Inhalt:

Bella Swan ist alleinerziehende Mutter eines fünfjährigen Sohnes. Mit zwei Stellen hält sie sich grad so über Wasser. Tagsüber arbeitet sie in einem Schnellrestaurant und am Wochenende in einem angesagten Club. Dort lernt sie Edward Cullen kennen. Der ist reich, gelangweilt und eiskalt. Er macht Bella ein unverschämtes Angebot. Gegen Bezahlung soll sie seine Geliebte werden. Empört lehnt sie dies ab........ Pairing Bella/Edward

© by Vivian (Die Charaktere gehören Stephenie Meyer)

Freitag, 26. November 2010

Kapitel 33 - Mut

Ich lag noch wach, während Bella schon längst schlief. Stundenlang taten wir nichts anderes, als uns zu küssen und unsere Körper zu erforschen. Jetzt kannte ich jede Stelle, jede Rundung ihres Körpers, wusste genau, was ihr gut tat und was ihr gefiel. Ich musste lächeln. Sie war so unglaublich sensibel und reagierte mit extremer Heftigkeit auf die kleinste Berührung. Isabella war wie ein brodelnder Vulkan, kurz vor dem Ausbruch, siedend heiß explodierte sie und überwältigte mich mit ihrer Leidenschaft.

Nachdem sie ihre Schüchternheit überwand, liebkoste sie mich mit einer Hingabe und Selbstverständlichkeit, die mich förmlich überwältigte. Ich hatte schon unzählige Frauen im Bett gehabt, manchmal sogar zwei, doch nichts ließ sich mit Bella vergleichen, nichts kam auch nur annähernd an sie heran. Wir trieben uns gegenseitig von Höhepunkt zu Höhepunkt und auch wenn wir den Akt nicht ganz vollzogen, so fühlte ich mich befriedigter, als je zuvor in meinem Leben.

Sie bewegte sich in meinen Armen und murmelte leise vor sich hin. Ihr Gesicht lag an meiner Brust, die Wange eng an meine Haut geschmiegt. Ich zog sie fester an mich, genoss das Gefühl ihre nackte Haut zu spüren und lächelte schon wieder. Vorsichtig strich ich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht, die sich vorwitzig auf ihr hübsches Gesicht verirrt hatte. Sie seufzte leise, als ich sie berührte und schmiegte sich noch enger an mich. Sofort erwachte mein Körper zu neuem Leben und ich ließ unwillkürlich meine Hände, über ihren zarten Rücken gleiten. Gänsehaut überzog daraufhin ihren Körper und ihre Augenlider öffneten sich flatternd.

„Edward…“, flüsterte sie leicht verschlafen.

Ich antwortete nicht, sondern drehte sie auf die Rückseite und beugte mich über sie. Zärtlich fing ich mit den Zähnen ihre Unterlippe ein, knabberte sachte daran und sie fing an, leise zu stöhnen. Sie öffnete den Mund ein wenig und lud mich ein, ihn mit meiner Zunge zu erforschen. Ich liebte es sie zu küssen! Bella schmeckte atemberaubend gut, ihr Atem war rein und frisch, der Mund süß und saftig. Voller Genuss ließ ich meine Zunge hinein gleiten, suchte ihre und verspielt liebkosten sie einander. Pure Lust strömte durch meinen Körper und ich beglückwünschte mich dafür, dass ich den Mut aufbrachte die Hochzeit mit Jessica platzen zu lassen
.
Die ganze letzte Nacht lag ich wach und wünschte mir verzweifelt eine Lösung für mein Dilemma herbei. Ihre Worte am Telefon berührten mich mehr, als ich mir eingestehen wollte und ich wurde vor Sehnsucht nach dieser Frau fast verrückt. Noch nie musste ich auf etwas verzichten, dass ich so dringend haben wollte. Dieser Umstand machte mich wütend und traurig, vor allem, weil mir ja bewusst war, wie leicht ich diese Situation ändern konnte. Bella war bereit, sie liebte mich, das hatte sie mir schon mehrfach gesagt. Kurz plagte mich das schlechte Gewissen, weil ich ihre Gefühle nicht so erwidern konnte, wie sie es verdiente, doch ich konnte ja keine Liebe erzwingen. So genau konnte ich nicht ergründen, was ich für sie fühlte. Es war ein Gefühl, das Liebe schon sehr nahe kam.

Ich sehnte mich nach Bella, wollte sie bei mir haben, wollte sie küssen und in meinen Armen halten. Solche Bedürfnisse kannte ich seit Tanya eigentlich nicht mehr, doch bei Bella brachen sie wieder voll aus. Als ich mich heute Morgen für die Hochzeit mit Jessica fertigmachte und auf den Weg zum Standesamt begab, fühlte ich mich wie ein verurteilter Sträfling kurz vor seiner Hinrichtung. Alles in mir sträubte sich dagegen, Jessica zu heiraten und der Gedanke sie jeden Tag ertragen zu müssen, obwohl Bella zum Greifen nahe war, war unerträglich. Trotzdem konnte ich nicht aus meiner Haut und weigerte mich immer noch standhaft meine Gefühle für dieses zauberhafte Wesen zuzulassen. Ich stürzte mich lieber in eine lieblose Ehe, als mich einer Frau zuzuwenden, die mich definitiv glücklich machen würde.

Auf dem Standesamt warteten meine Eltern schon, auch Emmett war mit Rosalie anwesend. Sie ließen mich jedoch wissen, dass es ihnen leid täte, aber sie würden an Bellas Hochzeit sein und nicht auf meiner. Es war mir gleich. Je weniger Zuschauer es gab, bei dieser Farce von einer Hochzeit, desto besser. Meine Mutter nahm mich zur Seite.

„Edward“, sagte sie leise, „Bist du sicher, dass du das hier willst? Ich weiß nicht, was in letzter Zeit mit dir los ist, oder woran es liegt, aber du bist nicht glücklich. Du weißt, dass ich nicht viel von dieser Hochzeit halte, da ich nicht glaube, dass Jessica die Richtige für dich ist. Noch kannst du es dir überlegen!“

Ich sah sie an und war verblüfft. Meine Mutter hatte sich nie in meine Angelegenheiten gemischt. Dass sie es jetzt tat, wunderte mich sehr.

„Ich kann jetzt nicht mehr zurück“, sagte ich fast verzweifelt.

„Es gibt immer einen Weg, Edward!“, sagte sie lächelnd, „Du musst nur wissen, wohin er führt.“

Sofort war Bellas Bild vor meinem inneren Auge und ich wandte mich gequält ab. Jasper kam mit seiner kleinen Freundin, auch sie wollten mir nur Bescheid sagen, dass sie an Bellas Trauung teilnehmen wollten. Ich spürte ihre vorwurfsvollen Blicke auf mir, weil ich durch meine Sturheit und Angst, mich und Bella unglücklich machte. Doch noch immer war ich nicht in der Lage, diese Sache abzublasen.

Jessica kam an, zusammen mit ihren Eltern und einer Schar ihrer nervigen Verwandten. Plappernd und nasal wie immer, drang ihre Stimme bis in meine Gedanken durch und mir blieb nichts anderes übrig, als sie zu begrüßen. Sie strahlte triumphierend, da sie ihrem Ziel eine Cullen zu werden so nah war. Sicherlich, ihre Familie war auch reich, doch es war nicht vergleichbar mit dem Reichtum und dem Prestige des Cullen-Clans. Damit stieg sie in der Hierarchie der guten Gesellschaft noch um einiges höher, da die Cullens eine der ältesten und angesehensten Familien in Seattle waren.

„Psst!“, hörte ich ein Stimme zischen, „Psst, Mr. Cullen!“

Verwundert drehte ich mich um und erblickte Bellas ältere Freundin. Sie sah mich an und winkte mich zu sich. Ich sah mich um. Alle waren mit sich beschäftigt und bis zur Trauung waren noch ein paar Minuten Zeit. Langsam setzte ich mich in Bewegung und stand schließlich vor Mrs. Vogelman, Bellas liebenswerter Freundin, die es faustdick hinter den Ohren hatte.

„Mrs. Vogelman“, sagte ich höflich, „Was verschafft mir die Ehre? Sollten Sie jetzt nicht bei Bella sein.“

„Sie ist noch nicht hier und nennen Sie mich um Gottes Willen Bibi. Mr. Cullen, ich muss mit Ihnen reden.“

„Edward, für Sie Edward“, sagte ich lächelnd. Ich mochte diese alte Dame.

„Edward, ich bitte Sie, gehen Sie nochmal in sich. Sie wollen doch diese Person gar nicht heiraten und Bella will George auch nicht heiraten. Sie tut es doch nur wegen Danny, um das Sorgerecht nicht zu verlieren. Warum sind Sie so verdammt stur? Himmel, glauben Sie ernsthaft, die Gefühle für Bella verschwinden, wenn Sie eine andere heiraten? Ich sag Ihnen was. Es wird nur noch schlimmer werden. Sie haben Ihre erste Liebe verloren und das ist furchtbar, doch Sie haben eine Chance auf ein neues Glück und treten es mit Füßen. Bella würde Sie unendlich glücklich machen, das weiß ich genau. Sie hat so viel Liebe zu geben und ist der reizendste, liebevollste Mensch den es gibt.“

Ich wollte etwas einwenden, doch sie stoppte mich, indem sie warnend die Hand hob.

„Bitte, lassen Sie mich ausreden! Ich weiß, Sie haben jemanden verloren, den Sie sehr geliebt haben. Das ist furchtbar, aber Sie sind nicht der Einzige auf der Welt, der sowas durchgemacht hat. Doch im Gegensatz zu Ihnen, sind die meisten Menschen in der Lage abzuschließen und leben ihr Leben weiterzuleben. Ihre damalige Verlobte wird immer einen festen Platz in Ihrem Herzen haben und Bella verlangt doch auch gar nicht, dass Sie sie vergessen. Wäre es Ihnen nicht möglich etwas Platz zu machen und auch sie in Ihr Herz zu lassen? Ich bin sicher, dass Ihre verstorbene Freundin es gutgeheißen hätte. Sie hätte sicher nicht gewollt, dass Sie unglücklich sind!“

Ich konnte Bibi nicht in die Augen sehen. Sie hatte ja Recht! Doch meine Angst war noch größer, als meine Sehnsucht nach Glück und ich schüttelte abwehrend den Kopf.

„Es tut mir leid! Ich kann das alles nicht. Sagen Sie Bella, es tut mir leid, ja. Ich wollte ihr niemals weh tun, das müssen Sie mir glauben.“

Sie schüttelte ebenfalls den Kopf, sichtlich enttäuscht.

„Da kann man nichts machen, aber einen Versuch war es wert. Ich wünsche Ihnen alles Gute, Edward. Hoffentlich, kommen Sie doch noch zur Vernunft, bevor alles zu spät ist. Ich muss jetzt los, wie Sie sehen, bin ich noch nicht mal umgezogen, da ich Sie noch unbedingt sprechen wollte. Überlegen Sie es sich nochmals. Bellas Trauung findet jetzt doch ein paar Minuten nach ihrer statt, Sie hätten also noch Luft, um es zu verhindern. Herrgott Junge, riskier doch mal was!“

Mit diesen letzten Worten ließ sie mich stehen und ich war verwirrter als je zuvor in meinem Leben. Wie hypnotisiert betrat ich den Trauraum, nachdem wir aufgerufen wurden. Jessica zupfte aufgeregt an ihren Haaren rum, ihre Mutter hatte fette Dollarzeichen in den Augen und meine eigenen Eltern blickten recht bekümmert drein.

„Meine verehrten Damen und Herren!“, begann der Standesbeamte würdevoll, „Wir sind hier zusammengekommen, um Jessica und Edward im Bund der Ehe zusammenzuführen.“

Falsch. Falsch. Falsch. Es war nicht richtig, was ich hier tat, dachte ich panisch und sah in Jessicas überhebliches Gesicht.

„Die Ehe ist ein wichtiger Bestandteil im Leben von zwei Menschen. Wenn zwei Menschen sich finden, die in Liebe miteinander verbunden sind, ist das ein Segen. Nicht alle haben das Glück einen Menschen zu finden, mit dem sie ihr Leben, ihre Sorgen und Nöte und auch die guten Seiten teilen können. Ihr beide, habt euch dazu entschlossen diesen Weg gemeinsam zu beschreiten, bis das der Tod euch scheidet.“

Die Worte des Standesbeamten lösten eine Kettenreaktion bei mir aus. Ich drehte den Kopf, sah zu meiner Mutter, die mich sorgenvoll betrachtete, weiter zu meinem Vater, der neben ihr saß und sie liebevoll im Arm hielt. Verdammt, ich wollte das auch! Ich wollte eine Frau die ich gerne in den Arm nahm, eine Frau die mich um den Verstand brachte und meine Sehnsucht und Lust weckte, eine Frau die mich zum Lachen brachte und manchmal auch vor Ärger platzen ließ, weil sie sich mir nicht unterwarf, sondern mir Paroli bot. Ich wollte mich in weicher Haut, seidigen Haaren, weichen Lippen, braunen Augen und tiefer Weiblichkeit verlieren. Ich wollte Bella!

„Entschuldigen Sie!“, unterbrach ich den Standesbeamten und wandte mich an Jessica, „Es tut mir leid, aber ich kann dich nicht heiraten. Es wäre ein riesiger Fehler!“

Ich ließ sie alle stehen und sah nur noch grenzenlose Erleichterung im Gesicht meiner Mutter. Nachdem sie mich mit Bella erwischt hatte, war ihr klar, dass ich keinerlei Empfindungen für Jessica hatte. Welche Mutter wünschte sich so eine lieblose Ehe für ihr Kind? Meine jedenfalls nicht. Sie wusste nichts über Bella, da ich noch nicht den Mut aufbrachte, ihr von der Frau zu erzählen, die mein Leben in kürzester Zeit durcheinander gebracht hatte. Dies würde ich jedoch noch nachholen, vor allem, da ich nicht wollte, dass Bella von meiner Mutter als eine „Person“ angesehen wurde. Doch jetzt war keine Zeit für solche Überlegungen. Ich musste eine Hochzeit verhindern!

Ich hatte es so eilig, dass ich einen leeren Stuhl umwarf, der mir unglücklicherweise im Weg war. Das Heulen von Jessicas Mutter, wurde untermalt vom wütenden Brüllen ihres Vaters. Jessica selbst, stand wie ein begossener Pudel vor dem Standesbeamten und öffnete immer wieder ihren Mund, doch kein Ton kam heraus. Mein Mitleid hielt sich in Grenzen, sie liebte mich ja nicht. Hastig riss ich die Tür auf und ließ sie knallend wieder zufallen. Wo zur Hölle war der Raum, in der Bellas Hochzeit stattfinden sollte. Eine zarte Hand legte sich auf meinen Unterarm.

„Ich wusste, du würdest zur Vernunft kommen!“, hörte ich Bibi sagen, die mich strahlend anlächelte. Ich konnte nicht anders, als es zu erwidern. „Komm, ich zeige dir den Weg, sie müssen noch ganz am Anfang sein, wir haben also noch Luft.“

Ich nickte und folgte ihr, bis wir vor einer geschlossenen Türe standen. Ich lauschte, ob ich etwas hören konnte und vernahm die Stimme eines Mannes der eine Rede hielt. Gut, sie waren noch nicht soweit.

„Edward, ich gehe jetzt hinein und du kommst dann einfach nach. Jetzt liegt es an dir. Schnapp sie dir!“

Sie öffnete vorsichtig die Türe und ich erhaschte einen flüchtigen Blick auf Bellas exquisite Rückseite. Sie trug einen Hosenanzug und ihr niedlicher Po war das Letzte was ich noch sah, bevor Bibi die Türe wieder schloss. Ich presste das Ohr an die Türe und als ich hörte, wie George die Frage, ob er Isabella zur Frau nehmen wollte, bejahte, öffnete ich sehr leise und vorsichtig die Türe und trat in den Raum. Emmett sah mich als Erster. Überrascht sah er mich an, hielt dann aber den Daumen hoch, signalisierte mir damit sein Okay. Rose folgte seinem Blick und hob in ungläubigem Staunen die Augenbrauen. Jasper und Alice bemerkten mich nicht, weil der seine kreuzunglückliche Freundin tröstete. Alice schien gar nicht begeistert davon, dass Bella diesen George heiratete.

„Miss Isabella Swan, wollen Sie den hier anwesenden George Fitzpatrick Hollister zu Ihrem rechtmäßigen Ehemann nehmen? Ihn lieben und ehren, bis das der Tod Sie scheidet?“

„Nein, will sie nicht!“, sagte ich bestimmend.

Bellas Kopf schoss zu mir, pure Freude glänzte in ihren Augen, als sie mich erblickte und Hoffnung zeichnete sich auf ihrem bildhübschen Gesicht ab. Dann brach die Hölle los. Eine ältere Dame, wohl Georges Mutter, kam empört auf mich zugelaufen, ihre Handtasche in der Luft schwingend, die dann auf mich niedersauste. Ich fluchte und versuchte den erneuten Attacken aus dem Weg zu gehen, wollte nur noch zu Bella, um sie mir zu holen. Die Türe ging auf und eine kreischende, tobende Jessica kam herein, die mir ihren Brautstrauß um die Ohren schlug. Obwohl alle durcheinander schrien und ich von zwei Seiten vermöbelt wurde, war alles bedeutungslos. Ich versank in Bellas Augen und war nur noch glücklich.

„Edward? Edward?“, holte mich Bellas zarte Stimme aus meinen Gedanken und ich blinzelte.

„Was… Was ist?“, fragte ich und sah auf sie nieder. Gott, sie war so süß, wenn sie mich so anlächelte.

„Du warst plötzlich total weggetreten. Ist alles Okay mit dir?“

Es war ein schönes Gefühl, dass sich jemand ehrlich um mich sorgte.

„Ich habe nur daran gedacht, wie es zu all dem gekommen ist. Das war ganz schön knapp.“

„War ja nicht meine Schuld!“, schmollte sie und zog in entzückender Weise ihre Nase kraus. Scheiße, ich mutierte hier noch zum Mädchen, weil sie mich total in ihren Bann zog. Sie konnte machen was sie wollte, ich fand alles nur noch süß, entzückend und niedlich. Ich musste mir dringend wieder einen männlicheren Wortschatz zulegen.

„Das hab ich auch nicht behauptet“, grinste ich sie an und küsste ihre Kehle.

„Wie spät ist es eigentlich?“, fragte sie und suchte in meinem Schlafzimmer nach einer Uhr.

„Es ist kurz vor vier!“, antwortete ich ihr.

„Ernsthaft? Schon! Oh Gott, ich muss zurück, Edward. Ich muss zu Danny.“

„Ich werde dich begleiten. Schließlich habe ich ihm versprochen, dich wohlbehalten bis zum Abend zurückzubringen. Eigentlich habe ich mit besorgten Vätern oder Müttern gerechnet, aber ein Sohn, der auf seine Mummy aufpasst, ist auch nicht ohne“, lachte ich erheitert.

Sie grinste.

„Tja, Danny steht außer Konkurrenz. Möchtest du mit uns zu Abend essen?“

Sie senkte etwas verlegen den Blick und ich hob ihr Kinn an, setzte einen Kuss auf diese wahnsinnig weichen Lippen.

„Sehr gerne, es wird Zeit, dass wir uns kennenlernen, nachdem ich die Hochzeit seiner Mutter gestürmt habe.“

Sie seufzte.

„Du warst so sexy!“

Jetzt lachte ich herzhaft.

„Du findest es sexy, wenn ich von einer verrückten, alten Frau mit einer Handtasche verprügelt werde?“

Sie nickte heftig.

„Das war toll!“, meinte sie begeistert.

„Ich sehe schon, du hast eindeutig eine sadistische Ader“, neckte ich sie.

Sie rächte sich augenblicklich, drehte sich und schwang sich über meine Hüften. Sie stützte sich mit beiden Hände auf meiner Brust ab und unsere intimsten Stellen berührten sich, ohne jegliche Barrieren. Ich spürte, wie ich wieder hart wurde. Nur eine Bewegung mit meinen Hüften und ich wäre in ihr, doch ich wollte unser erstes Mal zu etwas ganz Besonderem machen. Etwas anderes wäre nicht gut genug für Bella. Also hielt ich mich zurück und begnügte mich damit, mich nur an ihr zu reiben. Auch das war verdammt erregend und ihr genussvolles Stöhnen und die Feuchtigkeit die meine Härte benetzte, bewies mir, dass es ihr nicht anders erging.

„Oh Edward“

Ihre Bewegungen auf mir beschleunigten sich, sie neigte den Kopf und bot mir ihre Lippen zum Kuss. Heftig bearbeitete ich ihre Zunge mit meiner, massierte sie ohne Unterlass. Sie kam kurz nach mir und wir sanken erschöpft zusammen. Völlig fertig ruhten wir uns kurz aus, doch dann wurde es Zeit sich fertigzumachen. Ich ließ ihr den Vortritt im Bad, damit sie sich säubern konnte. Gern hätte ich mit ihr gemeinsam geduscht, doch dann wären wir wohl niemals von hier fortgekommen. Ich wollte es mir jedoch nicht am ersten Abend mit Danny verscherzen, indem ich mein Versprechen brach und sie zu spät zurückbrachte. Merkwürdigerweise, hatte ich einen Heidenrespekt vor dem Jungen, vielleicht, weil ich wusste, dass ich eine Beziehung mit Bella vergessen konnte, wenn er sich querstellte.

Wir brachen auf und Bella telefonierte kurz mit Bibi, die Danny bei sich hatte. Nachdem sie das Handy wegpackte, sah sie mich lächelnd an.

„Wir treffen uns in Gino ´s Pizzeria. Ich hoffe, du hast nichts dagegen. Du bist bestimmt anderes gewohnt. “

„Denkst du, ich lebe nur von Hummer und Kaviar? Ich liebe Pizza!“

Sie lachte und sah absolut glücklich und entspannt aus. Es war wirklich schön sie so zu sehen, nachdem ich wohl oft der Grund für ihre Tränen war. Ich wusste eigentlich nicht viel über Bella. Ihre Vergangenheit war mir noch immer unbekannt, ich wusste nicht, ob sie aus Seattle stammte oder wie es zu dem Bruch mit dem Vater ihres Kindes kam. Lebten ihre Eltern noch? Wo waren sie? Was aß sie gerne, welche Farbe war ihre liebste. Fragen über Fragen stapelten sich in meinem Kopf und ich konnte es gar nicht erwarten, alles über Bella herauszufinden. Jetzt, wo ich mich dazu entschlossen hatte, uns eine Chance zu geben, ging es mir gar nicht schnell genug. Es war in ihrem Sinne, da war ich mir sicher und ich wollte sie glücklich sehen. Um das zu erreichen, gab es noch einen Punkt, eine Sache, die sie belastete. Der Sorgerechtsprozess!

Gleich Morgen würde ich meinen Anwalt einschalten, um dieser Farce ein Ende zu bereiten. Ich lächelte grimmig! Dieser Kerl würde mit fliegenden Fahnen untergehen und Danny nicht mal von hinten sehen, wenn Bella es nicht genehmigte. Er mochte den besten Anwalt haben, den man für Geld kriegen konnte, doch gegen die Cullens würde er oder sie nicht ankommen. Wir waren eine mächtige Familie und mein Urgroßvater war einst in Seattle der oberste Richter. Niemand würde es wagen, gegen uns zu entscheiden und ich würde dafür sorgen, dass Bella so schnell wie möglich meine Frau würde. Auch eine große Verlobungsanzeige in unserer Zeitung, deren Besitzer die Cullens rein zufällig waren, wäre von Vorteil, um die Fronten zu klären. Eigentlich konnte Dannys Vater gleich seine Sachen packen und von dannen ziehen. Ich war so in Gedanken versunken, dass ich gar nicht merkte wie Bella mich an der Hand in die Pizzeria schob und zu einem Ecktisch führte. Erst Dannys Stimme riss mich wieder aus meiner Traumwelt.

„Mum, da bist du ja endlich.“

Sie ließ augenblicklich meine Hand los und nahm den Jungen in die Arme. Interessiert beobachtete ich dieses Szenario und war fasziniert von der Tatsache, dass sie so liebevoll mit ihrem Sohn umging. Sie war eine echte Mama und das machte sie in meinen Augen nur noch besonderer. Bibi lächelte strahlend und wir setzten uns alle. Ich wurde von Danny gemustert, vorsichtig aber auch neugierig. Ich konnte keinerlei Abneigung in seinen Augen erkennen und hoffte wirklich, dass ich es nicht versauen würde.

„Was habt ihr denn den ganzen Tag gemacht?“, fragte er arglos und ich wurde zum allerersten Mal in meinem Leben rot und verschluckte mich an meinem Wasser, das auf dem Tisch stand.

Bella klopfte mir auf den Rücken, selbst puterrot im Gesicht, während Bibi sich hinter ihrer Serviette versteckte, um ihr Lachen zu verbergen. Fragend sah mich das Kind an und ich suchte krampfhaft nach einer Antwort. Bibi erbarmte sich.

„Danny, deine Mama und Edward hatten viel zu besprechen! Das dauert eben, da Erwachsene manchmal kein Ende finden.“

„Wirst du meine Mama heiraten?“

Danny kam gleich auf den Punkt, das gefiel mir.

„Wenn du es erlaubst, dann werde ich sie heiraten. Ich mag deine Mutter sehr, weißt du.“

Danny grinste.

„Ich weiß, das sieht man. Ihr guckt euch immer so lustig an.“ Er machte einen leidenden Gesichtsausdruck, der wohl sehnsüchtig aussehen sollte und ich fragte mich tatsächlich, ob ich Bella wirklich so ansah. Diese vergrub verlegen das Gesicht in den Händen und ich zwinkerte dem kleinen Kerl zu. Er grinste nur noch mehr.

Der Kellner kam und wir bestellten unsere Pizzen, die schon nach kurzer Zeit serviert wurden. Ich wollte schon ein Stück abschneiden und in den Mund schieben, als alle drei mich entrüstet ansahen. Verwirrt blickte ich zurück und fragte mich, was zur Hölle ich jetzt schon wieder falsch gemacht hatte.

„Du isst die Pizza falsch!“, sagte Danny prompt, „Wir essen erst den Belag und dann den Teig!“, forderte er unmissverständlich.

Ich schluckte, sah dass von Bella und Bibi keine Hilfe zu erwarten war und fing an mit der Gabel den Belag von der Pizza zu kratzen, um ihn zu essen. Es erschien mir fast schon blasphemisch, sie auf diese Art zu verspeisen, aber wenn es das Kind und Bella glücklich machte, dann bitte. Bella grinste nur und zwinkerte mir zu. Unser Start, war besser als gedacht. Jetzt musste ich nur noch meine Eltern mit Bella bekanntmachen und ihnen gleich noch einen Enkel präsentieren.

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