Inhalt:

Bella Swan ist alleinerziehende Mutter eines fünfjährigen Sohnes. Mit zwei Stellen hält sie sich grad so über Wasser. Tagsüber arbeitet sie in einem Schnellrestaurant und am Wochenende in einem angesagten Club. Dort lernt sie Edward Cullen kennen. Der ist reich, gelangweilt und eiskalt. Er macht Bella ein unverschämtes Angebot. Gegen Bezahlung soll sie seine Geliebte werden. Empört lehnt sie dies ab........ Pairing Bella/Edward

© by Vivian (Die Charaktere gehören Stephenie Meyer)

Freitag, 26. November 2010

Kapitel 8 - Rache ist ein süßes Wort

Am nächsten Morgen saß ich Danny am Frühstückstisch gegenüber und versuchte vergeblich ein Gähnen zu unterdrücken. Ich würde mindestens eine Woche brauchen, um den fehlenden Schlaf von zwei Tagen nachzuholen und der Gedanke, dass ich heute eine Doppelschicht im Diner vor mir hatte, ließ meine Lider nur noch schwerer werden.

„Mummy, kann ich noch einen Toast haben?“

Erstaunt sah ich meinen Kleinen an. Normalerweise war er eher ein schwacher Esser und es grenzte schon an ein Wunder, wenn er auch nur einen runterbrachte.

„Aber sicher doch, Schätzchen. Du bist aber ganz schön hungrig!“

Ich stand auf und schob noch ein Stück in den Toaster, während Danny mich angrinste.

„Ich bin doch im Wachstum, Mum.  Wenn ich groß und stark werden will, muss ich viel essen.“

Mum?!

So hatte er mich noch nie genannt.

„Wieso sagst du denn jetzt plötzlich Mum zu mir? “, fragte ich leicht irritiert und nahm den frisch gerösteten Toast aus dem Gerät.

Ich legte ihn auf seinen Teller und beobachtete, wie mein Dreikäsehoch ungeschickt die Butter darauf verschmierte. Ich ließ ihn jedoch machen, da er es ja sonst nie lernen würde, und die Sauerei die er dabei veranstaltete, würden wir später zusammen wegmachen.
Trotzdem kontrollierte ich genau was er machte, damit er sich nicht versehentlich,  mit dem Messer das Auge ausstach. Er war immerhin mein Sohn und hatte den Hang zur Tollpatschigkeit geerbt.

Er kaute erst zu Ende und meinte schließlich.

„Mummy sagen nur die kleinen Jungs und ich bin ja jetzt schon groß! Ab jetzt werde ich nur noch Mum zu dir sagen.“

Er schob sich einen weiteren Bissen in den Mund und kaute genüsslich.

Etwas wehmütig betrachtete ich mein Kind. Schon wieder ein neuer Abschnitt in seinem Leben. Für mich war es wie gestern, als er noch schreiend in meinen Armen lag,  kaum größer als eine Puppe. Wie schnell waren die Jahre vergangen und würden es weiterhin tun.
Die Vorschule neigte sich ihrem Ende zu und seine richtige Einschulung stand kurz bevor.  Was hielt das Leben noch für uns bereit?  Danny wurde immer älter,  er würde irgendwann nicht mehr ständig daheim bei seiner Mutter sitzen wollen. Die eigenen Interessen würden Vorrang haben und ich nicht mehr so von ihm gebraucht werden.

Ich schluckte bei dem Gedanken, als einsame, verbitterte Frau zu enden, ohne Mann und  ohne etwas Nennenswertes geleistet zu haben.
In derselben Sekunde schalt ich mich eine Närrin. Danny würde immer ein Teil meines Lebens bleiben und was gab es Größeres,  als ein Kind aufzuziehen.

Liebevoll küsste ich ihn auf das lockige Haar.

„Wir räumen jetzt den Tisch ab und ich bring dich dann zur Schule. Bibi wird dich dann heute Nachmittag abholen, da ich bis abends im Diner bin.“

Wir machten alles fertig und gingen zur U-Bahnstation. Komischerweise störte es Danny keineswegs , dass wir kein Auto mehr hatten und jetzt jeden Morgen die Bahn nehmen mussten. Er war geradezu begeistert und liebte es im Untergrund der Stadt zu fahren.

Das Rattern der Bahn und die Unterhaltungen der Leute um uns rum, vermischten sich zu einem gleichmäßigen Singsang und schläferten mich beinahe ein. Ich schloss die Augen, da wir noch einige Minuten unterwegs waren und sah wieder Edward Cullens wunderschönes Gesicht vor mir.

Hitze stieg in meine Wangen, als ich daran dachte, was letzte Nacht in der Abgeschiedenheit meines Schlafzimmers geschehen war. Sowas hatte ich noch nie zuvor  getan und es war ein Zeichen dafür, dass Cullen mich anzog, wie noch kein Mann vor ihm.
Ich war angewidert und fasziniert zugleich. Wie ein Raubtier schlich er um mich herum, abwartend und geduldig, um im richtigen Moment  zuschlagen zu können.

Kurz öffnete ich die Augen und merkte, dass wir oberhalb der Erde fuhren. Mein Spiegelbild reflektierte auf der Scheibe und für einen verrückten Augenblick glaubte ich, sein Gesicht neben meinem erkennen zu können.

Erschrocken blickte ich zur Seite und nach hinten. Doch außer Danny neben und der alten Frau hinter mir, war niemand anwesend, der auch nur im entferntesten  Ähnlichkeit mit ihm hatte.

Jetzt bekam ich schon Halluzinationen! Es wurde wirklich Zeit, mich gegen diese Gefühlsaufwallungen zur Wehr zu setzen und ich beschloss, mir in Zukunft sein unverschämtes Verhalten nicht mehr gefallen zu lassen.

Die Bahn erreichte endlich ihr Ziel und ich begleitete Danny die wenigen Meter zu seiner Schule. Danach beeilte ich mich, um die nächste Bahn zu erwischen,  die ich auf keinen Fall verpassen durfte.

Später, als sich im Diner der größte Trubel gelegt hatte, verzog ich mich mit Rose in einen kleinen Nebenraum, damit wir unsere Kaffeepause zusammen verbringen konnten.  Da ich morgens kurz vor knapp hineingeschneit war, gab es bisher keine Möglichkeit zur Unterhaltung. Der rege Betrieb im Restaurant ließ Gespräche einfach nicht zu.

Nun gönnten wir uns eine halbe Stunde Pause, denn es interessierte mich brennend, wie es Alice jetzt ging. Sie würde sicherlich vor Scham im Erdboden versinken, wenn ihr klar wurde, was sie im betrunkenen Zustand angestellt hatte. Auch der Beinaherauswurf  von Jasper, musste sie unendlich tief treffen. Mit Sicherheit würde es ihr wehtun, dass er sie so einfach entlassen wollte. Hätte Cullen nicht eingegriffen, wäre Alice ihren Job los.

„Wie geht es Alice?“, fragte ich ohne Umschweife.

Rose verzog das schöne Gesicht zu einer Grimasse.

„Wie wohl? Es geht ihr total beschissen. Der Kater bringt sie fast um und sie hat Liebeskummer. Außerdem, will sie ihren Job jetzt selbst kündigen “ , erwiderte sie
.
„Bitte!? Das kann sie doch nicht machen. Wovon will sie denn leben? Alice arbeitet dort Vollzeit und kann es sich gar nicht erlauben, dort zu kündigen.“,  meinte ich ungläubig.

„Sie ist fest entschlossen, glaub mir. Sie hat gesagt, sie will nirgends bleiben, wo sie nicht mehr erwünscht ist. Auch wenn sie total zu war, so hat sie doch genau registriert, dass sie den Job nur noch wegen Cullen hat. Was ich übrigens sehr nett von ihm fand! Ich weiß gar nicht, was du hast. Der scheint doch ganz okay zu sein.“

„Pah, das ist doch nur Show. Der tut nichts ohne Grund. Solltest du glauben, es geschah aus reiner Nächstenliebe, dann täuscht du dich aber gewaltig. Er hat mir auf den Kopf zugesagt, ich sei ihm dafür was schuldig.“

„Oh!“

„Ja, oh! Lass dich von seinem Getue nicht beeindrucken. Er ist total berechnend und auf seinen Vorteil bedacht. Aber ich sag dir was, Rose. Ab jetzt dreh ich den Spieß um. Alle denken ich wäre ihm nicht gewachsen, doch ich bin stärker als ich aussehe und nicht das kleine, hilflose Ding, für das ihr mich alle haltet.“

Rose grinste freundschaftlich und drückte mich.

„Hey, das weiß ich doch. Was hast du jetzt vor?“

„Ich mache seine Spielchen mit. Er will mich verführen? Schön, da hab ich auch ein paar Tricks auf Lager. Ich werde Edward Cullen systematisch in den Wahnsinn treiben, bis er bettelnd vor mir auf dem Boden kriecht, damit er mit mir schlafen darf.“

Rose schielte raus in den Gastraum.

„Na, dann kannst du ja gleich anfangen. Er ist nämlich hier “ , meinte sie trocken.

Entsetzt riss ich die Augen auf.

„Ist nicht dein Ernst?“

Ich beugte mich vor, um einen besseren Blick ins Diner zu bekommen und tatsächlich saß er an einem der hinteren Tische.  Zur Abwechslung war er nicht in Begleitung einer Frau, sondern war in Gesellschaft eines dunkelhaarigen Mannes, den ich von hinten nicht erkennen konnte. Doch die kurzen Locken ließen darauf schließen, dass es sich um seinen Bruder und Roses neuen Schwarm handeln musste.

Meine ganze tolle Rede von vorhin geriet in Vergessenheit und mein Mut verließ mich in der Sekunde, in der ich ihn erblickte.

„Oh nein“ , jammerte ich, “ aber doch nicht heute! Darauf bin ich gar nicht vorbereitet. Ich kann da nicht raus.“

„Natürlich kannst du. Du bist Bella, die Verführerin. Schon vergessen? Geh da raus und treib ihn zur Weißglut. Aber  vorher ziehst du deinen BH aus. Gib ihn mir!“, forderte sie.

„Spinnst du?“

„Willst du ihn jetzt scharf machen und dann abblitzen lassen, oder nicht? Du musst bei einem Kerl wie ihm, schon schwere Geschütze auffahren, sonst wird das nichts. Der ist einiges gewohnt in Bezug auf Frauen, da darfst du nicht zimperlich sein.“

Grummelnd zog ich den BH aus und ließ mir unter Protest von Rose die ersten zwei Knöpfe der Uniform öffnen. Ich musste definitiv den Verstand verloren haben, weil ich mich auf so ein Niveau hinabließ. Doch Cullen verstand offensichtlich nur diese Sprache, also würde ich mich eben auf dieser Ebene mit ihm treffen.

„Schon viel besser “, sagte sie sehr selbstzufrieden, “ und jetzt geh da raus und mach ihn fertig!“


Ich machte einen zögerlichen Schritt nach vorne und drehte mich sofort wieder panisch um.

„Ich kann da nicht raus, Rose! “ rief ich und klammerte mich an ihrem Arm fest.

Sie zerrte meine Hand mühsam von besagtem Körperteil und  schob mich gnadenlos in Richtung Tür. Ich wehrte mich mit aller Kraft und die Gesundheitsschuhe bremsten ihre Versuche,  mich vorwärts zu treiben. Sie stieß einen frustrierten Schrei aus.

„Stell dich nicht an wie eine Jungfrau! Denk daran, wie unverschämt er dir gegenüber war. Jetzt hast du endlich die Gelegenheit es ihm heimzuzahlen und das auch noch auf deinem eigenen Terrain. Er ist nur ein Mann, Bella, und ich hab gesehen, wie er dich anstarrt. Du wirst nicht lang brauchen, um ihn vor Geilheit ausrasten zu lassen.“

Ich stöhnte gepeinigt auf.

„Wie du immer redest “ , brachte ich schwach hervor, doch sie grinste nur frech.

„Ich nenne die Dinge nur gerne beim Namen. Also wirst du jetzt da raus gehen?  Mr. Cullen scheint schon ungeduldig zu werden.“

„Ich geh ja schon “ , murrte ich, nahm meinen Block, den Bleistift und lief Richtung Tür.

Kurz davor stoppte ich und drehte mich nochmals um.

„Rose, gib mir bitte einen deiner Kaugummis.“

Verwirrt nahm sie das Päckchen aus ihrer Handtasche und reichte es mir.

„Was willst du denn damit? “ , fragte sie leicht irritiert.

„Na kauen “,  grinste ich und schob mir gleich drei auf einmal in den Mund.

Tief durchatmend stieß ich die Tür zum Innenraum auf und trat in die Höhle des Löwen.

Er sah mich sofort und fing an zu grinsen, als er mich in meiner Uniform an der Tür stehen sah.  Ohne große Eile schlenderte ich an seinen Tisch und blieb direkt vor den beiden stehen.

Er betrachtete mich von oben bis unten und mir wurde unter seiner Musterung ganz heiß. Tatsächlich schaffte er es, mich in Verlegenheit zu bringen, was ich mir gottlob nicht anmerken ließ. Trotzdem war ich solche  Blicke von Männern einfach nicht gewohnt und ich fragte mich schon, warum er mich so toll fand.

Jetzt begann ich meine Show.
Mit meiner Uniform,  dem Bleistift im hochgesteckten Haar und dem Kaugummi im Mund,  musste ich auf ihn wie das Urbild einer Kellnerin wirken.
Langsam zog ich den Stift aus dem Haar, zückte meinen Block und blies den Kaugummi zu einer riesengroßen Blase auf, die ich dann mit einem mächtigen Plopp zerplatzen ließ.

Danach lächelte ich die Zwei freudestrahlend an.

„Na, ihr Süßen, was darf´s denn sein?“

Cullen stand der Mund offen und man merkte förmlich wie es in seinem Hirn ratterte.  Sein Bruder Emmett jedoch, verbiss sich vergeblich sein Lachen.

Ich zog abwartend die Augenbraue hoch, innerlich erfreut darüber, dass es mir endlich gelungen war ihn aus der Fassung zu bringen.

Doch ich freute mich zu früh. Er lächelte boshaft,  als ihm bewusst wurde, dass ich ihn mit meinem schnoddrigen Verhalten nur irritieren wollte.

„Ich hätte gern die Spezialität des Hauses “ , hauchte er verführerisch und sein Tonfall ließ keinen Zweifel darüber offen, was er mit der „Spezialität“ meinte.

Na warte, dir zeig ich es!

Ich ließ meinen Stift fallen und bückte mich danach, was ihm einen ziemlich guten Einblick in meinen Ausschnitt einbrachte.

Zischend atmete er ein und sah mich hungrig an, als ich mich wieder aufrichtete.

„Ich empfehle Ihnen unseren Spezialburger. Sie sehen nämlich sehr hungrig aus! “, wisperte ich so verführerisch wie möglich.

„Dann nehm ich den, denn ich bin tatsächlich hungrig. Ich frage mich nur, ob ein Burger reichen wird, um meinen Appetit zu stillen?“

Ich überging diese Anspielung  und sah ihn geschäftsmäßig an.

„Normal, scharf oder extrascharf?“,  ratterte ich runter.

„Extra, ich mag es scharf “ , sagte er anzüglich.

Sein Bruder bestellte nur einen Kaffee und so ging ich mit wiegenden Hüften zurück in die Küche.

Dort erwartete mich bereits eine lachende Rose,  die sich fast schon auf dem Boden wälzte.

„Donnerwetter! “,  kicherte sie, “ Das war großartig! Du hättest sein Gesicht sehen sollen, als du den Kaugummi hast platzen lassen, echt zum schießen. Und als du dich gebückt hast, dachte ich für einen Moment, er springt  über den Tisch. Du hast vielleicht Nerven! Was hast du jetzt vor?“

Grinsend sah ich meine Freundin an und nahm Cullens Bestellung  vom Koch entgegen.

„Das wirst du gleich sehen? “, meinte ich geheimnisvoll und stellte den Teller auf den Tisch. Danach nahm ich aus Lou´s Schrank eine kleine Flasche raus und schraubte den Deckel ab.

Rose keuchte auf, als sie erkannte was sie enthielt.

„Das ist Lou´s superscharfe Chillisauce, du Biest “ , rief sie und sah schwer beeindruckt aus.

Genüsslich verteilte ich Unmengen von der Sauce auf seinem Burger.

„Er mag es scharf!?“, sagte ich. “ Das kann er haben. Diesen Burger wird er nie wieder vergessen.“

Ich stellte noch ein großes Glas Wasser auf das Tablett und trug meine kostbare Fracht  hinaus zu meinem Gegner.

„Bitte schön, die Herren “, flötete ich zuckersüß, “ der Kaffee und der Burger.“

„Ich hab gar kein Wasser bestellt “, meinte Cullen, nun doch etwas misstrauisch.

„Ist ein Service des Hauses “ ,antwortete ich  gespielt freundlich und er verkniff sich jeden weiteren Kommentar.

Er nahm den Burger in die Hand und mit angehaltenem Atem wartete ich darauf, dass er abbeißen würde.
Seine Zähne durchschnitten das Brötchen und das Fleisch und nur Sekunden später, stieg eine ungesunde Röte in seinem Gesicht auf.
Er spuckte alles in die Serviette, die neben dem Teller lag und griff sich hustend und keuchend an den Hals. Die unglaubliche Schärfe musste ihm wohl das Gefühl geben, dass seine Schleimhäute weggeätzt wurden.  Zumindest hatte Lou es mal so beschrieben, als er zuviel von dem Zeug erwischte.

Cullens Gesicht war puterrot und er griff schnell nach dem Wasser, um es hinunterzustürzen, bevor sein Bruder es verhindern konnte.
Das Wasser milderte das Brennen in keinster Weise, sondern schien es eher noch zu verstärken.

„Du kleines Luder “ , brachte er krächzend hervor und griff sich abermals an die brennende Kehle.

Kalt lächelnd stützte ich die Handflächen auf dem Tisch ab und beugte mich nah zu ihm. Er konnte direkt in meinen Ausschnitt und auf meine unbedeckten Brüste schauen,  die sich sanft, mit jedem Atemzug hoben und senkten.

„Ist das scharf genug für dich?“, fragte ich zweideutig und biss mir lasziv auf die Unterlippe.

Das Feuer in seiner Kehle wurde abgelöst durch das Feuer in seinen Augen.  Das grüne Funkeln verbrannte auch mich, ließ mich die Umgebung vergessen.

Emmetts Räuspern brachte uns zurück in die Wirklichkeit.

Mich wieder aufrichtend, löste ich den Kontakt, um seine weitere Reaktion abzuwarten.

Er erholte sich erstaunlich schnell und schenkte mir ein grausames Lächeln.

„Ich muss sagen, dass die Schärfe “, er betonte das Wort besonders, “ mir absolut zusagt. Es wird mir ein Vergnügen sein,  bei Gelegenheit mehr davon zu kosten.“

„Hoffentlich verbrennst du dir nicht nochmal die Zunge daran “, schoss ich bissig zurück.


„Ich finde schon eine Möglichkeit meine Zunge zu kühlen “ ,sagte er gedehnt und blickte dabei direkt auf meinen Schritt.

Ich räusperte mich, um meine Verlegenheit zu überspielen. Wenn er wüsste, dass  ich mir in meiner Fantasie genau das vorgestellt hatte,  würde er wahrscheinlich den ganzen Tag kalt duschen.

Aber diesen Triumph würde ich ihm nicht gönnen.

„Möchtest ihr noch was?“ ,fragte ich, nun doch etwas nervös.

„Im Moment nicht “ ,antwortete er hart.

Sein Blick war beängstigend und ich war mir sicher, dass er etwas ausheckte.

Unbehaglich betrachtete ich sein ausdruckloses Gesicht.  Nichts darin ließ darauf schließen, was er gerade dachte, und die Ungewissheit darüber, ob er ernsthaft böse war, machte mich ganz hibbelig.

„Ich werde euch dann alleinlassen. Solltet ihr noch einen Wunsch haben, wird sich meine Kollegin Rose um euch kümmern.“

Mit einem angedeuteten Kopfnicken wandte ich mich ab und eilte zurück in die Küche.

Dort sank ich gegen die Küchentür und vergrub mein  nun flammendrotes Gesicht in den Händen.

„Oh Gott, Rose!“ , rief ich.

„Ich will einfach nur noch sterben. Das war die peinlichste Aktion meines Lebens! Was hat mich da nur geritten?“

„Rede keinen Unsinn! Du warst einfach nur toll und  du hast es ihm richtig gegeben. Jetzt übertriebenes Schamgefühl zu entwickeln, bringt dich nicht weiter, stattdessen solltest du deinen Sieg auskosten “, riet sie mir.

Unschlüssig sah ich auf. Es würde sich noch herausstellen, ob es tatsächlich ein Sieg war. Doch der rechte Glaube daran, fehlte mir.
Er war viel zu ruhig geblieben, das machte mich stutzig und unruhig. Er würde diese Schlappe nicht einfach kommentarlos hinnehmen und die ganze Geschichte würde noch ein Nachspiel haben.

Ihn auf diese Art und Weise herauszufordern, grenzte schon an Selbstüberschätzung meinerseits. Im Grunde genommen, wusste ich doch überhaupt nichts von ihm. Es wäre klüger gewesen, mich erst über ihn zu informieren, um ihn besser durchschauen zu können, falls das überhaupt möglich war.

Sein Verhalten änderte sich so rasend schnell, dass ich Mühe hatte, mich darauf einzustellen. Er war wie ein Chamäleon, passte sich seiner Umgebung problemlos an und reagierte entsprechend mit Charme, Kälte, Ignoranz oder Leidenschaft.

Ich war ihm nicht gewachsen, wurde mir mit erschreckender Klarheit bewusst und ich zitterte bei dem Gedanken, welche Gemeinheit er jetzt plante, um den Spieß wieder umzudrehen.

Rose kannte ihn nicht, sah nur die oberflächliche Fassade und ich war zu  ausgelaugt um ihr zu widersprechen.

„Ich werde mich jetzt um die Bestellungen kümmern und verschwinde in Lou´s Büro. Wärst du so nett und übernimmst für mich? Ich habe einfach nicht mehr die Kraft, da nochmal rauszugehen.“

Sie merkte wohl, dass ich am Ende war und nickte.

Schnell verzog ich mich in das Büro und versuchte meine Arbeit zu machen. Nach ein paar erfolglosen Versuchen mich zu konzentrieren, gab ich entnervt auf und starrte aus dem Fenster.

Was war nur mit mir los? So provokativ wie bei ihm, verhielt ich mich Männern gegenüber normalerweise nicht. Doch etwas an ihm, trieb mich zu so einem Verhalten. Sämtliche Anstandsregeln, die man mir von Kindheit an eingebleut hatte, gerieten in Vergessenheit und ich benahm mich wie ein unreifer Teenager. Auch wenn ich diesem Alter noch nicht solange entwachsen war, zeigte ich durchaus geistige Reife, was im Kontrast zu meinem jetzigen Verhalten stand.

Diesen Trieb, ihn reizen zu wollen, hatte ich Null unter Kontrolle und  genau das würde mir noch eine Menge Ärger einhandeln.
Es war wie ein Zwang und löste die unterschiedlichsten Reaktionen bei mir aus. Ich traute mir selber nicht, in Bezug auf ihn und ich befürchtete, dass bei unserer nächsten Begegnung wieder die Fetzen fliegen würden.

Die Bürotür wurde geöffnet und wieder zugezogen. Im Glauben, dass Rose hereingekommen war, drehte ich mich um.

Vor Schreck ließ ich den Stift ein zweites Mal an diesem Tag fallen, doch dieses Mal bückte ich mich nicht danach. Ich war nicht so wahnsinnig, Edward Cullen ein weiteres Mal, den Blick auf meine unbedeckten Brüste zu gönnen.

Dieser lehnte, mit einem hämischen Lächeln im Gesicht, an der Tür.

„Meine kleine, süße Bella “ , sagte er mit mildem Tadel in der Stimme, “ du warst wirklich ein sehr, sehr ungezogenes Mädchen.“

Die nackte Angst fuhr mir in die Glieder.

Seine lässige Haltung und die Eiseskälte die er ausstrahlte, straften den vermeintlich sanften Tonfall Lügen.

Ich saß in der Falle, da das Büro im hinteren Teil des Gebäudes lag.  Lou war heute nicht anwesend und würde nicht zu meiner Rettung herbeieilen und Rose war vermutlich vollauf mit Emmett beschäftigt.

Hastig beschleunigte sich meine Atmung und die Faszination, die er auf mich ausübte, nahm mich abermals gefangen.  Die Angst schwand so schnell, wie sie gekommen war und wieder ergriff die andere Bella von mir Besitz.
Diejenige, die ihm die Stirn bieten wollte und Gefallen fand an diesem Spiel.

Langsam setzte ich mich in Bewegung und blieb direkt vor ihm stehen.

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