Ich rührte mich nicht vom Fleck und schließlich stand er in voller Größe vor mir. Er überragte mich trotz meiner hohen Schuhe um einiges und ich musste meinen Kopf in den Nacken legen, um ihn ansehen zu können.
„Hallo Bella “, flüsterte er leise und verzog die unglaublichen Lippen zu einem Lächeln.
Ich konnte ihm nicht mal antworten, so sehr fesselte sein Mund meine Aufmerksamkeit. Wie es sich wohl anfühlen mochte ihn zu küssen?
Mir schwirrte der Kopf und meine Gedanken liefen Amok, als ich mich dabei ertappte, wie ich seiner Anziehung erlag.
Der Alkohol vernebelte mir offensichtlich die Sinne, anders konnte ich mir meine Schwäche nicht erklären.
Normalerweise sollte ich jetzt schreiend davonlaufen oder ihn völlig ignorieren, doch ich stand nur da und betrachtete sein Gesicht, als hätte ich noch niemals zuvor etwas Schöneres gesehen.
Rose war meine Rettung.
„Bella, du hast versprochen noch mal mit mir zu tanzen. Komm schon, das ist dein Lieblingslied.“
Sie zog mich von Cullen weg auf die Tanzfläche und ich atmete erstmal erleichtert auf.
„Danke Rose, ich weiß nicht was mit mir los war. Es scheint, als hätte ich überhaupt keine Kontrolle über mich, wenn er in meine Nähe kommt.“
„Das hab ich gemerkt. Warum sträubst du dich so, wenn du ihn doch so attraktiv findest? Gegen einen guten One Night Stand ist doch nichts einzuwenden.“
„Ich hasse ihn Rose! Das ist nicht gerade die beste Ausgangsposition für Sex, findest du nicht? Ich habe zuviel Alkohol im Blut und bin nicht mehr Herr meiner Sinne. Das ist der einzige Grund, warum ich mich eben so irrational verhalten habe.“
Rose grinste ein bisschen dreckig und beugte sich nah zu mir.
„Ich persönlich glaube ja, dass du einfach rattenscharf auf ihn bist und es nur nicht zugeben willst.“
Sie traf damit einen wunden Punkt, meine Nasenflügel blähten sich auf und ich bewegte mich von ihr fort. Ich mochte Rose, aber ihre Weisheiten konnte sie getrost für sich behalten und sich lieber um ihr eigenes Liebesleben kümmern.
„Das hättest du dir echt sparen können“, rief ich ihr noch zu und verzog das Gesicht zu einer beleidigten Grimasse.
Sie grinste nur und tauchte tanzend in der Menge unter.
Cullen, hatte ich in dem Gewühl aus den Augen verloren. Er hatte auch ohne weiteres zugelassen, dass Rose mich von ihm weg, auf die Tanzfläche zog. Mit geschlossenen Augen bewegte ich mich, als eines meiner Lieblingslieder lief.
Plötzlich spürte ich, wie sich zwei Hände an meine Hüften legten und ich an eine muskulöse Brust gepresst wurde. Ich konnte nicht erkennen wer hinter mir stand, doch das war auch nicht nötig. Diesen unglaublichen Duft, hätte ich unter Tausenden wiedererkannt.
Cullen schmiegte sich an meine Rückseite und sein Mund war nah an meinem Ohr.
„Ein hübsches Mädchen wie du, sollte nicht allein tanzen! “, wisperte er heißer.
Mein ganzer Körper fing an zu kribbeln, als würden sich Millionen von Ameisen auf ihm tummeln.
Willenlos ließ ich zu, dass er sich mit mir bewegte. Eine Hand lag locker um meinen Bauch, während er mit der anderen freien Zugang zu meinem Körper hatte.
Obwohl die Musik einen schnellen Rhythmus vorgab, bewegte er sich langsam und sinnlich, kostete es voll aus, mich im Arm und unter seiner Kontrolle zu haben. Seine linke Hand berührte meinen nackten Rücken, streichelte die zarte, empfindliche Haut.
Noch nie hatte allein die Berührung eines Mannes mich derartig erregt. Bei Jake war es damals eine Art Pflicht gewesen. Er erwartete, dass ich mit ihm schlief, aber es machte mir keinen Spaß. Sexuell gesehen war ich fast noch eine Jungfrau, obwohl ich schon ein Kind geboren hatte.
Nie wieder bekam ein Mann die Erlaubnis mich auf diese Art und Weise zu berühren und dass es ausgerechnet Cullen war, der meine tief vergrabene Weiblichkeit wiedererweckte, ängstigte mich zu Tode.
Heftig biss ich mir auf die Unterlippe, als seine Hand sich auf die Rundung meines Po´s legte und er ihn sanft streichelte. Das Gefühl schoss mir direkt in den Unterleib und ich keuchte auf. Mit geschlossenen Augen genoss ich seine Verführung, seine geschickten Hände, die in meinem Körper ein unglaubliches Vibrieren hervorriefen.
Vergessen waren alle meine Vorsätze ihn nicht an mich ranzulassen und auch sein fragwürdiger Charakter interessierte mich momentan herzlich wenig. Ich wollte ihn nur noch spüren und sehnte mich geradezu verzweifelt danach, ihn endlich auf den Mund zu küssen.
Ich drängte mich näher an ihn, was er mit einem leisen Lachen quittierte. Es klang boshaft und triumphierend. Er war am Ziel seiner Wünsche und spielte mit mir, wie es ihm gerade passte.
Meine Augenlider öffneten sich und ich blickte direkt nach oben auf die Lounge. Die zwei Blondinen, die er mitgebracht hatte, standen oben und beobachteten unser Tun kichernd. Sie schienen gar nicht überrascht, dass ihr Begleiter sich mit einer anderen Frau amüsierte und sie nicht beachtete. Vielmehr empfanden sie es als normal, was durch ihr ständiges Gekicher und die fehlende Eifersucht bestätigt wurde.
Oh Gott, was tat ich hier nur?
Abrupt riss ich mich von ihm weg und wirbelte herum. Überrascht ließ er los und sah mich eindringlich an.
„Fass mich nie wieder an, hörst du“, schrie ich ihn an und gab es gleichzeitig auf, ihn zu siezen.
„Tu nicht so, als hätte es dir nicht gefallen. Wir beide wissen es doch besser, Bella.“
„Ich will das aber nicht! Wie oft soll ich es denn noch wiederholen? Du magst mich in einem schwachen Moment erwischt haben, aber jetzt bin ich wieder klar im Kopf. Halte dich von mir fern, Cullen.“
Er lachte nur verspielt und umkreiste mich mit eleganten Schritten.
„Oh Bella, mein hübsches Kind. Niemals werde ich dich in Ruhe lassen, dafür will ich dich zu sehr. Das eben, hat meinen Appetit auf dich nur noch verstärkt, und ich kann den Tag kaum erwarten, an dem du unter mir liegst und meinen Namen schreist.“
„Ich schreie höchstens um Hilfe, du eingebildeter Bastard “, zischte ich ihm zu.
Schnell packte er mich mit einem Arm um die Hüfte und zog mich ruckartig an sich. Das Gewühl und die vielen Menschen um uns rum, wurden bedeutungslos, als er seinen Blick in meinen brannte.
Sein Mund kam immer näher und ich fing an in seiner Umarmung zu zappeln.
„Lass mich los, bitte! “, flehte ich ihn an, kurz bevor sein Mund meinen erreichte.
Die leise hervorgebrachte Bitte stoppte sein Vorhaben und nach einem intensiven Augenkontakt ließ er von mir ab.
Da war wohl doch noch ein letzter Rest Anstand in ihm und ich nutzte die Chance, um schnell in der tanzenden Menge zu verschwinden. Ich flüchtete auf die Damentoilette, die wie durch ein Wunder völlig leer war und beugte mich über ein Waschbecken.
Die Frau im Spiegel erkannte ich fast nicht wieder. Erhitzt und gleichzeitig maßlos erregt, drehte ich den Wasserhahn auf und ließ das kühle Nass über meine Handgelenke laufen. Keuchend betrachtete ich mein Spiegelbild und rang nach Fassung.
Nachdem ich mich etwas beruhigt hatte, versuchte ich meine Gedanken zu ordnen. Wie konnte es nur soweit kommen? Ausgerechnet mit einem Mann, den ich auf den Tod nicht leiden konnte.
Offensichtlich war ich sexuell so ausgehungert und frustriert, dass einige wenige Berührungen seinerseits ausreichten, um mich zu einer willenlosen Puppe zu machen.
Eine Gruppe plappernder, junger Frauen betrat die Toilette und ich ging wieder hinaus, verzog mich in ein dunkles Eck und lehnte mich an die kühle Wand.
Erschöpft schloss ich meine Lider und wartete darauf endlich Ruhe zu finden, was bei diesem Lärm um mich rum, fast unmöglich schien.
Eine Bewegung direkt vor mir, ließ mich die Lider heben und ich sah in Cullens flackernde Augen.
Seine Hände legten sich sanft auf meine Wangen und hoben meinen Kopf leicht empor.
„Ich glaube, wir haben da noch was nachzuholen, meinst du nicht auch? “,flüsterte er und senkte seinen Mund auf meinen.
Unsere Lippenpaare schmiegten sich aneinander, bewegten sich erst sanft, dann immer fordernder. Seine Zunge strich zärtlich über die Linie die meinen Mund schloss und bettelte um Einlass. Als ich ihm diesen endlich gewährte, stöhnten wir beide hingerissen auf.
Die Zeit stand still. Ich hörte weder die Musik noch das Stimmengewirr um uns herum. Alles was zählte, war sein Kuss, der mir solches Vergnügen bereitete.
Unsere Zungen umschmeichelten einander, schmeckten und kreisten im Mund des Anderen. Mit dreiundzwanzig Jahren bekam ich den erotischsten, heißesten, süßesten und erschütterndsten Kuss meines Lebens.
Meine Hände bewegten sich wie von selbst und krallten sich in seinen Haaren fest. Unsere Selbstbeherrschung löste sich in Nichts auf und er drückte mich mit seinem Unterleib an die Wand. Zutiefst erregt ließ ich mein Becken gegen seins kreisen und fühlte genau seine Männlichkeit, an der ich mich schamlos rieb. Er packte mich an meinem Po und den Druck zu erhöhen und stöhnte leise in meinen Mund. Mit festem Griff bog er meinen Hals zurück und küsste die zarte Haut, unter der mein Puls frenetisch pochte, um sich dann leidenschaftlich an der Haut festzusaugen.
„Komm mit mir “, sprach er mit belegter Stimme, “ ich werde dich lieben, wie es noch nie ein Mann getan hat.“
„Sag das nicht “, widersprach ich mühsam, “ das hier hat nichts mit Liebe zu tun. Beschönige es nicht, indem du blumige Worte benutzt.“
Er grinste und fuhr mit seiner Hand unter das Vorderteil meines Neckholders. Zärtlich nahm er meine Brust und drängte die Handfläche an die erregte Spitze, um den zarten Hügel schließlich sanft zu massieren. Mein Stöhnen wurde von seinem Mund verschluckt und ich spürte, dass ich unglaublich feucht wurde. Das Pochen zwischen meinen Beinen verstärkte sich mit jeder Sekunde und er wusste es genau.
„Wäre es dir lieber, ich würde statt lieben das Wort ficken benutzen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass du auf sowas abfährst, aber wenn du es so haben möchtest, bitte.“
Angewidert stieß ihn von mir.
„Weißt du, Cullen, wenn du nur zum richtigen Zeitpunkt die Klappe halten würdest, müssest du nicht dauernd darum betteln, mit mir schlafen zu dürfen “, sagte ich böse.
Er trat einen Schritt zurück und musterte mich eingehend.
„Eine gepflegte Konversation, meine liebe Bella, ist das Salz in der Suppe, bevor es ans Eingemachte geht. Aber wenn du lieber ficken willst, statt zu reden, dann kommt mir das durchaus entgegen. Bald bist du fällig, es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis du nachgibst.“
„Du bist so ein Schwein, hoffentlich erstickst du eines Tages an deiner eigenen Arroganz und befreist mich damit von deiner Gegenwart.“
Er lachte nur über meine beleidigenden Worte und trat den Rückzug an.
„Du bist sehr amüsant, doch ich muss dich jetzt leider verlassen. Es warten noch zwei sehr willige junge Damen auf mich, die ich deinetwegen vernachlässigt habe. Wir sehen uns, Chérie.“
Grinsend drehte er sich um und schlenderte zurück zu Dumm und Dümmer, die ihn sehnsüchtig in Empfang nahmen.
Vor lauter Wut hätte ich am liebsten in meine Handtasche gebissen, doch es brachte ja eh nichts, mich aufzuregen.
Entschlossen machte ich mich auf, um nach meinen Freundinnen zu suchen, die ich auch schon nach kürzester Zeit fand.
„Fragt nicht “, donnerte ich ihnen entgegen, als sie ansetzten, um sich nach meinem Verbleib zu erkundigen.
„Okay, ich sag schon nichts mehr. Alice möchte gerne noch einen Cocktail trinken. Magst du auch noch einen?“
Dankend lehnte ich ab. Mein Budget ließ nicht mehr als zwei Cocktails zu und mein Pensum war für heute ausgeschöpft. Ich beschloss mich intensiv um Alice zu kümmern, die kreuzunglücklich wirkte.
Verstohlen blinzelte ich nach oben und sah, dass Jasper immer noch schwer beschäftigt war mit dieser Unbekannten. Dadurch bemerkte ich leider auch, dass Cullen abwechselnd die Blondinen abschlabberte, was einen unglaublichen Brechreiz in mir auslöste. Wie konnte er nur mich so küssen wie eben und dann einfach zu den Nächsten wechseln?
Rose kam zurück und wir setzten uns an die Bar, wo gerade drei Hocker freiwurden. Sie stellte auch mir ein Glas hin und zog warnend die Augenbraue hoch, als ich protestieren wollte.
„Ich lade dich ein, als Dankeschön dafür, dass du mir den Job hier verschafft hast.“
Ich musste lächeln und nippte an dem pinkfarbenen Getränk. Alice seufzte schwer und kippte ihren Drink in einem Zug hinunter.
„Hey, wenn du nicht aufpasst, bist du innerhalb von fünf Minuten blau “ ,meinte ich warnend.
„Genau das ist mein Ziel “, erwiderte sie missmutig, “ bei dem Anblick da oben wird mir übel und ich muss mir den Abend schönsaufen. Das hat nichts mit euch zu tun, ihr seid einfach wunderbar, die besten Freundinnen die man sich wünschen kann, ehrlich.“
Oh je, wenn Alice zuviel hatte, wurde sie immer so rührselig und anhänglich. Ich musste das hier stoppen, solange es noch möglich war.
Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn sie Jasper im Suff ihre Liebe gestehen würde.
Ich riskierte einen Blick nach oben und wieder einmal kreuzte sich mein Blick mit seinem.
Ich riskierte einen Blick nach oben und wieder einmal kreuzte sich mein Blick mit seinem.
Er schien das Interesse an seinen Blondis ja schnell verloren zu haben, denn sie saßen beide schmollend neben ihm und wurden konsequent links liegen gelassen.
Wunderbar, dachte ich gehässig, ich verdarb ihm offensichtlich den Abend und das freute mich diebisch. Seit wann war ich nur so schadenfroh?
Er brachte leider Gottes nicht meine besten Seiten zum Vorschein.
Schon wieder verlor ich mich in seinen Augen und vergaß alles um mich rum, als Rose mich in die Realität zurückholte.
„Erde an Bella, hallo, kannst du mich hören? “, witzelte sie, “ Meine Güte, dafür, dass du nichts von ihm willst, wirkst du ganz schön weggetreten, wenn du ihn ansiehst. Und Cullen ist keinen Deut besser. Warum nehmt ihr euch kein Zimmer und bringt es endlich hinter euch, dann könnt ihr beide wieder ruhig schlafen.“
Ich erdolchte sie beinahe mit meinen Augen und sie grinste breit.
„Jetzt krieg dich wieder ein, Bells. Das war nur ein Scherz und nicht ernstgemeint. Was hältst du davon, wenn wir Alice nehmen und sie nach Hause bringen?“
Besänftigt nickte ich, denn ich konnte ihr nie lange böse sein.
„Das hört sich vernünftig an. Alice ist total blau, der Alkohol hat ganze Arbeit geleistet.“
Wir packten unsere bedauernswerte Freundin und kämpften uns Richtung Ausgang. Der Club war unglaublich voll an diesem Abend und es war gar nicht so einfach Alice festzuhalten, die mittlerweile kaum noch selber stehen konnte. Ständig wurden wir angerempelt und eine Frau fiel fast über unsere kleine Freundin drüber.
„Kannst du nicht aufpassen, du kleiner Gartenzwerg “ ,keifte sie.
Alice mochte total zu sein, aber wenn es um ihre Körpergröße ging, war auch in betrunkenem Zustand nicht mit ihr zu spaßen.
„Wie hast du mich eben genannt?“ ,fragte sie lallend.
„Gartenzwerg, du Winzling!“
Mit einem Wutschrei stürzte sie sich auf die Frau und wir befanden uns mitten einer Prügelei. Die Frau war um einiges größer als Alice, aber die machte es durch ihr überschäumendes Temperament wieder wett.
Entsetzt sahen wir zu, wie sich die beiden auf dem Boden wälzten und sich an den Haaren zogen.
„Niemand nennt mich Winzling, du dämliche Ziege “ ,wütete Alice.
Der Kampf schien sie ein bisschen nüchterner gemacht zu haben, denn ihre Stimme klang nicht mehr so versoffen, wie vor ein paar Minuten.
Ich beschloss einzugreifen, bevor Jasper noch Wind von der Sache bekam. Er würde ausrasten, wenn er herausbekam, dass sich eine seiner Kellnerinnen einen Fight in seinem Club leistete.
Leider war es schon zu spät, denn nur einen Moment später, durchbrach seine autoritäre Stimme die Kampfgeräusche der Frauen.
„Was geht hier vor sich?“
Sofort hielten sie still und sahen etwas belämmert zu ihm auf.
Die Fremde stand auf und klopfte sich den Staub vom Kleid, während Alice unten sitzen blieb und sich nicht mehr rührte.
„Alice “ ,rief er erstaunt und verärgert zugleich, “ das hätte ich nicht von dir gedacht. Wie kommst du dazu, dich mit den Gästen zu prügeln? Offensichtlich hast du nicht den Sinn eines Dienstleistungsunternehmens begriffen. Auch wenn du privat hier bist, kann ich so ein unmögliches Benehmen nicht dulden.“
Hart blickte er auf Alice nieder und fuhr weiter fort.
„Du wirst morgen früh deine Sachen abholen und den Lohn für den Rest des Monats, danach will ich dich hier nicht mehr sehen. Du bist entlassen“, schloss er unnachgiebig.
Schluchzend saß sie auf dem Boden und war zu keinem Wort fähig. An einem einzigen Abend verlor sie nicht nur die Hoffnung, jemals seine Freundin zu sein, sondern auch ihren Job und seinen Respekt.
„Jasper“ ,versuchte ich beruhigend auf ihn einzuwirken, “ sie hat zuviel getrunken und ist von dieser Frau beleidigt worden. Da ist sie einfach ausgetickt. Bitte schlaf noch eine Nacht drüber, du kannst sie abmahnen, aber bitte, schmeiß sie nicht raus.“
Flehend sah ich ihn an und eine zweite männliche Stimme ergriff Partei für Alice. Es war Edward Cullen.
„Jazz, jetzt hab dich nicht so. Es ist nichts passiert, außer einer kleinen Showeinlage, die wirklich amüsant war. Sie ist eine deiner besten Bedienungen und der Traum vieler Kerle hier. Du wirst Gäste verlieren, wenn du sie rauswirfst.“
Mit diesem lässig hingeworfenen Satz war Alice Job gerettet, das sah ich an Jaspers Gesichtsausdruck.
„Na gut, Alice. Solltest du dir sowas noch mal erlauben, bist du endgültig weg vom Fenster. Ich werde ein Auge auf dich haben.“
Dankbar sah ich zu Cullen, doch dieses Gefühl verlor sich sofort, als er mir den nächsten Satz ins Ohr flüsterte.
„Dafür bist du mir was schuldig, Liebes. Ich werde mir was Nettes überlegen, wie du es wieder gutmachen kannst. Ich freu mich schon“ ,schloss er anzüglich.
Warum war er nur so ein Arsch?
„Keiner hat dich um deine Hilfe gebeten, schon gar nicht ich. Wenn du glaubst, ich würde dir irgendeinen Gefallen tun, dann kannst du darauf warten bis du schwarz bist.“
Ich ließ ihn stehen und beugte mich zu Alice runter, um ihr beim aufrichten zu helfen.
„Komm Alice, du kannst da nicht sitzen bleiben, wir bringen dich nach Hause.“
Rose und ich, geleiteten das kleine Häufchen Elend aus dem Club hinaus und im Taxi schlief sie auch schon ein. Rose erklärte sich dazu bereit, bei ihr zu übernachten und so konnte ich einigermaßen beruhigt nach Hause fahren.
Was für ein Abend, dachte ich, als ich später rastlos in meinem einsamen Bett lag. Ruhelos wälzte ich mich von einer Seite zur anderen und dachte die ganze Zeit an ihn und unseren unbeschreiblichen Kuss.
Zuhause in der Dunkelheit und Abgeschiedenheit meines Schlafzimmers, fiel es mir leichter diese Gedanken. Ich griff nach der Bettdecke, um sie mir vom erhitzen Körper zu ziehen und streifte versehentlich mit meiner Hand eine Brustwarze, die sich sofort aufrichtete. Zaghaft berührte ich die gleiche Stelle nochmal und zuckte unter dem erregenden Gefühl zusammen. Gefangen genommen von dieser ungewohnten körperlichen Reaktion, massierte ich leicht mit der Fingerkuppe die harte Spitze und stellte mir dabei vor, dass er es wäre. Wieder fing das Pochen zwischen meinen Beinen an und ich rieb die Schenkel aneinander.
Noch nie hatte ich mich selbst berührt, es war einfach kein Interesse da an Sex. Weder mit einem Mann, noch mit mir selber.
Jetzt jedoch, stand ich völlig in Flammen und streichelte mich immer intensiver an der Brust. Mein Atem beschleunigte sich zunehmend und ein leichter Schweißfilm bildete sich auf meiner Haut. Schnell schob ich mein Tanktop hoch, um meine Haut direkt berühren zu können. Mit geschlossenen Augen massierte ich meinen Busen und stellte mir vor, wie Cullen die Spitze in den Mund nahm. Die Erinnerung an seine Hand auf meinem Busen, heizte mich noch mehr an und meine Fingerspitzen verschwanden etwas zögerlich in meinem Slip. Mein Stöhnen unterdrückend, liebkoste ich meine Knospe und als ich mir endlich die Vorstellung erlaubte, dass es seine Zunge war, die dies bei mir tat, kam ich explosionsartig.
Zwischen meinen Beinen verkrampfte sich alles zuckend und ein unglaublich süßes Gefühl bemächtigte sich meines Körpers. Keuchend genoss ich die Wellen die durch meinen Körper zogen und lag schließlich ermattet und befriedigt in meinem Bett.
Die leise Scham die in mir hochkroch, wurde von meinem leisen Lachen überlagert, als mir eine Erkenntnis kam.
Edward Cullen hatte mir gerade den ersten Orgasmus meines Lebens beschert und der Ärmste war noch nicht mal dabei.
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