Inhalt:

Bella Swan ist alleinerziehende Mutter eines fünfjährigen Sohnes. Mit zwei Stellen hält sie sich grad so über Wasser. Tagsüber arbeitet sie in einem Schnellrestaurant und am Wochenende in einem angesagten Club. Dort lernt sie Edward Cullen kennen. Der ist reich, gelangweilt und eiskalt. Er macht Bella ein unverschämtes Angebot. Gegen Bezahlung soll sie seine Geliebte werden. Empört lehnt sie dies ab........ Pairing Bella/Edward

© by Vivian (Die Charaktere gehören Stephenie Meyer)

Donnerstag, 25. November 2010

Kapitel 63 - Der Klügere gibt solange nach, bis er der Dumme ist

Bellas PoV

Überrascht ausgerechnet James hier anzutreffen, blieb mir der Mund offen stehen.

„James!!“

„Sie sehen überrascht aus“, sagte er sichtlich amüsiert und blickte auf mich hinunter. Mir fiel gerade auf, dass sämtliche Männer in meinem unmittelbaren Bekanntenkreis mich aussehen ließen wie einen Zwerg. Wie hielt Alice das nur aus? Sie hatte das neben jedem lebenden, menschlichen Wesen.

„Entschuldigen Sie James!“, brachte ich schließlich lachend heraus. Mir war als hätte Bibis Strafpredigt sämtliche Sperren in meinem Kopf gelöst, und mein Sinn für Humor wagte sich Schritt für Schritt wieder aus dem Loch, in dem er sich verkrochen hatte. Ich fühlte mich frei und unbeschwert und der Anblick von James brachte mich nicht wirklich aus dem Konzept, wenngleich er unerwartet kam. Zeitlich hätte er sich aber keinen schlechteren Zeitpunkt aussuchen können. So sehr ich mich auch freute ihn wiederzusehen, so zog es mich doch mit jeder Faser zu Edward. Doch ich war zu höflich, um James gleich nach der Begrüßung wieder stehenzulassen.

„Mit ihnen hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Was machen sie hier?“

„Ich bin mit einem Fotografen und meiner neuen Assistentin unterwegs. Wir wollen einige Aufnahmen für die Immobilienmakler machen,  damit die eine Vorstellung davon bekommen, was für Ladenlokale wir für unsere Diner-Kette suchen.“

„Stimmt, aus dem Grund waren sie ja damals hier“, bestätigte ich ihm. Das hatte ich fast schon vergessen, es schien eine Ewigkeit her zu sein. Es kam mir vor wie ein anderes Leben und im Grunde genommen war es auch so.  Ich konnte mich noch gut an Edwards zermürbende Eifersucht erinnern, als James mir Avancen gemacht hatte. Wenn er zu diesem Zeitpunkt schon gewusst hätte, wie weit ich davon entfernt war einen anderen Mann haben zu wollen, dann hätte er sich sicher nicht wie ein Neandertaler aufgeführt. James hatte ich danach nicht mehr wiedergesehen und ehrlich gesagt, auch keinen Gedanken mehr an ihn verschwendet. Woran ich mich aber gut erinnern konnte, war seine freundliche und ungemein höfliche Art.  Was er wohl von Tanyas Rückkehr hielt? Immerhin war er vor Edward mit ihr zusammen gewesen und hatte diese Frau ebenso geliebt wie mein Mann.

James Lächeln verschwand und er sah mich ernst an.

„Wie geht es ihnen, Bella?“

Ich wusste genau, worauf seine Frage abzielte. Er hatte natürlich –wie der Rest der Welt auch- von Tanyas Rückkehr erfahren und dachte sich bestimmt seinen Teil. Kurz überlegte ich, ob ich ihm die offizielle Version meiner Gefühlslage auftischen sollte, doch ich entschied mich für den Mittelweg.

„Die Dinge sind ein wenig aus dem Gleichgewicht geraten, aber ich arbeite daran“, meinte ich diplomatisch.

Er warf lachend den Kopf in den Nacken.

„Bella, ich verstehe immer mehr, warum Edward so verrückt nach ihnen ist. Sie sind nicht gerade auf den Mund gefallen.“

Grinsend hob ich die Schultern.

„Man tut was man kann.“

„Haben sie noch fünf Minuten für einen Kaffee?“

Eigentlich wollte ich schnellstmöglich zu Edward, aber James fragte so nett, und auf fünf Minuten kam es nun wirklich nicht mehr an.

„Sicher“, meinte ich lässig und deutete mit dem Kopf Richtung Restaurant. „Lassen sie uns rausgehen.“

Er folgte mir und ich führte James unter den neugierigen Blicken meiner Freundinnen an einen der hinteren Tische. Sie tuschelten miteinander  und ließen uns keine Sekunde aus den Augen. Ich versuchte nicht darauf zu achten und einen möglichst unbeteiligten Eindruck zu erwecken. So wie ich die drei kannte, würden sie mich später sowieso mit Fragen über meinen attraktiven Begleiter löchern. Wir setzten uns einander gegenüber, bestellten bei einer neugierig dreinblickenden Cynthia einen Kaffee, und warteten, bis sie ihn uns brachte. Aus dem Augenwinkel sah ich eine sehr hübsche Rothaarige die immer wieder zu uns sah, während sie auf ihr Handy einredete. Sie trug ein elegantes Kostüm und wirkte dabei ungemein seriös, sowie geschäftstüchtig.

„Ihre Assistentin?“,  fragte ich neugierig und sah in ihre Richtung.

James nickte.

„Ja, das ist Victoria. Sie ist noch nicht lange bei mir, macht ihren Job aber sehr gut. Sie kommt frisch vom Studium und ist dementsprechend motiviert. Heutzutage ist leider auch das eine Seltenheit.  Viele wollen nur schnell Karriere machen und sehen nicht die Arbeit die dahintersteckt.“

„Gutes Personal ist schwer zu finden“, bestätigte ich, obwohl ich nicht wirklich Ahnung hatte.

„Wem sagen sie das.“ Er räusperte sich vernehmlich. „Bella, wenn wir uns schon so unvermutet hier treffen, darf ich sie fragen, wie Edward auf Tanyas Rückkehr reagiert hat?“

Unschlüssig biss ich mir auf meine Lippen. Sollte ich ihm wirklich davon erzählen? Ich kannte James ja kaum, doch ich fühlte mich trotzdem ein wenig mit ihm verbunden. Wir beide hatten auf unterschiedliche Weise unter der Beziehung zwischen Edward und Tanya gelitten. Ich tat es in gewisser Weise immer noch, bei James war ich mir da nicht sicher.

„Er ist verwirrt“, sagte ich schließlich.

„Das kann alles und nichts heißen“, lachte er halbherzig.

Er war wirklich hartnäckig.

„Das Problem bin ich selbst“, gab ich zu und senkte den Blick auf meine verschränkten Hände, die auf der Tischplatte lagen. „Edward beteuert, dass er mich liebt, aber ich habe ihm seit ihrer Rückkehr ständig Vorwürfe gemacht. Ich tue mir schwer ihm ganz zu vertrauen.“ Ich seufzte. „ Sie können sich vielleicht vorstellen, dass das nicht unbedingt die beste Ausgangsposition für eine glückliche Ehe ist.“

„Ist was passiert?“, fragte er mitfühlend und legte eine Hand auf meine. Die Rothaarige ließ bei dieser Geste ihres Chefs ihr Handy fallen, was ich mehr nebenbei registrierte. Rasch hob sie es auf und drehte uns den Rücken zu.

„Es gab da einen Vorfall“, fing ich an.  „Ich möchte aber nicht näher darauf eingehen. Auf jeden Fall haben wir uns gestritten und seitdem ist der Wurm drin. Ehrlich gesagt gehe ich ihm seit einer Woche aus dem Weg, wo es geht. Es läuft im Moment nicht sehr gut zwischen uns.“

Jetzt war es raus. Zwar hatte ich ihm nur die Kurzversion geschildert, aber mehr brauchte er auch nicht zu wissen.

„Edward liebt sie, ich hoffe sie wissen das.“

Das kam ihm ganz leicht über die Lippen, ohne zu Zögern sagte er mir das auf den Kopf zu. Ich musste lächeln.

„Das sage ich mir auch ständig“, erwiderte ich. „Nur manchmal stehe ich mir selbst im Weg. Eine gute Freundin hat mir  heute erst auf den Kopf zugesagt, wenn ich nicht endlich akzeptiere, dass er eine Vergangenheit hat, dann sollte ich es lieber ganz bleiben lassen.“

Alarmiert hob James die Brauen. Es war schon unglaublich. Er wünschte Edward immer noch das Beste, obwohl ihre Freundschaft durch Tanya einst einen schweren Schlag erlitten hatte.

„Sorgen sie sich nicht, James. Ich denke gar nicht daran, es soweit kommen zu lassen. Edward ist mein Mann, und daran wird sich auch in absehbarer Zeit nichts ändern.“

„Er hat wirklich Glück“, erwiderte James sanft. „Sie werden einander sehr glücklich machen, wenn sie es schaffen ihre Probleme zu überwinden. Sie sollten wirklich miteinander sprechen, Bella. Ich kenne Edward. Auch wenn es nach außen hin nicht so wirkt, so braucht gerade er das Gefühl geliebt zu werden. Wissen sie, Männer neigen dazu, den größten Unsinn zu machen, wenn sie sich zurückgewiesen fühlen.  Sagen sie ihm, dass sie ihn immer noch lieben und an ihm festhalten werden! Er braucht das. Und sollten sich immer noch Zweifel hinsichtlich seiner Gefühle für Tanya haben, kann ich ihnen versichern, sie ist keine Gefahr für sie. Weder jetzt noch in Zukunft.“

Nachdenklich spielte ich mit dem Ehering an meinem Finger. Er war das Symbol meiner Liebe zu Edward und ich wollte ihn für den Rest meines Lebens tragen. Zuversichtlich hob ich den Blick und sah James fest in die Augen.

„Sie haben Recht. Edward liebt mich und ich ihn.“, flüsterte ich leise. „Und ich denke, ich sollte jetzt zu ihm, und ihm das auch zu sagen.“

James erhob sich augenblicklich und streckte mir die Hand zum Abschied hin. Ich nahm sie und fühlte den festen Druck. James war ein unglaublich anständiger Kerl und Edward konnte sich glücklich schätzen, ihn seinen Freund nennen zu dürfen.

„Dann will ich dem jungen Glück nicht weiter im Weg stehen. Richten sie ihm Grüße von mir aus und er soll keinen Blödsinn machen.“

„Darauf können sie sich verlassen.“

Ich sah ihm noch nach wie er zu der Rothaarigen ging, leise auf sie einsprach und sie dann charmant angrinste.  Mir fiel auf, dass James gar nicht erwähnt hatte, wie er zu Tanyas Rückkehr stand. Doch als ich ihn mit dieser jungen Frau beobachtete, wurde mir klar, dass zumindest er mit diesem Kapitel abgeschlossen hatte. Für ihn war sie wirklich nur eine längst vergangene Liebe. Nach einem letzten Blick auf die beiden, stand ich auf, um zu den anderen an den Tisch zurückzukehren. Doch ich hatte nicht achtgegeben und wurde in die Sitze zurückgedrückt. Alle drei waren sie zu mir geschlichen und  jetzt wurde ich förmlich von ihnen eingequetscht. Links von mir saß Alice und auf der rechten Rosalie. Bibi begnügte sich mit dem Stuhl an der Längsseite und grinste amüsiert. Der Grund war Rosalie. Sie sah aus wie das Jüngste Gericht, als sie sagte.

„Spuck´s aus! Wer war das?“

Grinsend lehnte ich mich zurück. War ja klar, dass ich nicht davonkommen würde.

„Das war Tanyas Ex.“

Alice machte ein verwirrtes Gesicht.

„ Häh! Hab ich da was nicht mitbekommen?“, grübelte sie irritiert. „Ich dachte Edward wäre der Ex von dieser Zombiebraut.“

Bei der Bezeichnung konnte ich mir ein Lachen nicht verkneifen. Es war nicht sehr charmant Tanya als Zombie zu bezeichnen, auch wenn sie theoretisch eine lebende Tote war.

„Sie hatte ihre Finger eben überall“, gluckste ich. Immerhin war ich jetzt in der Lage Witze über sie zu machen. Mit ein bisschen Glück hielt dieser Zustand noch eine Weile an und ich verfiel nicht wieder in meine selbstzerstörerischen Grübeleien. Bibi musterte mich zufrieden, während ich auf einer Wolke der Fröhlichkeit dahinflog. Meine Stimmungsschwankungen waren wirklich phänomenal, wie schon die ganze letzte Zeit. Himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt, war die beste Umschreibung meines Gemütszustandes, wobei letzteres eindeutig überwogen hatte. Im Augenblick sprudelten aber die Glückshormone wieder, ausgelöst durch Bibis harte, aber ehrliche Kritik an meinem Verhalten. Die ganze Zeit hatte ich ein Brett vor dem Kopf gehabt. Das hatte sie mir weggezogen und mir damit ordentlich eins übergebraten.

Himmel, ihre Strafpredigt war wie eine Wunderheilung für mich gewesen! Momentan fühlte ich mich wie auf Drogen, weil ich es kaum erwarten konnte Edward endlich zu sehen. Ich hatte zwar keine Ahnung was ich sagen sollte, aber mir würden die passenden Worte schon einfallen, wenn er vor mir stand. Scheiß auf Tanya und die Vergangenheit, dachte ich aufgedreht und nahm meine Handtasche.

„Ladies, ich habe etwas Wichtiges zu erledigen. Ihr müsst heute Nachmittag leider auf mich verzichten.“

„Wo willst du denn hin?“, fragte Rosalie erstaunt.

Ein Strahlen musste über Gesicht laufen, denn sie alle fingen bei meinem Anblick an zu lächeln.

„Ich geh jetzt meinen Mann verführen“, erzählte ich so freimütig, als würde ich übers Wetter plaudern. Nach diesem Satz winkte ich meinen Freundinnen noch übermütig zu und ging mit wiegenden Hüften auf die Tür zu.

Unter lautem Gejohle verließ ich das Restaurant und mein war Kopf wahrscheinlich so rot wie ein ganzes Erdbeerfeld. Normalerweise erzählte ich nicht herum, wann und wo ich Sex haben wollte, doch heute war sowieso alles egal. Der Weg zu meinem Wagen war nicht weit und als ich endlich darin saß, holte ich erst Mal tief Luft. Was genau wollte ich jetzt eigentlich machen? Meine Finger klopften nervös auf dem Lenkrad herum, während ich überlegte. Sollte ich einfach in sein Büro stürmen und ihn aus einer Besprechung holen? Plötzlich kam mir diese Möglichkeit wenig verlockend vor. Edward und ich hatten uns ziemlich voneinander entfernt. Ihn einfach bei der Arbeit zu überfallen und ihn dort auf den nächstbesten Schreibtisch zu ziehen, kam mir plötzlich billig vor. Nicht, dass so etwas nicht seinen Reiz gehabt hätte, doch diese Variante wollte ich mir doch lieber für einen anderen Anlass aufsparen. Ich hatte mich ihm gegenüber mehr als unfair verhalten, indem ich ihn in den letzten Tagen einmal zu oft signalisiert hatte, dass er mich nicht anfassen sollte. Ich schlug den Kopf gegen den Lenker. Das hast du wieder mal prima hinbekommen, Bella, dachte ich gefrustet. Jetzt musste ich mir etwas Besonderes ausdenken, um das wieder gutzumachen. Er verdiente es in einer romantischen und erotischen Atmosphäre verführt zu werden und nicht am helllichten Tag in seinem Büro.

Doch eine zündende Idee hatte ich nicht, bis mir etwas Entscheidendes einfiel. Edward besaß doch noch seine Wohnung, wo wir die erste gemeinsame Nacht miteinander verbracht hatten. Dort wären wir ungestört und die Atmosphäre war in seiner ehemaligen Junggesellenbehausung mehr als sexy. Nicht mal die Tatsache das er dort mit unzähligen anderen Frauen geschlafen hatte, störte mich. Das Bett war ohnehin als Erstes rausgeflogen und durch ein neues ersetzt worden. Ein erwartungsvoller Schauer überlief mich, als ich an die nagelneue Spielwiese dachte, die jetzt in unserem Schlafzimmer stand. Ich konnte ihn dorthin bestellen unter dem Vorwand mit ihm reden zu wollen – was ja an sich nicht gelogen war - ein Essen organisieren und ihm mein Herz ausschütten. Oh ja, genau so würde es ablaufen. Ich konnte es kaum noch abwarten. Mein ganzer Körper und meine Seele sehnten sich nach ihm. Die letzten Tage waren für uns beide qualvoll gewesen und ich wollte nie wieder so eine Distanz zwischen uns haben.

Mit einem vorfreudigen Lächeln drehte ich den Zündschlüssel um und fuhr los.
*~*~*
                               
Auf der Suche nach Esme lief ich durch das halbe Haus. Bevor ich den ganzen Abend planen konnte, musste ich sichergehen, dass sie und Carlisle am Abend zuhause sein würden. Nur mit dem Personal wollte ich Danny nicht in dem großen Haus zurücklassen, auch wenn die Leute die dort arbeiteten, allesamt absolut vertrauenswürdig waren. Doch ein kleiner Junge der nachts aufwachte, brauchte ein Bezugsperson der er vertraute. Esme und Carlsile waren innerhalb kürzester Zeit dazu geworden und ich hatte keinerlei Bedenken ihn bei ihnen zu lassen. Doch dazu musste ich sie erst mal finden. Meine Füße lenkten mich automatisch Richtung Bibliothek und ich hatte Glück. Esme war darin und blätterte in einem dicken, ledergebundenen Wälzer herum.

Sie schaute auf, als sie mein leises Klopfen hörte und lächelte.

„Bella, du bist ja schon da“, wunderte sie sich. „Wolltest du nicht mit deinen Freundinnen etwas unternehmen?“

„Geplant war das schon, aber mir ist was wirklich Wichtiges dazwischengekommen.“

Ihr Blick war neugierig, fragend.

„Was denn?“, fragte sie schließlich.

Leise schloss ich die Tür hinter mir und ging auf sie zu. Esme sah wie immer absolut wundervoll aus. Ihr grünes Kleid harmonierte perfekt mit ihrer blassen Haut und den seidigen goldbraunen Haaren. Sie wirkte wesentlicher jünger, als fast fünfzig, und strahlte eine unglaubliche Wärme und Zufriedenheit aus. Ich vertraute ihr uneingeschränkt. Obwohl wir uns noch nicht sehr lange kannten, war  sie mir sehr wichtig geworden. Zwar war sie für mich kein Mutterersatz- diese Position würde immer Bibi innehaben - aber sie war meine Freundin geworden.

„Ich würde gerne den Abend ganz allein mit Edward verbringen, und müsste dafür einige Dinge vorbereiten. Eigentlich wollte ich von dir nur wissen, ob du heute Abend zuhause bist. Wegen Danny“, setzte ich noch hinzu.

Ein tiefer Seufzer entfloh ihr.

„Gott sei Dank!“, entfuhr es ihr. „Ich habe schon gedacht, ihr würdet gar nicht mehr miteinander reden. Edward war furchtbar geknickt, weil ihr euch so entfremdet habt.“

Mein schlechtes Gewissen erwachte sofort und hob vorwurfsvoll den Kopf in die Höhe. Alle hatten gemerkt, wie es um mich und Edward stand. Mir war gar nicht bewusst gewesen, wie auffällig mein kühles Verhalten gewesen sein musste, wenn sogar Esme ein Stein vom Herzen fiel bei meiner Bitte. Es war nicht so, dass Edward und ich uns gestritten hätten. Wir redeten durchaus noch miteinander, aber ich war jeder zärtlichen Geste seinerseits aus dem Weg gegangen. Es gab keine Umarmungen und zärtlichen Küsse mehr, weder in Gesellschaft, noch wenn wir allein waren. Jedes Mal wenn er den Versuch gemacht hatte, fand ich einen Vorwand um mich aus seinen Armen herauszuwinden. Mein verzeihenden Worte nach dem Tanya-Debakel waren etwas voreilig gewesen, denn von  richtigem verzeihen konnte keine Rede sein.  Es war eher ein stillschweigendes Übereinkommen die Situation einfach totzuschweigen.  Ein gravierender Fehler und ein völlig falscher Weg den ich eingeschlagen hatte. Sein verletzter Gesichtsausdruck verfolgte mich jetzt und ich hatte plötzlich Angst, dass meine Einsicht viel zu spät kam. James Worte kamen mir in den Sinn. „Männer neigen dazu, den größten Unsinn zu machen, wenn sie sich zurückgewiesen fühlen.“


„Glaubst du, er wird mir verzeihen?“, fragte ich verzagt.

Esme lächelte.

„Wenn du ihm verzeihst, wird er dir verzeihen, Bella. Die Ehe, ach was, Beziehungen sind ein Geben und Nehmen. Das eine funktioniert nicht ohne das andere. Edward hat ziemlichen Mist gebaut.“ Sie lächelte über meinen Gesichtsausdruck. „Schau nicht so, Bella. Ich bin nicht blind für die Fehler meines Sohnes. Er macht ab und an ziemliche Dummheiten und denkt nicht nach. Jedenfalls kann ich dich verstehen und kann dich nicht dafür verurteilen, weil du gerade ein wenig auf Abstand gehst. Mir ist es damals mit Carlisle nicht viel anders ergangen. Aber man muss auch verzeihen können und irgendwann auch vergessen, sonst wird es immer zwischen euch stehen.“

Das waren sinngemäß so ziemlich die gleichen Worte, die Bibi mir an den Kopf geworfen hatte. Nur mit dem Unterschied, dass Esme mein Verhalten verstand. In ihr hatte ich eine wertvolle Verbündete.

„Ich bin froh, dass du das so siehst. Ich liebe Edward“, sagte ich voller Inbrunst, „und will ihn nicht verlieren.“

„Das freut mich sehr, Liebes.“

Dieser Kosename schien irgendwie in der Familie zu liegen.

„Ich werde heute noch mit ihm sprechen, Esme. Er soll wissen, dass sich an meinen Gefühlen für ihn nicht das Geringste geändert hat. Ich hoffe nur, dass es nicht zu spät ist.“

„Bella, Liebes, für euch wird es nie zu spät sein. Ihr beide gehört einfach zusammen und du bedeutest Edward so unendlich viel. Seine Augen strahlen eine solche Zufriedenheit und eine solche Liebe aus, wenn er von dir spricht. Lass dich von Tanyas Rückkehr nicht durcheinanderbringen, auch wenn er es im Moment ist. Er wird dich nie verlassen, Liebes. Du bist sein Ein und Alles.“

Es tat so gut, das zu hören. Sie war seine Mutter, keiner kannte ihn so gut wie sie. Er hatte mir versprochen Tanya hinter sich zu lassen und ich musste ihm das endlich glauben. Heute Abend würde ich ihm beweisen, dass ich ihm in der Hinsicht vertraute. Die Sache im Büro hatte ihn überrumpelt und er war bestimmt zu überrascht gewesen, um zu reagieren. Sowas würde er mir nicht noch mal antun, und Tanya vor mich stellen. Er hatte es mir versprochen.

„Also kann ich mit dir rechnen?“

„Natürlich. Ich werde mir mit Carlisle einen gemütlichen Abend zuhause machen. Danny schläft sowieso wie ein Stein, es ist also keine Mühe.“

„Vielen Dank!“, sagte ich erleichtert und wollte mich schon verabschieden. Ich musste ja noch Edward anrufen, und ihn bitten am Abend ins Penthouse zu kommen. Doch Esmes Ausruf „Bella, warte noch einen Augenblick!“, hielt mich zurück.

„Ja?“

Sie wirkte für einen Moment unschlüssig, als ob sie sich nicht sicher war, ob sie weitersprechen sollte. Doch dann straffte sich ihr zarter Körper und sie sah mich entschlossen an.

„Es gibt da noch was. Sollte sich das zwischen dir und Edward wider Erwarten doch nicht gleich klären, möchte ich dir eine Alternative anbieten.“

„Ich verstehe nicht…“

„Ich habe ein Haus, von dem außer Carlisle niemand weiß. Manchmal sind Männer etwas schwer von Begriff und sollte Edward sich wegen verletzter Eitelkeit  stur stellen, dann möchte ich dir eine Rückzugsmöglichkeit bieten. Manchmal braucht man einfach ein bisschen Abstand, um nachdenken zu können. Außerdem ist so ein plötzliches Verschwinden für manche Männer ziemlich heilsam. Es gibt Zeiten, da muss man das was man liebt, erst verlieren, ehe man es wirklich zu schätzen weiß. Solltest du so einen Ort zum Nachdenken und abschalten jemals brauchen, dann komm zu mir und du bekommst die Schlüssel.“

Dankbar blickte ich auf meine Schwiegermutter.

„Oh Esme, ich bin dir für deine Unterstützung und dein Angebot sehr dankbar, aber ich glaube nicht, dass das notwendig werden wird. Aber es ist lieb von dir, dass du so zu mir hältst.“

Ich umarmte sie fest und fühlte mich in ihrer Nähe geborgen. Esme würde immer ein offenes Ohr für mich und meine Probleme haben. Im Grunde war ich wirklich gesegnet. Es gab so viele Menschen die mir halfen und zur Seite standen, wenn es mir nicht gutging.

„So“, meinte Esme dann aufgeräumt und löste sich aus meiner Umklammerung. Ihre Augen schwammen Tränen der Rührung. „Wir sind zwei richtige Heulsusen. Du hast bestimmt noch einiges vorzubereiten, außerdem musst du Edward noch anrufen.“

Ich nickte und wischte mir  selbst unauffällig eine Träne aus dem Augenwinkel. Warum wir Frauen auch immer gleich so sentimental werden mussten.

„Ich lass dich allein. Hier bist du ungestört, wenn du mit ihm telefonierst“, schlug Esme mir vor. Sie küsste mich auf die Wange. „Viel Spaß, Liebes. Sprecht euch richtig aus, dann wird alles gut.“

Ich wartete, bis sich die Tür hinter ihr schloss und ging auf den Schreibtisch zu. Mit zitternder Hand griff ich nach dem Hörer und ließ ihn prompt fallen. Erschrocken fasste ich mit der anderen danach und hielt ihn dann mit beiden Händen fest.

„Verdammt“, murmelte ich und atmete tief ein. Ich packte den Hörer fester und fing an Edwards Nummer im Büro zu wählen. Prompt landete ich wieder bei meiner „Freundin“ Miss Dawson.

„Cullen Industries. Sie sind verbunden mit dem Sekretariat von Edward Cullen, was kann ich für sie tun?“

Mit leichtem Grinsen stellte ich mir ihr Gesicht vor, während ich sprach.

„Hier ist Mrs. Cullen. Wie es aussieht scheint mein Mann wieder mal verhindert zu sein“

Die Nummer die ich gewählt hatte, war die direkte Durchwahl in sein Büro. Da Miss Dawson das Gespräch annahm, ging ich automatisch davon aus, dass er nicht anwesend war. Er würde es nicht wagen, sich ein weiteres Mal in seinem Büro mit Tanya zu treffen. Die Gefahr aufzufliegen war zu groß, und das traute ich ihm wirklich nicht zu. Er würde mich nicht bewusst hintergehen. Miss Dawson fiel wohl aus allen Wolken, als sie meine Stimme erkannte.

„Mrs.Cullen!“, schallte es mir aufgeregt entgegen. „Bitte, warten sie nur einen Moment. Ich soll sie sofort verbinden, falls sie anrufen.“

Jetzt aber! Edward verfiel ja regelrecht in Aktionismus und ich schmunzelte leicht. Ich würde wohl nie wieder lange warten müssen, wenn ich mit ihm sprechen wollte. Amüsiert über Miss Dawsons hörbar schlechtem Gewissen mir gegenüber, und über Edwards Anweisung mich augenblicklich zu ihm durchzustellen, hörte ich dem üblichen Gedudel in der Warteschleife zu, ehe ich tatsächlich seine Stimme hörte.

„Bella?“

Er klang ein bisschen ungläubig. Mit einem Anruf von mir hatte er sicher nicht gerechnet. Unsere Gespräche hatten sich auf höflichen Smalltalk und allgemeine Kleinigkeiten beschränkt, die aber alle nicht sonderlich wichtig waren. Sie rechtfertigten jedenfalls keinen Anruf und so musste er schon überrascht darüber sein, dass ich ihn in unserer besonderen Situation mitten am Tag anrief.

„Hey, störe ich gerade?“

Sein Ausatmen, als hätte er die Luft angehalten, war sogar durchs Telefon zu hören.

„Ich bin gerade auf einer Vorstandssitzung, aber für Notfälle kann man das schon mal unterbrechen.“

„Bin ich denn ein Notfall?“

Mein Ton war leicht, fast schon heiter.

„Kommt darauf an, wie man es sieht. Ist es einer?“, meinte er etwas gezwungen. Ich seufzte innerlich. Das würde nicht ganz so einfach werden. Edward war misstrauisch und traute meiner Laune wohl nicht. Ich hatte mit meinen dummen Zurückweisungen in den letzten Tagen ziemlichen Schaden angerichtet. Früher hätte er mir eine unverschämte oder flapsige Antwort gegeben. Jetzt bekam ich nur eine ziemlich zurückhaltende Gegenfrage um die Ohren gehauen. Das hast du dir selbst zuzuschreiben, Bella, dachte ich schuldbewusst.

„Edward, ich würde mich gerne mit dir in der Penthousewohnung treffen. So gegen acht. Geht das?“

Stille.

„Bist du noch dran?“

Immer noch keine Antwort.

„Edward?!“

„Ich bin noch dran“, kam es ziemlich kühl. Oha, er konnte das genauso gut wie ich, wenn nicht sogar besser.

„Warum?“

Er machte es mir wahrhaftig nicht einfach, aber ich hatte keine Lust das lang und breit am Telefon zu diskutieren.

„Können wir das nicht heute Abend besprechen? Es ist wirklich wichtig, Edward.“

„Dann um acht. Gibt es sonst noch etwas?“

Auch wenn die Frage unhöflich klang, so bildete ich mir ein, dass seine Stimme weicher geworden war. Wenigstens ein kleiner Lichtblick.

„Nein, das wäre fürs Erste alles. Bis dann“, sagte ich sanft.

„Ich muss jetzt auflegen, Bella. Die warten alle schon. Bis heute Abend.“

Er hatte aufgelegt, bevor ich noch etwas sagen konnte, doch böse war ich ihm nicht. Edward war ein stolzer Mann. Es fiel ihm nicht leicht über seinen Schatten zu springen, eine Charaktereigenschaft die wir in jedem Fall gemeinsam hatten. Aber nicht mehr lange, dachte ich entschlossen. Ich würde springen, und zwar so hoch, dass es für uns beide reichen würde.







Zufrieden betrachtete ich mich im Spiegel, während mein Blick immer wieder zur Uhr huschte. Ich verspürte eine angenehme Unruhe, war aufgeregt und sehnsüchtig, wie ein Mädchen vor ihrem ersten Date. Halb acht! Gott, die Minuten krochen wirklich im Schneckentempo dahin. Zum wohl tausendsten Mal zupfte ich an meinen Haaren herum, prüfte ob der lockere Chignon auch halten würde, oder ob mein leichtes Make-up noch okay war. Das Essen stand bereit. Ich hatte es liefern lassen, da ich nicht den Nerv gehabt hatte, selbst zu kochen. In meiner Nervosität hätte ich sowieso nur alles anbrennen lassen. Auch der Tisch war schon längst gedeckt, nichts aufwendiges,  dafür aber stilvoll und elegant. Silberbesteck, blütenweiße Servietten und feinstes Porzellan warteten darauf ihren Zweck zu erfüllen. Langsam strich ich mir über das rote Kleid, das ich getragen hatte, als Edward mich das erste Mal geküsst hatte. Der Rücken war frei und ich trug keinen BH, wie damals. Doch irgendwas war anders, als an jenem Abend im Club. Angestrengt überlegte ich, was genau mich störte, bis es mir wie Schuppen von den Augen fiel. Mein Haar! Ich hatte es offen getragen. Sofort hob ich ganz automatisch meine Hände an den lockeren Knoten und löste ihn. Weich und in leichten Wellen flossen mir die Haare um die Schultern. Ich schüttelte meine lange Mähne aus und warf sie dann schwungvoll nach hinten. Perfekt.

Das Summen der Türe ließ mich zusammenzucken. Es war jetzt dreiviertelacht. Edward war zu früh, doch das war mir nur recht. So hatte ich keine Zeit mehr mich verrückt zu machen, über den anstehenden Abend. Gott, war ich aufgeregt. Ich strich mir noch mal beruhigend über die Hüften, ehe ich mir eine Ruck gab und ins Wohnzimmer ging. Dort stand er vor dem Tisch und schaute auf dessen hübsch gedeckte Platte. Das Klappern meiner hochhackigen Schuhe schreckte in auf und er hob den Kopf. Edward sah mir jetzt direkt in die Augen, doch noch ließ er nicht hinter die Maske der Gleichgültigkeit blicken, die auf seinem schönen Gesicht lag. Edward hielt sich noch bedeckt, er wusste ja nicht, was der Abend noch bringen würde. Ich wurde unter seinem prüfenden Blick tatsächlich ein wenig verlegen und senkte fast schon schüchtern die Augen, nur um sie gleich darauf wieder auf ihn zu richten.

„Hi, Edward“, hauchte ich ihm zu und lächelte zart. Ein strahlendes Grinsen wäre fehl am Platz gewesen und ich blieb bewusst zurückhaltend. Ich wollte ihn nicht gleich anspringen….obwohl….so wie er gerade dastand, sexy und mit leicht düsterem Gesichtsausdruck, hatte die Idee durchaus was für sich.

„Bella.“

Sein Tonfall war ernüchternd. Keine Regung war auf seinen Zügen zu erkennen, doch ich konnte das Funkeln in seinen Augen sehen, als sein Blick über meinen Körper glitt. Das Knistern in der Luft war mit den Händen greifbar, ein Funke und ich würde in Flammen stehen. Ich war so mit mir selbst beschäftigt gewesen, dass ich vergessen hatte, wie höllisch sexy Edward war. Vor allem, wenn er sich stur stellte.

„Ich kenne dieses Kleid“, sagte er stirnrunzelnd.

„Ich habe es getragen, als du mich das erste Mal geküsst hast. Erinnerst du dich?“

Er lächelte schwach.

„Wie könnte ich das vergessen. Dieser Moment hat mein ganzes Leben verändert.“

„Zum guten, oder zum Schlechten?“

Wieder ein leichtes Lächeln und er ging ein paar Schritte auf mich zu.

„Kommt darauf an. Im Moment ist es fifty-fifty.“

Meine Unterlippe kribbelte, weil er sie anstarrte. Wie oft hatte er sie schon zwischen seine eigenen Lippen gezogen, an ihr geknabbert  und gesaugt, bis ich schier den Verstand verloren hatte. Unwillkürlich leckte ich darüber. Das Grün seiner Augen glühte bei dieser Geste mit leidenschaftlicher Gier, und er atmete zitternd aus. Viel zu schnell hatte er sich wieder unter Kontrolle und sagte scharf:

„Du wolltest mich sprechen?“

Ein bisschen enttäuscht darüber, dass er das Gespräch bewusst in andere Bahnen lenkte, stieg ich auf den Themenwechsel ein.

„Ja, aber setz dich doch erst mal.“

Er deutete auf den Tisch.

„Für uns?“

Ich musste lächeln.

„Für wen sonst.“

Ohne darauf einzugehen, ging er mit dem ihm eigenen eleganten Gang auf den Tisch zu und setzte sich.

„Da wir nun mal beide schon hier sind“, fing er an und zeigte auf die Tischplatte, „und du dir offenbar Mühe gegeben hast, wäre es schade das Essen verkommen zu lassen.“

Jetzt war es an mir auszuatmen und ich setzte mich in Bewegung um ihm zu folgen. Schweigend nahm er die Abdeckungen herunter, die das Essen warmhielten und er verteilte es geschickt auf den Tellern. Das wäre eigentlich meine Aufgabe gewesen, aber meine Finger zitterten so sehr, dass ich froh war, dass er das für mich übernahm. Ohne ein Wort zu sagen fingen wie an zu essen. Mist, das lief überhaupt nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Von wegen, ich würde meinen Mann verführen. Mit Essen vollstopfen vielleicht, aber das war es auch schon. Innerlich total aufgewühlt, weil sich alles in die falsche Richtung entwickelte, platzte ich einfach mit dem Erstbesten raus, was mir einfiel.

„Edward, es tut mir leid!“, rief ich ganz unvermittelt und warf die Gabel auf den Teller. Das Essen schmeckte nach Nichts. Das Ziehen im Magen und das flaue Gefühl hatten dafür gesorgt, dass meine Geschmacksnerven sich verabschiedet hatten.

„Was tut dir leid?“

Er sah mich direkt an. Lieber Himmel, er hatte wirklich ein Pokerface. Durch nichts konnte ich erkennen, was in ihm vorging. Genauso gut  hätte ich versuchen können die Lottozahlen vorauszusagen, und wäre dabei ähnlich erfolglos, wie bei dem Versuch Edward zu durchschauen. Ich biss mir auf die Lippen, bevor ich ihm eine Antwort gab. Es tat weh und sie mussten unglaublich gerötet sein.

„Einfach alles, Edward“, sagte ich schließlich. „ Ich war so schrecklich zu dir, dabei habe ich dir  nach der  Sache mit der Pressekonferenz geschworen, dass ich dir die Sache mit Tanya verzeihe. Ich habe mein Wort nicht gehalten und dich schäbig behandelt. Das wollte ich wirklich nicht, das musst du mir glauben.“

Er lehnte sich in seinem Stuhl zurück, den Kopf legte er schräg und musterte mich aus schmalen Augen. Er sah aus wie damals, als er mir nachgejagt war. Lauernd, abschätzend und sich seiner Selbst ganz sicher. Diesen Edward hatte ich in den letzten Wochen nicht mehr gesehen, er war Tanyas Auftauchen verschwunden. Jetzt war er wieder da. Stärker und mächtiger als je zuvor.

„Du hast dich tatsächlich nicht so verhalten, als ob du mir verziehen hast, Bella. Weißt du, ich kann das alles nicht mehr rückgängig machen, aber ich werde auch nicht herumlaufen und dich jeden Tag um Entschuldigung anwinseln. Irgendwann musst du akzeptieren, was passiert ist. Oder siehst du das etwa anders?“

Er stellte mir die Frage so, dass mir nichts anderes übrig blieb, als sie mit Ja oder Nein zu beantworten. Ich hatte doch wirklich vergessen, was für ein brillanter Rhetoriker er doch sein konnte. Edward war nicht nur klug, sondern auch gerissen. Das hatte er schon mehrfach unter Beweis gestellt. Gegen meinen Willen erregte mich sein berechnendes Auftreten. Er wollte mit seinen Fragen ein bestimmtes Ziel erreichen und lenkte auf die Art das Gespräch dahin, wo er es haben wollte. Stärke und nach außen hin dargestellte Macht konnten unglaublich anregend sein, vor allem wenn sie von einem Mann wie Edward demonstriert wurde. Doch ich wollte nicht wie eine Bittstellerin dastehen. Ich hatte mich falsch verhalten, doch die Gründe dafür lagen bei Edward selbst. Langsam stand ich auf und ging um den Tisch herum. Er folgte mir mit den Augen, jede Bewegung von mir nahm er in sich auf und fing an zu lächeln.  Ganz kurz nur, aber ich sah es trotzdem.Ich hatte ihn. Er würde mich nicht zurückweisen, das wurde mir gerade mit unumstößlicher Sicherheit klar.

„Vielleicht würdest du ja eine kleine Entschuldigung von mir annehmen“, flüsterte ich leise und stand direkt neben ihm. Er sah hoch und schenkte mir sein sanftes, sexy Lächeln, das ich so sehr an ihm liebte.

„Kommt auf die Art der Entschuldigung an. Wenn mir deine Art um Verzeihung zu bitten gefällt, könnte ich mich durchaus dazu breitschlagen lassen.“

Jetzt grinste er ganz offen. Dieses Spiel gefiel ihm, aber es war noch längst nicht vorbei. Ich ging ein paar Schritte zurück, als er nach mir greifen wollte.

„Nicht so schnell, du bist nicht der einzige der eine Entschuldigung verdient.“

Er zog die Augenbrauen hoch.

„Tatsächlich?!“

Ich nickte fest.

„Oh ja, wir sollten beide um Verzeihung bitten, und dann die Sache endgültig begraben.“

Edward zog mich mit den Augen aus. Das fröhliche Funkeln war zu einem brennenden Feuer geworden, seine Lippen öffneten sich leicht und er streckte sie Hand nach mir aus. Er schob mit den Stuhl zurück und stand auf.

„Komm her, bevor ich noch explodiere, Liebes.“

Das war alles, was ich hören wollte. Ich flog förmlich in seine Arme und wurde eng an seinen Körper gepresst.

„Gott, Bella. Tu mir sowas nie wieder an!“, sagte er. Sein Gesicht vergrub sich in meinem Haar, atmete tief ein und aus, um mich dann nur noch fester an sich zu ziehen. „Ich kann alles ertragen, nur nicht deine Gleichgültigkeit.“

„Du warst mir nie gleichgültig, Edward. Ich habe nur vergessen, worauf es ankommt und das man für seine Liebe auch Dinge ertragen muss, die einem weh tun.“

Sein Daumen fuhr mir über die Unterlippe, ich setzte einen süßen Kuss auf die Kuppe.

„Liebes….. ich wollte dir nie weh tun“, beteuerte er.

Ich schloss die Augen und war einfach nur froh in seinen Armen zu liegen. Mein Kopf lag an seiner Brust und ich krallte meine Fäuste in sein Hemd. Edwards Herz klopfte schneller wie sonst, er war genauso aufgewühlt wie ich.

„Liebes, du hast mir so gefehlt“, gestand er mir ein, „so sehr.“

Mein Mund suchte hungrig nach seinem. Es war schon so lange her, dass wie uns zärtlich berührt und geküsst hatten. Ich wollte ihn jetzt einfach nur spüren und alles andere später bereden. Wir fanden zu einem Kuss zusammen, der alles in den Schatten stellte, was wir in der Hinsicht geteilt hatten. Dabei war er nicht mal besonders wild oder leidenschaftlich, sondern bestach durch die Intensität mit der sich unsere Lippen aneinander pressten.

„Ich liebe dich, Edward“, wisperte ich zwischen Luftschnappen und erneutem Küssen. Hungrig drückte er immer wieder seinen Mund auf meinen und hob mich schließlich auf seine Arme.

„Ich denke, wir sollten das im Schlafzimmer fortsetzen“, raunte er mir heiser zu. Ohne irgendwelche Anzeichen von Anstrengung trug er mich in das Schlafzimmer und legte mich sachte auf dem Bett ab. Er kniete über mir und machte sich an seiner Krawatte zu schaffen. Er bekam sie nicht gleich auf und zerrte genervt daran. Erregt setzte ich mich auf und fasste dazwischen.

„Lass mich das für dich tun.“

Sofort ließ er los und sah mir dabei zu, wie ich den Knoten löste und die Krawatte mit einem Zug unter seinem Hemdkragen hervorzog.

„Früher warst du darin nicht so geschickt“, neckte er mich.

„Früher war ich auch nicht mit dir verheiratet“, konterte ich und machte einen Knopf  nach dem anderen an seinem Hemd auf. Ich streifte es ihm von den Schultern und verschlang erwartungsvoll seinen Oberkörper mit den Augen. Er war wirklich wunderschön anzusehen. Sehnige Kraft und Geschmeidigkeit steckte in jedem seiner schön gezeichneten Muskeln. Meine Fingerspitzen kribbelten und ich legte sie auf seine seidige Haut. Jede Kontur fuhr ich nach, ich ließ mir Zeit dabei und genoss es seine warme Haut zu spüren. Edward erbebte vor lauter Lust, es war eine Qual für ihn still zu halten.

„Bella…..das fühlt sich so unglaublich an. Gib mir mehr, Liebes. Gib mir alles“, forderte er mich drängend auf.

Fast schon anbetend streichelte ich seine Haut und ging ganz in seinem Anblick auf. Er war einfach so sehr…..Edward. Ihn zu beschreiben würde mein Vokabular sprengen, so vielfältig, so aufregend und voller Widersprüche war er. Ihn in eine bestimmte Schublade zu stecken war unmöglich. Jedes Mal wenn ich dachte, ich könnte seinen Charakter endlich vollends ergründen, zeigte er mir eine neue Seite seines Wesens. Mit ihm würde es niemals Stillstand oder Langeweile geben. Er trieb sich ständig an, stellte sich voller Freude neuen Herausforderungen und zog mich automatisch mit sich. Doch jetzt, in diesem Augenblick war er Wachs in meinen Händen.

„Gefällt dir, was ich mit dir mache?“

Natürlich tat es das, ich konnte es an der Vorderseite seiner Hose sehen, wie sehr es ihm gefiel. Doch ich wollte es hören. Ich war süchtig nach seiner Bestätigung, nach seinem flehenden Stöhnen doch endlich weiterzumachen. Seine Antwort war halb Lachen, halb Röcheln.

„Scheiße, Liebes! Du weißt verdammt genau, wie sehr ich das genieße.“

Er erschauerte als ich mit dem Zeigefinger um seinen Bauchnabel fuhr. Edward war verdammt kitzelig an dieser Stelle und krümmte sich leicht nach Vorne. Ich kicherte leise. Es war niedlich, wie er zusammenzuckte. So niedlich, dass ich es gleich nochmal tat.

„Du willst es ja nicht anders, Liebes“, hörte ich ihn noch murmeln, ehe ich von ihm gepackt, umgedreht und mit dem Rücken gegen seine Brust gepresst wurde. Durch mein rückenfreies Kleid, konnte ich seine Brustbehaarung an meiner Haut spüren. Aufregend strichen die drahtigen Härchen über meine nackte Rückseite und seine Hände strichen meine dunklen Haare zur Seite.

„Du hast einen wundervollen Hals. So hell und zart. Ich würde am liebsten hineinbeißen“, flüsterte er fast schon abwesend. Jedes Wort wurde von einem süßen Kuss auf die empfindliche Halspartie begleitet. Seine Hände untermauerten seinen Versuch mich möglichst schnell, bis zur Schmerzgrenze zu erregen. Fest legten sich seine Hände über meine stoffbedeckten Brüste und drückten zu.

„Oh mein Gott!“, stöhnte ich auf. Das Gefühl seiner Hände um meine empfindlichen Brüste war fast schon eine Folter. Peinigende Lust peitschte jeden meiner Sinne auf, ich wollte mehr.

„Fester, halt sie fester, Edward.“

Ich versuchte mich nach vorne zu beugen, um seine Handflächen noch intensiver zu spüren. Dabei rieben sich meine Spitzen zwischen dem Stoff und seinen Händen auf, sie pochten sehnsüchtig und ich wollte unbedingt seine heiße Zunge darauf spüren. Mein Gehirn erzeugte in meiner Fantasie ein Bild davon, wie seine Zungenspitze feuchte Kreise um die rosafarbene Knospe zog, bis er sie endlich zwischen die Lippen nahm, um hart daran zu saugen. Eine ganz andere Knospe – viel tiefer -  fing an sich lustvoll bei dieser Vorstellung zusammenzuziehen  und ich wurde feucht.

„Hast du eine Ahnung wie wunderschön du bist?“, fragte er heiser. Er keuchte in mein Ohr, als er merkte wie ich mich mit dem Po an seine harte Vorderseite drückte.  Er war bereits vollständig erregt und erwiderte den Druck durch lustvolle Bewegungen seines Unterleibs. Mein Kleid wurde am Nacken zusammengehalten, es war leicht den Verschluss zu öffnen, um meinen Oberkörper zu entblößen. Der Stoff fiel nach vorne über seinen Arm, der sich um meinen Bauch geschlungen hatte, um mich ganz nah an seinem Körper zu halten. Ich hörte seinen schweren Atem an meinem Nacken und umklammerte sein Handgelenk. Erwartungsvoll wartete ich darauf, was jetzt geschehen würde.

„Gib mir einen Moment, Bella“, sagte er angestrengt. „Ich bin so heiß auf dich, dass ich wie ein Teenie komme, bevor es richtig los geht.“

Ich grinste bei der Vorstellung, sagte aber nichts. Doch ich konnte es mir nicht verkneifen mich immer näher an ihn zu drängen.

„Du Biest“, kam es prompt von ihm und ich musste kichern. Das Lachen verging mir, als er fest meine schon schmerzhaft harten Brüste umfasste. Mit einem Wimmern bog ich den Rücken durch und konnte ihn so noch viel besser spüren. Aber es reichte nicht. Es würde niemals reichen.
„Ich will deine Lippen spüren“, brachte ich rau hervor. Seine Hände waren traumhaft, doch kombiniert mit seinem Mund gab er mir das Gefühl zu fliegen. Edward ließ meine Brüste los und ich drehte mich sofort zu ihm um. Voller Liebe und Lust umfasste ich sein Gesicht und küsste ihn. Unsere Münder verschmolzen lustvoll. Feuchte Zungen, warme Lippen und streichelnde Hände stillten unsere Sehnsucht nacheinander. Himmel, dabei war es gar nicht so lang gewesen, doch nur eine Woche……

Edwards Mund verließ meinen. Vorsichtig und unglaublich zärtlich fuhr er mit den Lippen stattdessen über mein Gesicht. Er küsste meine Stirn, wanderte zu meinen Augenbraunen. Sanft fuhr er mir über die Augenlider die sich bei der Berührung sofort schlossen, nur um dann meine Wangen mit süßen Küssen zu verwöhnen. Edward ließ sich jetzt viel Zeit, so viel wie noch nie zuvor und zeigte mir mit jeder Berührung und jedem Kuss wie sehr er mich liebte. Ich fühlte mich kostbar, geborgen und geliebt.

„Ich liebe dich, mein Engel. Ich habe noch nie jemanden so geliebt wie dich.“

Er liebkoste jetzt meinen Bauch. Mit dem Handrücken streichelte er hauchzart über meine samtene Haut, die leichte Muskulatur bewegte sich fast schon wellenartig und  zeigte ihm, wie sehr mir das gefiel. Wieder verstärkte er seine Liebkosungen durch seinen wundervollen Mund. Er küsste ganz kurz meine Brustspitze und betrachtete sie dann. Sein Zeigefinger setzte sich auf die Knospe und  er tippte sie verspielt an. Ich spürte die Berührung sogar zwischen meinen Beinen und mein Unterleib zog sich krampfhaft zusammen. Mittlerweile war ich so erregt, dass er problemlos ihn mich eindringen könnte.

„Du quälst mich“  wisperte ich gepeinigt. Es tat fast schon weh, weil er so sanft und vorsichtig war.

„Ich will dich nicht quälen, Isabella. Ich möchte nur, dass du diesen Abend nie wieder vergisst. Er soll sich für immer in dein Gedächtnis brennen, damit du verstehst, dass ich nur dich lieben kann.“ Er küsste wieder die Knospe und stieß sie dann mit der Zunge an. Die Luft trocknete kühlend die Feuchtigkeit darauf und sie wurde nur noch härter. „Ich werde sie nicht mehr wiedersehen“, beteuerte er, „es gibt nur noch uns beide.“

Jetzt ließ ich mich endgültig fallen. Ich griff in sein Haar und drückte sein Gesicht an meine Brust. Er hörte auf zu spielen und wir fingen an uns richtig zu lieben. Sein Oberkörper war schon frei von jeder Bekleidung und bald schon lagen die Hose, die Socken und seine Unterhose am Boden, direkt neben seinem teuren Hemd. Er packte meinen Knöchel und zog mein Bein in die Höhe. In liegender Position und schon völlig atemlos, sah ich dabei zu, wie er mich nah an sich heranzog und anfing meine Wade zu küssen. Dabei streichelte er mit den Fingerspitzen abwärts, bis er an den Rand meines Höschens gelangte. Der untere Teil meines Kleides bauchte sich um meine Hüften und verdeckte den größten Teil meines Unterleibs. Edward zog an dem Stoff bis ich gehorsam meinen Po leicht anhob, damit er das lästige Ding von meinem Körper ziehen konnte. Jetzt lag ich fast nackt vor ihm, nur noch das schwarze, knappe Spitzenhöschen trennte seine Blicke und Finger von meiner intimsten Stelle.

„Du bist ganz exquisit, Bella. Ein wundervolle, zarte Schönheit.“

Jedes Wort meinte er ernst, als er mich fast schon ehrfürchtig ansah und streichelte. Hingegeben lag ich in den Kissen und genoss jede Sekunde unseres Zusammenseins, ruhte in dem Wissen, dass es noch vieler solcher Stunden geben würde. Reden konnte ich nicht, aber mein glückliches Lächeln war ihm wohl genug. Edward hatte sich jetzt wieder völlig unter Kontrolle. Es war nichts mehr von der unbeherrschten Erregung der ersten Minuten zu merken, sondern er konzentrierte sich voll und ganz auf mich und meine Lust. Dafür liebte ich ihn nur umso mehr. Edward war kein egoistischer Liebhaber, sondern stellte mich vor seine eigene Erfüllung.

Beinahe zuckte ich zusammen, als ich seine Fingerspitzen auf der Spitze über meiner Scham spürte. Mit leichtem Druck strich er darüber, immer und immer wieder, bis ich seine Hand fest darauf drückte. Ohne ihn loszulassen bewegte ich meine Hüften auf und ab. Ich war schon so erregt, dass es mir egal war, wie das für ihn aussehen musste. Ich masturbierte mit seiner Hilfe und der Druck in mir wurde immer heftiger.

„Edward……“ Ich wiederholte seinen Namen in unregelmäßigen Abständen, meine Haut wurde feucht und ich wand mich unter seiner Hand.

„Pssst, Baby…..sachte. Ich will dass du kommst, wenn ich in dir bin.“

Ich schüttelte den Kopf und krampfte die Hand um sein Gelenk. Er durfte jetzt nicht aufhören…..ich war so nah…..

Doch Edward war natürlich stärker als ich. Mit sanfter Gewalt entzog er sich mir und legte sich auf mich. Sein Gewicht minderte den Schmerz meiner Erregung ein wenig, doch sobald ich wieder einigermaßen klar war, spürte ich seine warme Haut an meiner und alles war wieder da. Er machte mich wahnsinnig!

„Küss mich, Liebes:“

Er kam mir entgegen und verloren uns in einem sündigen, heißen Zungenkuss. Schmeichelnd glitt seine an meiner entlang, saugte leicht, nur um dann mit kleinen Stößen immer wieder in meinen Mund einzutauchen. Sein  Unterleib bewegte sich an meinem, aber dieser verdammte Slip verhinderte, dass ich ihn richtig spüren konnte.

„Mein Slip“, keuchte ich, „zieh ihn mir aus!“

Das war keine Bitte. Es war eine unmissverständliche Aufforderung. Er langte nach unten und schob ihn mir von den Beinen, ehe er sich wieder dazwischen positionierte. Ich spürte seinen Schwanz  dort, wo es am schönsten war. Fest drückte er sich an meine Knospe. Worauf wartete er? Das Pulsieren seiner Härte bewies mir, wie sehr er sich danach sehnte in mich einzudringen, doch er hielt sich immer noch zurück.

„Noch nicht!“.

Obwohl ich gar nichts gesagt hatte, erriet er meine Gedanken. Sein Gesicht war lustvoll verzogen und er biss die Zähne zusammen. Es würde nicht mehr lange dauern….

Meine Hände legten sich wie von alleine an seinen Po. Erregt strich ich über die muskulösen Backen, sie bewegten sich, spannten sich immer wieder an. Meine Finger umspannten die Fläche und ich versuchte ihn noch näher an meinen Unterleib zu drücken. Ich spürte wie Edward meine Brust küsste und dann hart an der Spitze saugte. Obwohl es fast schon unmöglich war, spreizte ich die Beine noch weiter und bot mich ihm vorbehaltlos dar. Plötzlich setzte Edward sich auf und zog mich auf seinen Schoß.

„Setz dich auf mich“, bat er angestrengt. Er konnte vor Erregung kaum noch sprechen.

Meine Knie setzen links und rechts von seinen Schenkeln auf, mein Po lag dazwischen. Ich musste mich eigentlich nur ein wenig erheben und könnte mich so direkt auf sein Glied setzen. Auf die Art hatten wir es noch nicht gemacht, und ich sah unschlüssig in seine Augen. Sie leuchteten so grün wie noch nie.

„Hab keine Angst, Liebes. Ich halte dich fest“, beteuerte er mir. Kurz schloss er dir Augen. „Komm……jetzt!“

Ich schlang die Arme um seinen Hals, um Halt zu haben, und hob meinen Unterleib. Kurz sah ich nach unten, nahm eine Hand von seinem Nacken und umfasste sein hartes Glied.

„Oh Scheiße…“, hörte ich ihn flüstern.

Aus der Spitze lugte ein Lusttropfen hervor und dieser Anblick gab mir den Rest. Ich führte ihn an meinen Eingang, hob mich noch ein Stückchen höher und spürte seine Spitze die sich durch meine Schamlippen drängte. Dieses Gefühl, als er immer weiter in meine Weiblichkeit eindrang war mit nichts zu vergleichen. Ich hörte sein Stöhnen, von Kontrolle war bei ihm keine Rede mehr, während ich mich so langsam wie möglich auf ihn setzte. Jeder Zentimeter von ihm dehnte mich ein Stück mehr, bis er sich dick, hart und wundervoll in meinem Körper befand. Erleichtert lehnte ich meine Stirn an seine und genoss auf seinen Schenkeln seine Fülle.

Edwards Muskeln an den Armen zitterten genauso wie die meiner Schenkel, die ich wieder leicht anspannte, um nach oben zu gleiten. In dieser Position konnte ich die Bewegung in mir voll spüren und genießen. Seine Hände legten sich um meinen Po, um mich zu stützen, und mir die körperliche Anstrengung etwas zu nehmen. Ein ums andere Mal hob und senkte ich mich rauf und runter. Edward stöhnte leise und brachte keinen artikulierten Laut mehr heraus. Mir ging es nicht anders. Jedes Eindringen brachte mich näher an den Höhepunkt. Schweiß bildete sich auf unseren Körpern. Meine Brust streifte ständig seine, unsere Lippen fanden sich hin und wieder zu einem Kuss und die Stöße wurden schneller. Außer unserem heftigen Atem und dem Geräusch der aneinander reibenden Körper, war nichts zu hören. Keiner von uns sagte was, und so trieben wir gemeinsam dem Höhepunkt entgegen.

Ich kam vor Edward. Der riesige Druck zwischen meinen Beinen wurde immer stärker, sein Geruch und seine Nähe taten ihr Übriges dazu. Jetzt flog ich wirklich. Ich sah Sternchen und hatte das Gefühl zu schweben, nur aus weiter Ferne hörte ich auch sein Aufstöhnen und krallte mich an seinen Schultern fest. Edward sackte fast schon über mir zusammen, er zitterte am ganzen Körper und japste förmlich nach Luft. Auch mir ging die Kraft aus, es war unglaublich intensiv, aber auch sehr anstrengend gewesen. Wir fielen seitlich aufs Bett, Gesicht an Gesicht und die Körper noch ineinander verschlungen. Fast gleichzeitig öffneten wir unsere Augen und sahen uns glücklich an. Das atemlose Lachen von Edward, das Strahlen in seinen Augen versetzte mir das unglaublichste Glücksgefühl, das ich jemals empfunden hatte. Es wurde nur noch getoppt, von Dannys Geburt. Ich brauchte keine Worte, keine seitenlangen Liebeserklärungen. Alles was ich wissen musste, las ich in seinem glücklichen Gesicht.

„Oh Edward.“

Sein Lächeln wurde noch breiter und er stupste meine Nase an.

„Oh Bella.“

Der neckende Ton war ganz bezaubernd und ich schmiegte mich glücklich in seine Arme.



Am nächsten Morgen lagen wir beide schon wach im Bett und unterhielten uns leise. Ich erzählte ihm davon, wie schwer ich mir getan hatte, diesen unglückseligen Tag zu vergessen, an dem er mich für einen kurzen Augenblick vergessen hatte. Wieder beteuerte er mir, dass er Tanya nicht mehr sehen würde. Er hätte nur einen kurzen Aussetzer gehabt, weil sie ihn mit ihrem Besuch überrascht hatte. Dabei lagen wir uns in den Armen und hielten uns fest. Edwards Hand streichelte immerzu über mein Rückgrat. Doch kurz nach acht, wurde unsere Zweisamkeit durch das Klingeln seines Handys unterbrochen.

Stirnrunzelnd sah er auf den Nachtisch, wo es immerwährend vibrierte.

„Willst du nicht rangehen?“, fragte ich ihn.

Seufzend nickte er. Er schob sich vorher noch das Kissen in den Rücken, setzte sich leicht auf und zog mich mit dem linken Arm zu sich. Dann langte er mit der rechten nach dem Handy und meldete sich.

„Cullen“, sprach er und hauchte mir dabei lächelnd einen Kuss auf die Stirn. Ich lag eng an ihn geschmiegt und vergrub glücklich das Gesicht an seiner warmen Brustbehaarung. Er lauschte ein paar Momente in den Hörer und ich merkte sofort, wie er sich anspannte.

„Scheiße!“, fluchte er und setzte sich abrupt auf. Ich rutschte weg und schob mir die Haare aus dem Gesicht, während ich erstaunt zusah, wie Edward sich vom Bett erhob. Den Hörer immer noch ans Ohr gepresst, angelte er schon nach seiner Kleidung. Er sah besorgt, ja richtiggehend schockiert aus. Was war denn nur passiert?

„Ich komme sofort zu dir. Hab keine Angst, ich werde das regeln!“

Wovon sprach er nur? Ich sah ihm dabei zu, wie er sich hektisch anzog, ohne dabei das Handy loszulassen.

„Nein…..nein…..das wird nicht passieren. Ich rufe meinen Anwalt an, er wird dich erst mal auf Kaution rausholen.“

„Edward….“, versuchte ich seine Aufmerksamkeit zu erregen, doch er hörte nicht mal zu. Es war, als wäre ich gar nicht mehr anwesend. Kaution? Irgendjemand musste wohl im Gefängnis gelandet sein. Vielleicht Mike? Emmett?

Sein nächster Satz brachte Aufklärung und holte mich schleunigst aus meinem Märchenschloss zurück in die Realität.

„Hör auf zu weinen, Tanya“, hörte ich fassungslos seine beruhigende Stimme. „Ich bin schon auf dem Weg zu dir. Hab keine Angst.“

Er sah danach kurz auf den Hörer, offenbar war die Verbindung unterbrochen worden. Jetzt endlich merkte er wieder, dass er ja nicht allein war. Zerknirscht sah er mich an.

„Bella….“

Ich versuchte ruhig zu bleiben.

„Was ist passiert?“

Er schloss kurz die Augen und sah mich dann wieder an.

„Sie haben Tanya verhaftet. Warum genau, weiß ich nicht, sie hatte nicht lange Zeit, um zu telefonieren“, erklärte er.

„Und du musst natürlich gleich hin und sie wieder mal retten“, sagte ich ihm auf den Kopf zu.

„Liebes ……bitte“, fing er an, doch ich unterbrach ihn.

„Nein, nein, ist schon gut“, sagte ich voller verstecktem Sarkasmus. „Du hast ja sowieso schon entschieden, du brauchst dich nicht zu rechtfertigen. Du bist erwachsen und musst wissen, was du tust.“

Edward wirkte jetzt erleichtert. Meinen zynischen Unterton hatte er nicht mal registriert. Bei einem so intelligenten Mann wie ihm eigentlich ein Wunder. Aber bei Tanya setzte sein gesunder Menschenverstand einfach aus.

„Bella, ich schwöre dir, das ist eine absolute Ausnahme. Ich kann sie nicht hängen lassen. Das verstehst du doch.“

Aber mich schon, dachte ich traurig. Natürlich würde ich ihn nicht davon abhalten ihr zu helfen. Das Gefängnis war kein angenehmer Ort und man musste sie schon dort rausholen. Aber warum wieder mal Edward? Ständig musste er sie retten. Das Schlimme an der Sache war aber, dass er sich wohl auch in Zukunft jedes Mal aufs Neue darauf einlassen würde. Diese „absolute“ Ausnahme…. Wie viele davon würde es noch geben? Heute war es ihre Verhaftung, morgen etwas anderes. Es würde niemals aufhören.

„Geh ruhig, Edward. Du solltest wirklich keine Zeit verlieren.“

Er beugte sich über mich und küsste mich leidenschaftlich. Ich legte in diesen Kuss all meine Liebe zu ihm und ließ dann zögernd los. Er sah mich ein bisschen verblüfft an, doch er hatte es zu eilig wegzukommen, um sich länger über meine Zärtlichkeit zu wundern.

„Bis später, Liebes“, sagte er leise, küsste noch mal meine Stirn und ging aus dem Schlafzimmer.

Unendlich traurig sah ich zu, wie er die Tür hinter sich schloss und flüsterte leise hinterher.

„Leb wohl, Edward.“

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