herz zersprang fast vor Liebe zu ihm.

Egal, wie sehr es mich damals schockte, schwanger und auf mich allein gestellt zu sein, ich bereute meine Entscheidung ihn zu behalten, nicht eine Sekunde meines Lebens. Er war der Sinn meines Lebens und ich würde alles, wirklich alles, dafür tun, um ihn bei mir zu haben.

Ich setzte mich zu ihm auf die Bettkante. Heute legte ich mich ausnahmsweise nicht zu ihm, da ich Angst hatte, ihn mit meiner Erkältung anzustecken.

Wir sprachen zusammen das Nachtgebet und er kuschelte sich in sein Kissen.

„Mum“, flüsterte er schläfrig, „ Pete hat mich gefragt, wo mein Daddy ist. Kannst du es mir verraten?“

Unglücklich betrachtete ich das Gesicht meines Sohnes, welches so sehr dem meinen glich.

„Oh Danny, weißt du, dein Dad ist damals gegangen, bevor er erfuhr, dass du unterwegs bist. Ich weiß leider nicht, wo er jetzt lebt.“

Ich hatte Danny nie erzählt, dass Jake einfach geflüchtet war, selbst sein Vater Billy Black wusste nicht wo er sich aufhielt. Den Kontakt zu Forks und den Menschen dort, brach ich damals komplett ab, es war das Beste so, obwohl ich Billy gegenüber ein schlechtes Gewissen hatte. Er hätte sicherlich gern Kontakt zu seinem Enkel gehabt.

Doch ich besaß nicht die Kraft mich meiner Vergangenheit und  somit auch meinem Vater zu stellen. Ob er heute noch genauso unbeugsam war, wie damals?

„Meinst du“, löcherte er mich weiter, „ wenn er von mir wüsste, würde er mich liebhaben?“

Mein Herz brach.

„Natürlich Danny“, log ich ohne Zögern, „ wie könnte man dich nicht liebhaben.“

Niemals würde ich ihm erzählen, dass Jake fast ausgerastet war, als ich mich weigerte abzutreiben.

Danny gab sich erstmal zufrieden mit meiner Antwort und schloss die Augen. Ich streichelte noch eine Weile seinen Kopf und verließ dann auf Zehenspitzen sein Zimmer.

Rose saß mittlerweile aufgerichtet auf der Couch und blickte mir entgegen.

„Ist was?“, fragte sie.

Ich seufzte schwer und ließ mich neben ihr auf das Sofa fallen.

„Danny fragt nach seinem Vater. Ich wusste ja, dass das irgendwann kommt, aber es ist trotzdem schwer ihm eine einigermaßen glaubhafte Geschichte aufzutischen. Ich kann ihm ja schlecht sagen, dass sein Vater ein elender Mistkerl ist, der sich vor der Verantwortung drückt“, redete ich mich in Rage.

Rose nickte zustimmend und wechselte schnell das Thema.

„Hör mal. Bells! Dun weißt doch, dass ich ab und an für eine Cateringfirma arbeite, die sich auf Empfänge und gesellschaftliche Ereignisse spezialisiert hat. Am Mittwochabend ist wieder so ein Event und wir bräuchten noch jemanden der uns im Service unterstützt. Du wärst perfekt dafür, da sie nur Frauen einstellen, die hübsch sind. Ist zwar ziemlich sexistisch, aber sie zahlen gut.“

Ich überlegte kurz. Das Geld konnte ich tatsächlich gut gebrauchen. Danny wünschte sich zu Weihnachten ein Keyboard und ich sparte schon seit Monaten darauf. Eine kleine Finanzspritze würde mich meinem Ziel näher bringen.

„Hm, wenn ich bis dahin wieder fit bin, würde ich den Job gerne annehmen.“

„Super Bells, ich sag dir dann Bescheid, wann und wo. Ich muss es nur noch mit Mr. Gibson klären. Das ist der Chef von dem Laden“, fügte sie erklärend hinzu.

„Magst du noch was trinken, Rose?“

Sie schüttelte ablehnend den Kopf.

„Nein, danke. Ich mach mich jetzt mal auf den Weg. Du siehst nämlich gar nicht gut aus. Du solltest ein heißes Bad nehmen und dich dann ins Bett packen. Morgen geht es dir dann bestimmt besser.“

Ich verzog das Gesicht. Ich hasste Baden und benutzte für gewöhnlich nur die Dusche, doch Rose hatte Recht. Ein warmes Bad würde mir guttun und mich entspannen.

Die Halsschmerzen ließen zwar nach und auch meine Nase leuchtete nicht mehr wie ein Feuermelder, aber ich hatte es noch lange nicht überstanden.

Nach Rosalies Abschied ließ ich das Badewasser ein und schüttete einen angenehm duftenden Badezusatz hinein. Sofort breitete sich der Duft von Vanille im Bad aus und die feuchtwarme Luft tat meinem Hals gut.

Nachdem ich nochmals Dannys Schlaf kontrollierte, nahm ich mein Handy und legte es auf das Tischchen neben der Wanne. Ich wollte nicht, dass Danny aufwachte, falls Alice oder Bibi nochmals anriefen.

Nackt stieg ich in das Wasser und genoss das entspannende Gefühl, als sich meine verhärteten Muskeln lockerten.

Meine Augen hielt ich geschlossen und  ich ließ meine Gedanken schweifen, welche  prompt wieder bei Edward Cullen landeten.

Genervt erinnerte ich mich an seine Worte. Er hatte natürlich Recht. Ich benahm mich nicht besser als er, doch ich war nicht diejenige, die das Spiel begann.

Trotzdem heizte es mich an, ihn verrückt zu machen, obwohl ich nicht die leiseste Absicht hatte, ihn aufs Ganze gehen zu lassen.

Die Erinnerung an seine Küsse machte mir zu schaffen und ich hoffte inständig, dass die plötzliche Hitze die mich ergriff vom Fieber kam und nicht, weil ich nackt in der Badeanne lag und an Edward Cullen dachte.

Mein Handy bimmelte und ich griff danach, ohne auf das Display zu schauen.
„Hallo!“

„Guten Abend, Liebes!“, hauchte seine Stimme mir samten in den Hörer.

Abrupt richtete ich mich auf und das Wasser schwappte über den Wannenrand.

„Woher hast du meine Nummer?“, fragte ich aufgebracht.

Die Frage konnte ich mir eigentlich sparen und ich musste demnächst ein ernsthaftes Gespräch mit Bibi führen. Von Frau zu Frau!

Er lachte dunkel und mir wurden die Glieder schwach. Ich sank wieder zurück ins warme Wasser und presste das Handy nah an mein Ohr.
Ich sollte auflegen, dachte ich, doch ich tat nichts dergleichen.

„Warum rufst du mich an?“, fragte ich mit belegter Stimme.

Mein Herz hüpfte viel zu aufgeregt in meiner Brust, weil er mich anrief und ich fragte mich ernsthaft, ob es nicht schon viel zu spät war, wenn ich mich gegen die Gefühle  wehrte, die in mir aufzukeimen begannen.

„Ich hatte Sehnsucht, Liebes!“ wisperte er, „Ich konnte unser kleines Intermezzo einfach nicht vergessen. Jetzt liege ich auf meinem Bett und denke ununterbrochen an dich.“

Sein Geständnis trug nicht dazu bei, die Hitze in meinem Inneren zu mindern. Wieder bewegte ich mich ruckartig und das Wasser in der Wanne schlug kleine Wellen.

„Sag mal, sitzt du gerade in der Badewanne?“, fragte er mit heiserer Stimme.

„Ja!“, hauchte ich nur.

Verlegenheit machte sich in mir breit, da ich zugab genau in diesem Moment nackt und wehrlos zu sein.

„Verdammt Bella, ich wünschte ich wäre jetzt bei dir!“, stöhnte er.

Leg auf, mahnte ich mich.

„Was würdest du denn dann tun?“, erwiderte ich stattdessen, unfähig dieses Gespräch zu beenden, bevor es zu spät war.

Ich wusste wohin es führen würde und da er nicht persönlich anwesend war, hätte ich nicht mal Hemmungen, meine Lust auf ihn auf diese Weise auszuleben.

„Ich würde da weitermachen, wo wir im Club aufhörten!“, säuselte er an meinem Ohr, „ Weißt du eigentlich, dass du die süßesten Brüste überhaupt hast. Klein und fest, dein Fleisch so zart und weich. Und deine Brustspitzen erst“, schwärmte er mit erregter Stimme, „ sie schmecken wie kleine Himbeeren. So süß, Bella, so süß….“

Eine delikate Spannung ergriff mich.

„Ich will, dass du sie für mich anfasst, Liebes. Streichel dich selbst, denn ich kann es leider nicht tun.“

Erregung schoss wie ein Blitz zwischen meine Beine und ich griff mir tatsächlich an meine Brüste, so wie er es mir befahl.
Die Fingerkuppen glitten über die aufgerichtete Spitze und ich stöhnte auf.

„Genau so, Baby. Stöhn für mich, Liebes.“

Ich wusste nicht mehr wie mir geschah. Voller Lust massierte ich meine Brust, den Kopf zurückgeworfen, den Hörer immer noch ans Ohr gepresst und lauschte dem leisen Stöhnen Edwards, als diesem klar wurde, dass ich seinen Anweisungen tatsächlich Folge leistete.

„Mach den Lautsprecher an und streichel dich mit beiden Händen, Bella!“, befahl er dominant.

Ich dachte gar nicht daran zu widersprechen, so heiß war ich mittlerweile. Die Leute behielten Recht. Sex schaltete wirklich das Hirn aus.
Ich tat, was er verlangte und griff jetzt nach beiden Brüsten, streichelte sie, hob die vom Wasser glitschigen Hügel an  und stellte mir vor, dass er es tat.

Ich hörte einen Reißverschluss der aufgezogen wurde.

„Was machst du gerade?“, fragte ich mutig.

Er lachte.

„Ich mache meine Hose auf, Liebes!“

„Wirst du dich jetzt auch anfassen, so wie ich es tue“, flüsterte ich wagemutig.

„Oh Scheiße!“, rief er aus.

Meine Worte machten ihn wohl unglaublich scharf  und ich genoss meine Macht über ihn.

„Leg die Hand zwischen deine Beine“, sagte er mühsam beherrscht. Er stand kurz vor dem Ausrasten.

Lustvoll schob ich die Finger in meine weichen Falten und stöhnte unkontrollierbar.

„Wie fühlt sich das an, Bella? Sag mir,“ keuchte er, „ was du gerade tust!“

„Ich…ich… streichle mich …ich…es …es…fühlt sich gut an“, brachte ich heraus und bewegte dabei weiterhin meine Finger rhytmisch auf der seidigen Haut hin und her.

„Stell dir vor, ich würde das bei dir tun. Stell dir vor, ich würde dich lecken, Baby! Spürst du meine Zunge? “

„Oh Gott“, schrie ich.

„Liebes, ich wünschte du wärst jetzt bei mir. Verdammt, meine Hand fühlt sich nicht halb so gut an, wie deine es tun würde.“

Ich umkreiste mit der Fingerkuppe meinen Kitzler, während er sich an der anderen Ende der Leitung selbst berührte. Die Spannung baute sich immer stärker auf und mich ritt der Teufel.

„Würdest du dir wünschen, dass ich dich in den Mund nehme?“, fragte ich ihn schamlos.

So hatte ich mich noch nie benommen. Ich wusste nicht mal, dass ich dazu überhaupt in der Lage war und jetzt befriedigte ich mich in der Badewanne, während sein Stöhnen mich immer weiter dem Orgasmus entgegen trieb.

„Ja, Bella! Ich will deinen Mund überall spüren. Ich sehne mich so nach dir, Baby. Schieb die Finger in dich. Ich will, dass du deine Hitze spürst, deine Enge. Ich kann nur noch daran denken, wie es war, es dir im Restaurant mit meinen Fingern zu besorgen. Wie gern würde ich mich jetzt mit einem tiefen Stoß in dich versenken.“

Ich stemmte die Füße an den Wannenrand und drang mit zwei Fingern in mich ein. Sein Ächzen und Stöhnen machte mich wahnsinnig und ich wurde immer schneller.

Das Wasser schwappte gefährlich und ich brauchte nicht lange bis mich ein unglaublicher Orgasmus ergriff.

Auch er kam wohl im selben Moment und erschöpft horchte ich meinem rasenden Atem. Seine Stimme holte mich in die Wirklichkeit zurück und unendliche Verlegenheit machte sich in mir breit.

„Das war besser, als jeder reale Sex, den ich bisher in meinem Leben hatte“, gestand er atemlos und meine Verlegenheit steigerte sich noch.

Ich war bestimmt rot wie eine Tomate und wäre am liebsten im Erdboden versunken.

Wieder sein Lachen, doch diesmal klang es merkwürdig zärtlich.

„Ich wette du sitzt jetzt in der Wanne, bist total verlegen und fragst dich, wie das passieren konnte?“, sagte er mit unverkennbarem Grinsen in der Stimme.

Jetzt schlich sich auf bei mir, ein kleines Lächeln auf die Lippen.

„So ungefähr!“, stimmte ich zögerlich zu.

„Liebes, du brauchst dich nicht zu schämen. Es war wundervoll! Hast du auch nur eine annähernde Vorstellung davon, wie es mit uns wäre, wenn du mir endlich erlauben würdest dich zu lieben. Wir wären so gut zusammen.“

Ich war total durcheinander und noch nicht ganz bei mir. Aber eines wusste ich!

Edward Cullen war der Mann den ich mehr begehrte, als sonstwas in meinem Leben. Ich würde explodieren, wenn ich das nicht bald ausleben durfte und traf die wohl schwierigste Entscheidung seit langem.

„Es wäre bestimmt eine unglaubliche Erfahrung!“, sagte ich vorsichtig.

Er sog zischend den Atem ein.

„Heißt das, du willst wirklich mit mir schlafen?“

„Ja!“, antwortete ich schlicht.

Jetzt, wo ich mir eingestand ihn zu wollen, war es plötzlich ganz leicht ihm nachzugeben. Es fühlte sich auch nicht wie eine Niederlage an!
Warum sollte ich ihm und mir noch länger etwas vormachen. Ich fühlte Dinge, die ich längst verschüttet wähnte und jetzt erwachte ich zu neuem Leben. Alles war klarer, bunter und lebendiger, wenn ich bei ihm war. Ich lebte wieder!

Bibi behielt recht, als sie sagte, er tue mir auf seine Weise gut. Ich wollte mich dem nicht mehr verschließen und die Zeit genießen die ich mit ihm haben würde. So kurz sie auch sein würde. Es würde so oder so weh tun, ob ich nun mit ihm schlief, oder nicht.

„Hör mal, Bella. Ich muss für einige Tage geschäftlich nach New York und werde erst Donnerstag wieder in der Stadt sein. Ich will dich sehen, sobald ich wieder da bin.“

„Okay“, flüsterte ich einfach.

Er schien es nicht fassen zu können, das ich einfach so zustimmte und meine Gegenwehr einstellte.

„Wer bist du und was hast du mit Bella gemacht?“, fragte er halb ungläubig, halb belustigt.

Bevor ich antworten konnte, schüttelte mich mein Husten durch und ich brauchte eine Weile, bis ich wieder in der Lage war zu sprechen.

„Du bist krank!“, stellte er vorwurfsvoll fest.

„Du bist ein helles Kerlchen, Cullen!“, meinte ich nur.

„Ich glaube, es wäre besser, ich lege jetzt auf und lasse dich aus der Wanne steigen. Das Wasser muss inzwischen kalt werden und ich selbst habe das dringende Bedürfnis eine zu rauchen.“

„Die Zigarette danach“, zog ich ihn auf, „und ich dachte, du wärst über solch profane, menschliche Bedürfnisse erhaben.“

Er kicherte belustigt.

„Ich bin keineswegs unfehlbar, Bella.“

„Aber du denkst, du bist ziemlich nahe dran!“, stellte ich fest.

Es tat gut einfach nur mit ihm zu scherzen, das machte ihn irgendwie menschlicher.

„Genau, du sagst es. Ich wünsche dir noch eine gute Nacht, Liebes. Ich melde mich Donnerstag.“

„Gute Nacht!“, antwortete ich und drückte das Gespräch weg.

Versonnen durchpflügte ich mit meiner Hand die immer noch warme Wasseroberfläche und genoss das warme Glühen in meinem Körper.

Donnerstag würde ich Edward Cullen wiedersehen und dann gab es für uns kein Halten mehr.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen