Edward betrat selbstsicher und mit einem unglaublich charmanten Lächeln den Raum und mir wurden die Knie weich. Nicht vor Sehnsucht, nein, es war vielmehr der Schock, der mich zittern ließ.
Edward Cullen war der neue Besitzer von Lou´s Diner und ab sofort, mein neuer Chef!
Ich befand mich hinter der Theke und musste mich auf dem Tresen abstützen. Er fixierte mich mit seinen durchdringenden Augen, ein triumphierendes Lächeln auf dem perfekten Gesicht.
Immer noch versuchte ich zu begreifen, was hier eigentlich geschah, als Edward das Wort ergriff.
„Guten Abend!“, fing er mit ruhiger und autoritärer Stimme an, „ Ich danke Ihnen, dass Sie den Weg auf sich genommen haben, um an dieser Besprechung teilzunehmen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es ein Schock für Sie sein muss, von diesem abrupten Wechsel zu erfahren. Ich darf Ihnen jedoch versichern, dass sich fürs Erste nichts an den Abläufen ändern wird. Ich muss mir erst ein Bild über die Gesamtsituation machen, bevor ich entscheide wie es weitergehen wird.“
Er blickte fest in die Runde und sah jedem Einzelnen in die Augen. Gegen meinen Willen beeindruckte mich sein Auftritt, da ich ihn so nicht kannte.
Er wirkte sehr professionell und kühl. Seine Haltung strotzte nur so vor Selbstbewusstsein und keiner im Raum, nicht mal ich, konnte sich seiner Aura entziehen.
Plötzlich redeten alle durcheinander, als ob sich alle gleichzeitig von dem Schock erholten und nun registrierten, was ihnen da gerade eben eröffnet wurde.
Edward machte keine Anstalten die Leute zu stoppen und lehnte sich mit verschränkten Armen zurück. Er ließ mich dabei nicht für eine Sekunde aus den Augen und Ärger über diese Situation kochte in mir hoch.
Warum zum Teufel kaufte er das Diner? Doch die Antwort war klar. Jetzt besaß er die totale Kontrolle über mein Leben! Nicht nur, dass er mir privat den letzten Nerv raubte, nein, jetzt musste ich ihn auch noch bei der Arbeit ertragen.
Er erkannte wohl genau an meinem Gesichtsausdruck, was sich in meinen Gedanken abspielte und lächelte teuflisch. Er prophezeite mir noch am Nachmittag, dass man nicht ungestraft einen Cullen abwies.
Langsam beruhigten sich alle und ich warf eine Frage in den Raum.
„Mr.Cullen“, fing ich an und lächelte dünn, „wie kommt es eigentlich, dass ein erfolgreicher Unternehmer wie Sie, ausgerechnet ein kleines Schnellrestaurant kauft, das kurz vor dem Aus steht.“
Ich rechnete mit einer flapsigen Antwort, doch wieder überraschte er mich. Er tat so, als ob er angestrengt auf mein Namensschild sehen würde, bevor er mir eine Antwort gab.
„Miss. Swan!“ sagte er streng, „Ich glaube nicht, dass es Sie was angeht, warum und aus welchem Grund heraus ich etwas tue oder nicht. Ich habe meine Gründe und teile diese nicht mit meinen Angestellten. Zerbrechen Sie sich nicht Ihren hübschen Kopf darüber und warten Sie ab. Sie werden noch früh genug erfahren, warum ich das Diner kaufte. Geduld ist eine Tugend, Miss Swan und ich besitze unendliche Geduld.“
Der letzte Satz war eine eindeutige Anspielung und ich erschauerte. Oh ja, er war geduldig, wie eine Spinne die darauf wartete, dass sich das neugierige Opfer in ihrem Netz verfing. Ich hatte jetzt schon das Gefühl, darin verstrickt zu sein und hilflos in der Falle zu zappeln, bis er mich mit Haut und Haaren auffraß.
Ich verschränkte meine Arme vor der Brust und schwieg beleidigt, was ihm jetzt doch ein kurzes Lächeln entlockte. Er war sehr zufrieden mit sich und ich hätte mich am liebsten, wie ein kleines Kind auf den Boden geschmissen und vor Wut geheult. Warum war das Leben so gemein zu mir?
Lou ergriff wieder das Wort.
„Leute, ich weiß es ist ein Schock für euch, aber mir blieb keine andere Wahl. Ich habe bis zum Schluss gewartet, um euch das mitzuteilen. Die Verhandlungen gehen ja jetzt schon seit 3 Wochen und heute sind die Unterschriften unter die Verträge gesetzt worden.“
Ich sah zu Edward, doch sein Gesichtsausdruck war undurchdringlich und ich konnte keinerlei Emotionen daraus herauslesen.
Die Besprechung hielt noch etwa eine halbe Stunde an und schließlich verabschiedete sich Lou. Er würde noch circa eine Woche lang bleiben, bevor er das Diner komplett an Edward übergab.
„Bella“, sagte Lou, „ Ich habe eine Bitte an dich. Ich möchte, dass du Mr. Cullen die Abläufe im Diner erklärst. Du bist am längsten hier und ich vertraue dir rückhaltlos. Sie müssen wissen, Mr. Cullen“, wandte er sich an ihn, „ Bella ist sowas wie meine Stellvertretung. Ohne sie, würde der Laden im Chaos versinken.“
„Ich freue mich schon, auf unserer Zusammenarbeit. Dann weiß ich ja, an wen ich mich wenden muss, wenn ich eine Frage habe.“
Danke Lou! Grimmig musterte ich Edward und schwor mir, sofort einen neuen Job zu suchen. Ich würde nicht zulassen, dass er die Situation ausnutzte und mir Tag für Tag zusetzte.
Nachdem Lou weg war, ging ich in die Aufenthaltsräume. Rose war schon gegangen, weil sie ein Date hatte. Da sie nicht erwähnte, um wen es sich handelte, rätselte ich rum, ob es sich vielleicht um Emmett handelte. Ich holte meine Tasche, drehte mich um und ließ sie gleich darauf vor Schreck wieder fallen.
„Kannst du dich nicht bemerkbar machen, wenn du einen Raum betrittst!“, schimpfte ich, „Himmel Edward, irgendwann bekomme ich noch einen Herzinfarkt, wenn du dich immer so ranschleichst.“
Er lehnte an der Türe und lächelte gleichmütig.
„Bei mir musst du immer auf der Hut sein, Isabella! Soll ich dich nach Hause bringen?“, fragte er jetzt etwas freundlicher.
„Lieber laufe ich auf Stöckelschuhen einen Marathon, bevor ich freiwillig auch nur eine Minute mit dir verbringe!“, schnappte ich.
Er zuckte nur mit den Schultern.
„Es war nur ein nett gemeintes Angebot.“
„Mit Angeboten kennst du dich ja aus, nicht wahr? Schade nur, dass keines auch nur ansatzweise interessant für mich ist.“
Wütend fuhr ich mit den Armen in meine Jacke und schloss energisch den Reißverschluß.
„Dir ist doch klar, dass ich mir sofort einen neuen Job suchen werde, oder?“fragte ich und wollte mich an ihm vorbeidrücken.
Ich war schon fast raus als er mir hinterher rief.
„Wenn du kündigst, Bella, dann mache ich das Diner dicht.“
Ich hielt inne und drehte mich ungläubig zu ihm um. Das meinte er nicht ernst?
Er lehnte an der Wand und schnippte ein imaginäres Staubkorn von seinem Designeranzug.
„Es wäre doch schade um den Laden, findest du nicht auch?“, fragte er hinterhältig, „ Stell dir nur mal vor! Alle deine Kollegen stehen plötzlich ohne Job da. Weißt du wie schwer es ist, bei dieser Wirtschaftslage was Neues zu finden? Sie werden ihre Mieten nicht zahlen können und landen dann auf der Straße. Und alles nur, weil du zu viel Angst davor hast, dich mir zu stellen. Bist du wirklich so feige, Bella? Riskier mal was, Liebes. Lass uns spielen!“
Er wollte also spielen, ja? Dieser Mistkerl! Wenn er nur nicht so verflucht attraktiv wäre, dann würde es mir leichter fallen in seiner Nähe zu sein. Doch ich bewies ja schon, dass ich ihm Paroli bieten konnte. Wenn ich schon gezwungen war, ihn weiterhin zu ertragen, dann würde Edward Cullen sein blaues Wunder erleben. Denn eines vergaß er in seinem Spiel. Er begehrte mich mindestens genauso sehr, wie ich ihn, wenn nicht sogar noch mehr.
„Also gut! Ich bleibe, mir bleibt ja nichts anderes übrig. Ich traue dir durchaus zu, dass du hier alle auf die Straße setzt, nur weil du deinen Willen nicht bekommst. Aber eines sage ich dir. Ich lasse mich nicht erpressen. Wenn du denkst, ich würde jetzt mit dir ins Bett gehen, dann täuscht du dich gewaltig. Selbst deine Drohungen bringen da nichts!“
Jetzt schien er beleidigt.
„Ich würde dich nie zum Sex erpressen! Das ist völlig indiskutabel“, sagte er und kam langsam auf mich zu, „ ich will dass du freiwillig zu mir kommst.“
Er stand nah vor mir und fuhr mir mit dem Daumen über die Lippen. Ein warmes Gefühl machte sich in mir breit und ich musste all meine Kraft aufwenden, ihm nicht in die Arme zu fallen. Er bedeckte meinen Mund mit seinem und küsste mich. Langsam, gemächlich, sanft.
Meine Lippen öffneten sich und ich ließ seine Zunge ein, die mich sofort exquisit verwöhnte. Sie war so weich und fest zugleich, streichelte und leckte, während er mit den Händen meine Hüften streichelte.
„Wir sind perfekt zusammen“, stöhnte er und vertiefte den Kuss, ließ ihn leidenschaftlicher werden.
Ich zählte bis zehn und schob ihn dann sanft von mir weg.
„Aber, aber, Mr. Cullen“, sagte ich neckend, „du wirst dich doch nicht an einer Angestellten vergreifen? Ich wünsche dir noch einen schönen Abend.“
Ich ließ ihn stehen und trat zur Tür hinaus.
„Schließ hinter dir ab, du willst doch nicht, dass dein neuer Besitz ausgeraubt wird.“
Edward sah mir kopfschüttelnd hinterher und grinste leicht.
Diese Runde ging definitiv an mich!
Am nächsten Tag brachte ich Danny zum vereinbarten Treffpunkt, wo sich die anderen Kinder und die Lehrer schon versammelten. Alle waren schon furchtbar aufgeregt, weil sie noch nie von den Eltern getrennt waren. Es waren zwar nur zwei Tage, doch auch mir fiel der Abschied unheimlich schwer.
„Ruf mich sofort an, sobald ihr dort angekommen seid!“
Danny nickte artig und drückte mir ein Küsschen auf die Wange.
„Das mach ich Mum, versprochen!“
Nachdem das Gepäck und die Kinder im Bus verstaut waren, fuhren sie los. Winkend schaute ich ihnen hinterher und seufzte. Er wurde so schnell groß. Jetzt fuhr er schon ohne mich weg und ich fühlte mich ein wenig gefrustet. Was für ein Glück, dass ich mich gleich mit Alice und George treffen würde. Dann würde ich an meinem freien Tag, ohne Danny, nicht einsam bleiben.
Alice holte mich ab und wir gingen zu Fuß zum vereinbarten Treffpunkt. Ich erzählte ihr die ganze Geschichte mit Edward und sie war gelinde gesagt sprachlos. Ein Umstand, der bei Alice durchaus ernst zunehmen war.
Nachdem sie sich erholte, grinste sie übers ganze Gesicht.
„Ich wünschte, Jasper würde sich so ins Zeug legen, um bei mir zu landen. Aber er ist wieder genauso distanziert wie am Anfang“, seufzte sie ein bisschen traurig, „ Ich glaube auch, dass er sich wieder mit diesem blonden Gift versöhnt hat. Ich habe sie mit ihm in seinem Auto fahren sehen.“
„Bist du sicher?“, fragte ich skeptisch. Eigentlich hatte ich den Eindruck gewonnen, dass er Alice jetzt mit anderen Augen sah. Sollte doch einer schlau werden aus den Männern! Offenbar war Jasper, wie fast alle Mitglieder der männlichen Spezies, wankelmütig bis zum geht nicht mehr und wechselte seine Ansichten wie seine Unterwäsche.
Alice zuckte mit den Schultern.
„Ist ja auch egal! Er war nur nett an dem Abend, das ist alles. Er wird sich nie in mich verlieben und ich muss endlich über ihn hinwegkommen. Sonst sitze ich in zehn Jahren noch im Club und schmachte ihm hinterher. Wir zwei haben aber auch ein Glück in der Liebe, was! Du hast einen superreichen Stalker an der Backe kleben und ich bin verliebt in den größten Eisklotz Seattles.“
Grinsend legte ich den Arm um ihre Schultern.
„Wir werden das schon irgendwie hinkriegen. Wir dürfen uns nur nichts gefallen lassen. Ich habe mir vorgenommen, Edward Cullen so richtig auflaufen zu lassen und du kannst ja mit einem netten Mann ausgehen. Ist Juan von der Bar nicht rettungslos in dich verknallt?“
Alice lachte schallend.
„Juan ist in alles verknallt, das unter dreißig ist und atmet. Aber du hast Recht. Ich sollte mit ihm ausgehen! Ihm werde ich nicht das Herz brechen, wenn ich nur einen amüsanten Abend verbringen möchte. Was hältst du von einem Doppeldate. Du könntest diesen George mitnehmen, wenn wir ihn auf Vordermann gebracht haben und wir gehen zu viert aus.“
Ich überlegte kurz. Danny war nicht da und ich konnte ein bisschen Abwechslung gut gebrauchen, um mich von Edward abzulenken. Außerdem würde es ihn in den Wahnsinn treiben, wenn er erfuhr, dass ich mit einem Mann wie George ausging, während ich mich ihm rigoros verweigerte.
Es war auch die perfekte Gelegenheit, um Georges Selbstbewusstsein ein wenig aufzupolieren. Der arme Kerl fing an zu stottern, sobald ein weibliches Wesen auch nur in seine Nähe kam. Ich hoffte nur, dass er meine Aufmerksamkeit nicht falsch verstand und er sich in mich verliebte.
„Ist er das?“, fragte Alice.
George stand vor einem exklusiven Herrenausstatter und trat von einem Bein aufs Andere. Als er Alice und mich erblickte, lief er rot an.
„Ha…ha…hallo“, stotterte er unbeholfen und senkte den Blick.
„Kopf hoch!“, befahl Alice energisch, „Du musst den Leuten ins Gesicht blicken, wenn du mit ihnen sprichst! Ich sehe schon, das wird eine Menge Arbeit werden, aber wenn wir mit dir fertig sind, dann bist du ein neuer Mensch.“
George sah Alice an, als sei sie eine Offenbarung. Wir nahmen ihn in die Mitte und betraten das Geschäft. Da George keinerlei finanzielle Probleme hatte, war es kein Problem, ihn in einem so teuren Geschäft einzukleiden. Es war die nobelste Adresse in der Stadt und Alice bestand darauf, ihn hier mit neuen Kleidungsstücken auszustaffieren.
Während sich ein übereifriger Verkäufer auf George stürzte und Alice aufpasste, dass dieser ihn nicht über den Tisch zog, sah ich mich ein wenig um.
Es war unglaublich luxuriös und männlich eingerichtet. Die Räume waren in gedeckten Farben gehalten, ein riesiges braunes Ledersofa stand an einer Wand und der Verkaufsraum war in kleine Separées aufgeteilt, damit die Kunden ihre Privatsphäre behielten.
Eine weibliche, quietschige Stimme ließ mich aufhorchen.
„Edward, wie viel Anzüge willst du denn noch probieren? Mir ist langweilig!“
„So viele, bis ich den richtigen gefunden habe“, antwortete Cullen genervt und trat aus einem abgetrennten Bereich.
Er trug einen unglaublich gutgeschnittenen, dunkelgrauen Anzug und sah einfach umwerfend aus. Die Farbe betonte seine Haarfarbe, seine vornehme Blässe und die wunderschönen Gesichtszüge. Wie konnte Gott nur zulassen, dass so viel Schönheit und Perfektion in einer Person vereint wurden?
Indem er ihm zumindest einen miesen Charakter gab, beantwortete ich mir selbst die Frage und ging blitzschnell hinter einem Sessel auf Tauchstation, damit er mich nicht entdeckte. Ich kauerte auf dem Boden und hoffte, dass er bald verschwand.
„Jessica, warum gehst du nicht schon vor und ich komme später nach“, meinte er jetzt in charmantem Tonfall, „ ich brauche noch eine Weile.“
„Ist gut, Honey! Ich geh dann mal los und gebe dein Geld aus“, kicherte diese Jessica.
Verächtlich verzog ich das Gesicht. Sie war genauso hohl wie auf der Party, wo ich in den Genuss eines Gespräches zwischen ihr und einer anderen hirnlosen Societyschönheit kam, während ich ihnen die Häppchen servierte. Diese Anteile mussten ihm immens wichtig sein, wenn er dafür diesen hübschen Hohlkopf heiraten wollte.
Ich lugte vorsichtig in seine Richtung und sah, wie Jessica ihn auf den Mund küsste. Oh Gott, die knutschte wie ein Kamel! Wahrscheinlich schob sie ihm die Zunge bis zum Anschlag in den Hals, denn er schob sie relativ schnell weg und tätschelte ihr die Wange.
„Jetzt sein ein braves Mädchen und geh schon mal voraus“, bat er sie.
Jessica kicherte dümmlich und lief mit wackelndem Po aus dem Laden. Ein leises Gefühl der Schadenfreude machte sich in mir breit. Selbst wenn es mir nicht gelang ihn in den Wahnsinn zu treiben, so war diese Frau allein schon Strafe genug. Ich kicherte leise und stieß mir vor Schreck den Kopf, als seine Stimme hinter mir ertönte.
„So süß ich deinen Hintern auch finde, Bella, aber findest du es nicht albern, dich vor mir zu verstecken.“
Ich rieb mir die schmerzende Stirn und sah zu ihm auf. Er streckte mir die Hand entgegen, um mir aufzuhelfen und ich ergriff sie. Mühelos zog er mich zu sich hoch und ich prallte gegen seine Brust. Er ließ mich nicht los, sondern dirigierte mich in seine Kabine und schloss die Tür.
„So, und jetzt verrätst du mir, was du hier machst, Liebes!“
Er sah fasziniert zu, wie sich mein Brustkorb vor Aufregung schnell hob und senkte, legte die Handfläche darauf und verbrannte mich mit seinen heißen Blicken. Ohne ihm zu antworten, sah ich hilflos in seine grünen Augen, bis er leicht aufstöhnte.
„Bella“, flüsterte er, „Bella, ich sehne mich so nach dir.“
Er küsste mich leidenschaftlich, zitterte am ganzen Körper und schmiegte sich eng gegen meinen. Seine Wärme und sein Duft übertrugen ich auf mich, machten mich schwindelig und die Süße seiner Küsse, trug dazu bei, dass ich mich in ihm verlor.
Ich gönnte mir ein paar kurze Momente mit ihm, redete mir ein, er würde allein mir gehören, bevor ich ihn sanft, aber bestimmt wegdrückte.
„Ich bin nicht deinetwegen hier!“, informierte ich ihn, „ Sondern wegen George. Er braucht einen neuen Anzug, wenn wir heute Abend ausgehen.“
Edward entglitten förmlich die Gesichtszüge.
„Du gehst mit diesem Waschlappen aus und lässt mich abblitzen!“, rief er entgeistert.
„Sieht ganz so aus!“, antwortete ich genüsslich.
Es tat gut zu sehen, dass ihn meine Antwort aus der Fassung brachte. Der große Edward Cullen, abgehängt von einer männlichen Jungfrau.
„Er wird dir niemals geben können, was du brauchst, Bella. Das muss dir doch klar sein“, wisperte er eindringlich und legte seine Hand auf meinen Busen, den er sogleich mit geschickten Bewegungen massierte. „Nie wird er dich so berühren wie ich es tue und nie wird er in der Lage sein, dir zu geben, was du verdienst.“
Ich sah zu, wie er die Hand zu meiner Hüfte gleiten ließ und langsam meinen Rock hochraffte, bis der nackte Schenkel sichtbar war. Seine warme Hand schloss sich um ihn und er hob ihn hoch, drängte mit seinem Unterleib zwischen meine Beine. Er war erregt und rieb sich gemächlich an meiner Mitte.
„Kannst du fühlen, was du mit mir machst? Das ist alles für dich, Liebes!“
Mit letzter Kraft befreite ich mich von ihm, bevor sich mein Verstand endgültig verabschiedete.
„Du bist so ein Heuchler! Es ist keine fünf Minuten her, dass du deine Verlobte geküsst hast und jetzt stehst du hier und erzählst mir was von Sehnsucht. Ich sage dir, was ich verdiene. Ich verdiene einen Mann der nur mir gehört und mich nicht nur als Sexspielzeug sieht. Du musst dir schon mehr einfallen lassen, wenn du mich rumkriegen willst. Im Moment sehe ich keinerlei Chancen für dich. Deine Verlobte tut mir leid. Selbst so ein Dummkopf wie Jessica hat was Besseres verdient.“
Er lachte nur und ließ mich los.
„Ich habe nicht erwartet, dass du mir sofort in die Arme fällst, doch ich kann warten. Du glaubst nicht wie geduldig ich sein kann, also freu dich nicht zu früh über deine kleinen Erfolge.“
„Wir werden ja sehen, wer am Schluss lacht!“, erwiderte ich und verließ die Kabine.
Alice sah mich erstaunt an, als ich wieder da war.
„Wo warst du denn? Plötzlich warst du wie vom Erdboden verschluckt!“
Ihre Frage wurde beantwortet, als Edward zu uns trat und George mit einem verächtlichen Blick streifte. Wissend sah sie mich an und ich verdrehte nur genervt die Augen.
George wurde ganz klein bei Edwards Musterung und sagte keinen Pieps. Ich beschloss Edward ein wenig zu schocken und hängte mich bei George ein.
„Hat Alice dich gut beraten? Ich möchte schließlich, dass du gut aussiehst, wenn wir heute in den Club gehen. Das wird bestimmt ein wundervoller Abend, so wie immer. Jede Frau kann sich glücklich schätzen, einen Mann wie dich an ihrer Seite zu haben“, schwärmte ich mit boshaftem Seitenblick auf Edward.
Der schäumte förmlich vor Wut. Er glaubte mir tatsächlich, dass ich mit George was am Laufen hatte. Ein Kichern unterdrückend, strich ich George über die Wange und zwinkerte ihm verschwörerisch zu. Der verstand augenblicklich und spielte mit.
„Bella, für dich jage ich sogar Mutti zum Teufel. Du glaubst gar nicht, wie sehr ich mich auf heute Abend und auf heute Nacht freue“, schwärmte er.
Grinsend sah ich meinen neuen Kumpel an. Er konnte ja richtig aus sich raus gehen und in seinem Anzug, den Alice ihm raussuchte und ohne die Brille, die ebenfalls ihr zum Opfer fiel, sah er sogar ganz passabel aus. Jedenfalls gut genug, um Edward in die Irre zu führen.
„Ich glaube mir wird schlecht!“, hörte ich ihn nur sagen, „ Ich muss jetzt gehen, meine Verlobte erwartet mich schon ungeduldig.“
„Lass dich nicht aufhalten!“, antwortete ich ihm mit meiner lieblichsten Stimme und sah weiterhin schwärmerisch zu George.
Edward schnaubte nur und verließ das Geschäft.
„Puh, Bella, das ist aber ein gefährliches Spiel, das du spielst. Jetzt kreuzt er bestimmt auch im Club auf, um zu sehen, ob du wirklich mit George ausgehst.“
„Ich danke dir, dass du mitgespielt hast!“, ignorierte ich Alice und sah zu George, „Du weißt aber schon, dass es nur Freundschaft zwischen uns geben kann, oder?“
Es war ein bisschen spät, dies erst jetzt abzuklären, doch George grinste nur.
„Ist schon okay; Bella. Für Frauen ist es mir noch zu früh, ich bin schon froh, wenn ich endlich Freunde habe. Das wünsche ich mir schon so lange.“
Alice drückte ihn gerührt an ihre Brust und drängte ihre Tränen zurück. Sie war schon immer nah am Wasser gebaut.
„George, jetzt hast du Freunde. Wenn es jemand wagen sollte, dir einen dummen Spruch um die Ohren zu hauen, dann bekommt er es mit uns zu tun. So, und jetzt genug der Sentimentalitäten. Wir müssen noch zum Friseur mit dir. Dein Haarschnitt ist grauenhaft, haben die beim letzten Mal mittendrin aufgehört?“, wunderte sich Alice und ließ prüfend die Strähnen durch ihre Finger gleiten.
George bezahlte seinen Anzug und wir suchten uns einen guten Herrenfriseur, der letzte Hand an Georges Frisur legte.
Danach, mit neuen Kleidern, Kontaktlinsen und schickem, Haarschnitt, war er fast nicht wiederzuerkennen.
Es wäre doch gelacht, wenn es uns jetzt nicht gelang, aus George einen ganzen Mann zu machen und solange würde er als mein Alibifreund herhalten, um Edward “Großmaul“ Cullen eins auszuwischen.
Ich fing an mich wahnsinnig auf den Abend zu freuen. Obwohl mir bewusst war, dass ich mich mit einem gefährlichen Verführer anlegte, so konnte ich mich doch nicht gegen das Prickeln wehren, welches mich bei unseren Streitereien immer ergriff. Mein Verhalten war kindisch, ja, aber seines war auch nicht besser. Jetzt würde sich zeigen, wer hier den Kürzeren zog.
Foto von George

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