Inhalt:

Bella Swan ist alleinerziehende Mutter eines fünfjährigen Sohnes. Mit zwei Stellen hält sie sich grad so über Wasser. Tagsüber arbeitet sie in einem Schnellrestaurant und am Wochenende in einem angesagten Club. Dort lernt sie Edward Cullen kennen. Der ist reich, gelangweilt und eiskalt. Er macht Bella ein unverschämtes Angebot. Gegen Bezahlung soll sie seine Geliebte werden. Empört lehnt sie dies ab........ Pairing Bella/Edward

© by Vivian (Die Charaktere gehören Stephenie Meyer)

Freitag, 26. November 2010

Kapitel 39 - Neuanfang

Bellas POV
Edward und Danny kamen nach circa einer halben Stunde wieder. Beide lachten und streiften die vom Schnee feuchten Schuhe, auf dem Flur ab. Jeder trug eine Papiertüte unterm Arm und sie betraten die kleine Küche, wo ich schon den Frühstückstisch gedeckt hatte. Mittlerweile war ich frisch geduscht und bereit den Tag zu beginnen. Meine Aussprache mit Edward hatte sämtliche Lebensgeister und neue Hoffnung in mir geweckt.

„Na, wieder unter den Lebenden?“, fragte Edward grinsend.

Das Küchentuch landete mit voller Wucht in seinem Gesicht und er packte mich um die Hüften.

„Nicht so stürmisch, Miss Swan“, hauchte er, „Wir wollen doch mit gutem Beispiel voran gehen.“ Er deutete mit dem Kopf in Dannys Richtung, der Augen machte wie Untertassen. Er hatte noch nie so direkt erlebt, dass ein Mann mich umarmte.

„Das kriegst du wieder!“, flüsterte ich honigsüß.

„Ich freu mich schon!“, hörte ich nah an meinem Ohr.

Schauer über Schauer rieselten mir über den Rücken. Dieser Mann hatte wirklich eine fatale Wirkung auf mich. Meine Stimme klang belegt, als ich fragte.

„Wie wäre es mit Frühstück? Habt ihr auch Muffins mitgebracht?“

„Muffins!“, sagte Edward empört und verzog sein Gesicht, „Wir haben Croissants besorgt.“

Hochmütig hob er eine Augenbraue und ich setzte mich grinsend an den Tisch. Manchmal war er ein echter Snob.

„Von mir aus, aber die Krümmel kannst du dann wegsaugen “, versetzte ich gutgelaunt.

Ich platzierte ein Croissant auf Dannys Teller, der das goldbraune Gebäck misstrauisch beäugte. Ich schnitt es ihm in der Mitte auseinander, schmierte die zum Glück weich gewordene Butter darauf und fügte noch einen Klecks Marmelade dazu, denn Danny dann selbst mit dem Messer verstrich. Anschließend schenkte ich mir einen Kaffee ein und trank genüsslich einen Schluck. Edward betrachtete mich amüsiert, als ein seliges Stöhnen meinen Lippen entwich.

„Es ist anregend dich beim Kaffee trinken zu beobachten!“

Ich trat ihm unterm Tisch ans Schienbein.

„Edward!“, zischte ich, doch er lachte nur. Ich konnte nicht anders, als in sein Lachen einzustimmen. Ich war im Moment einfach nur glücklich.

„Bringt ihr mich beide heute zur Schule?“, wollte Danny wissen.

Seine Augen sahen sehnsüchtig aus. Mein Herz machte einen kleinen Satz, denn man sah Danny deutlich an, wie sehr er dieses Beisammensein genoss. Endlich hatte er sowas wie eine richtige Familie, auch wenn sie sich noch in ihren Anfängen befand.

„Wir fahren mit meinem Wagen!“, bestimmte Edward, fügte dann aber noch hinzu, „Wenn es dir recht ist, Bella.“

Oh, er war lernfähig! Ich nickte zustimmend und wir widmeten uns wieder unserem Frühstück. Danach ging ich mit meinem Sohn in sein Zimmer und packte die Sachen für seine Tasche. Obwohl es sich nur um eine Vorschule handelte, war sie wirklich immer vollbeladen und viel zu schwer für den Knirps.

„Ich weiß wirklich nicht, warum ihr immer so viel Kram mitnehmen müsst“, schimpfte ich ungehalten, „Das braucht ihr doch alles gar nicht! Ich muss mal ein Wörtchen mit deinen Lehrern reden. Du kriegst ja einen Rückenschaden, bevor du zehn bist.“

Danny zuckte nur die Schultern.

„Peteys Mum schimpft auch immer!“

„Die wird schon wissen warum!“, murmelte ich. Danny suchte noch das stille Örtchen auf und ich verschloss kopfschüttelnd die viel zu schwere Schultasche. Als ich aufsah, bemerkte ich Edward, der am Türrahmen lehnte.

„Du bist eine tolle Mutter!“, meinte er leise.

Etwas verlegen erwiderte ich seinen Blick.

„Danke!“, wisperte ich leise. Er trat näher und zog mich an sich.

„Ich glaube, Sie haben mir noch keinen Kuss gegeben, Miss Swan.“
Er senkte seine irrsinnig weichen Lippen auf meinen Mund und ich verging beinahe vor Wonne. Zart strich er mit ihnen über meinen willigen Mund, zog meine Unterlippe zwischen seine Zähne und saugte sachte daran. Ich fiel förmlich gegen seinen Körper, nicht fähig, ihm etwas entgegenzusetzen.

Dannys Kichern unterbrach diesen Moment und wir fuhren ertappt auseinander. Wir mussten wirklich lernen uns zu beherrschen. Aber wie sollte ich das anstellen, wenn dieser Sexgott ständig über mich herfiel?

„Ihhgitt!“, schüttelte sich Danny, „Warum müssen Erwachsenen immer knutschen, das ist doch voll langweilig.“

Edward ging auf ihn zu und zerzauste sein frisch gekämmtes Haar.

„Wenn du mal so alt bist wie wir, dann siehst du das mit anderen Augen. Ich werde dich daran erinnern, wenn es mal bei dir soweit ist.“

„Ich küsse niemals ein Mädchen. Die sind nur doof!“

Wir tauschten einen wissenden Blick und machten uns dann langsam auf den Weg. Edward chauffierte uns zur Schule und stieg noch mit aus. Normalerweise mochte Danny es nicht, wenn ich ihn bis zur Tür begleitete, doch heute schien er geradezu erpicht darauf. Der Grund war klar! Er wollte seinen Freunden zeigen, dass er jetzt auch einen „Vater“ hatte. Ich hoffte wirklich, dass Edward bewusst war, welche Verantwortung er mit einer Ehe mit mir einging. Ich würde eine Enttäuschung irgendwie verkraften. Es wäre zwar schwer, doch ich würde es schaffen.

Bei Danny war ich mir da nicht so sicher. Er fragte selten nach seinem leiblichen Vater, doch da ich ihm nie verschwiegen hatte, dass Jake noch am Leben war, arbeitete es schon in seinem Kopf. Er verstand nicht, warum Jake es nicht fertigbrachte ihn zu besuchen, auch wenn er sehr weit weg lebte, wie ich ihm vorflunkerte. Einmal meinte er, es gäbe doch Flugzeuge, mit denen man auch von ganz weit weg überall hinkam. Ich redete mich heraus, dass er kein Geld für einen Flug besaß. Doch irgendwann musste ich Danny die Wahrheit sagen. Aber wie brachte man seinem Kind bei, dass der eigene Vater nichts von einem wissen wollte.

Also schwieg ich weiterhin und hoffte, dass die Fragen irgendwann von allein aufhören würden. Durch Edwards Auftauchen standen wir vor ganz neuen Herausforderungen und ich musste zugeben, dass er seine Sache bisher überraschend gut machte. Er verstand sich prächtig mit meinem Sohn. Es wurde immer klarer, dass die zwei eine Wellenlänge hatten. Sollte er jedoch Danny jemals enttäuschen, indem er sich wieder von ihm abwandte, dann würde ich persönlich dafür sorgen, dass er es bereute. Wenn es um Danny ging, hörte bei mir jeder Spaß auf!

Beim Anblick der zwei wurde mir warm ums Herz. Der kleine Kerl lief zwischen uns auf das Schulgebäude zu, seine Hand war in Edwards geschoben und er sah glücklich zu ihm hoch. Er mochte ihn. Trotzdem wusste ich, dass er noch skeptisch war und Edward nicht zu nahe an sich heranlassen würde. Dafür war es noch zu früh. Es würde lange dauern, bis er echtes Vertrauen zu ihm fassen würde, das war bei mir ja nicht anders. Die Zeit würde es zeigen, wie ernst es Edward tatsächlich meinte, wenn er einen Bund mit uns Beiden einging.

„Wir holen dich dann nach der Schule wieder ab, Danny“, versprach Edward, als wir vor der Tür standen. Seine Mitschüler standen etwas abseits und starrten neugierig den großen Mann an, der Dannys Hand hielt.

„Müsst ihr nicht arbeiten?“, wollte der wissen.

„Nein, wir schauen uns heute ein paar Häuser an. Wir brauchen doch einen Platz, wo wir alle wohnen, wenn deine Mum und ich erst verheiratet sind.“

Erstaunt sah ich ihn an. Das war ja mal was ganz Neues. Edward sah mich entschuldigend an.

„Ich hatte noch keine Gelegenheit, es dir zu erzählen. Gestern war…nun sagen wir, gestern war kein geeigneter Zeitpunkt.“

„Sagt wer?“, sagte ich und verschränkte die Arme vor der Brust. Ich war nicht sauer, was er wohl befürchtete. Innerlich trug ich ein breites Grinsen zur Schau. Es war ganz gut, wenn er ein bisschen Angst vor mir hatte. Ich wollte nicht wie seine heißgeliebte Tanya, ständig Ja und Amen zu allem sagen. Er musste mich als gleichberechtigte Partnerin an seiner Seite akzeptieren, dazu gehörte natürlich auch, dass er mich in alle Entscheidungen miteinbezog. Zumindest, wenn es um unser gemeinsames Leben ging. Geschäftlich würde ich ihm nie reinreden, dafür hatte ich zu wenig Ahnung von dem Ganzen.

Die Schulglocke bimmelte und Danny flitzte winkend und lachend hinein. Lächelnd sah ich ihm nach, als er „Tschüüüüs Mum, tschüüüüüüüüüüs Edward“, rief und drehte mich anschließend zu Letzterem um.

„Was denn für Häuser?“, wollte ich neugierig wissen. Überrascht, weil ein Donnerwetter von mir ausblieb, stieß er den angehaltenen Atem aus. Mein innerliches Grinsen wurde so breit, dass es mich mein Bemühen, nicht in Gelächter auszubrechen, fast zerriss. Sein Gesichtsausdruck war einfach zum Schießen.

„Du überrascht mich immer wieder, Liebes“, murmelte er und nahm meine Hand. Wir stiegen wieder in den Wagen und er legte den Gang ein. Geschickt reihte er sich in den laufenden Verkehr ein und ich starrte auf seine schönen Hände, die das Lenkrad sicher umschlossen.

„Ich habe einen Termin bei einem Makler ausgemacht. Er wird uns einige Vorschläge unterbreiten und wir entscheiden, welches der Häuser in seinem Angebot für uns in Frage kommt. Willst du in der Stadt bleiben, oder lieber außerhalb leben.“

Jetzt war ich doch etwas überrumpelt. Darüber hatte ich mir überhaupt keine Gedanken gemacht. Wann in Gottes Namen, hatte er nur die Zeit sich um solche Dinge zu kümmern? Wir beschlossen doch gerade erst zu Heiraten.

„Ähm, ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung. Ich schätze, das kommt auf das Haus an.“

Er warf mir einen Seitenblick zu.

„Das geht dir alles ein bisschen zu schnell. Stimmt´s?“

„Das ist es nicht. Ich fragte mich nur gerade, woher du die Zeit nimmst, solche Dinge in die Wege zu leiten.“

„Dafür habe ich meine Leute, Liebes.“

„Verstehe.“ Manchmal vergaß ich, wie reich er war und dass er viele Leute um sich hatte, die ihm einiges abnahmen.

„Wann müssen wir Danny abholen?“, fragte er unvermittelt.

„Lass mich überlegen. Wir haben Dienstag, das bedeutet, er verbringt die Mittagspause dort und hat danach Keyboardunterricht. Der endet um fünfzehn Uhr.“

„Was hältst du davon, wenn wir zu mir fahren und uns die Exposés  per E-Mail schicken lassen. Dann können wir in Ruhe entscheiden, welches der Häuser wir uns anschauen wollen?“

Ich schluckte. Wir wären allein. Das Bild seines riesigen Bettes tauchte in meinem Kopf auf und ich schlug mir gedanklich auf die Finger. Meine Fantasien gingen eindeutig in die falsche Richtung.

„Das ist eine großartige Idee“, stimmte ich zu und versuchte wenigstens einen coolen Eindruck zu machen. Sein diabolisches Grinsen machte diesen Versuch zunichte und ich lief so rot an, wie ein Feuerwehrauto.

„Ich liebe es, wenn du rot wirst, Liebes!“, hauchte er verführerisch.

Ich kniff mir heimlich fest in den Schenkel, damit der Schmerz mich von seiner unglaublichen Ausstrahlung ablenkte. Es gehörte wirklich verboten, so gut auszusehen. Was hatte sich Esme nur dabei gedacht, so ein Mannsbild auf die Menschheit loszulassen.

„Schau lieber auf die Straße!“, piepste ich mit dünner Stimme.

Er gehorchte und verkniff sich sein Lachen, nur seine Mundwinkel zuckten noch verräterisch. Es dauerte nicht lange, bis er in seine Tiefgararge fuhr. Die Erinnerung daran, was sich bei meinem letzten Besuch in seiner Wohnung abspielte, ließ mich erzittern. Nachdem der Aufzug uns in das richtige Stockwerk beförderte, durchquerten wir den langen Gang zu seiner Wohnung. Er öffnete die Tür mit der Karte und wir traten hinein.

„Ich lasse dir gerade eine eigene Karte machen, da ich die Wohnung behalten werde.“

„Warum denn das?“

„Die Wohnung ist eine gute Geldanlage, doch die Immobilienpreise sind gerade im Keller. Wenn sich der Markt erholt, kann ich sie immer noch gewinnbringend verkaufen. Solange können wir sie selbst nutzen. Die geschäftlichen Dinerveranstaltungen die wir zukünftig gemeinsam besuchen werden, enden oft sehr spät, sodass wir hier übernachten können. Ich habe keine Lust, ständig in Hotels zu schlafen, obwohl der Zimmerservice durchaus seinen Reiz hat. Wenn du verstehst was ich meine:“

Mit großen Augen sah ich ihn an. „Nein, eigentlich nicht!“

Er trat ganz nahe an mich heran, zog mich an sich und legte den Mund an mein Ohr.

„Du bist manchmal so unschuldig und naiv, das törnt mich wirklich an. Ist dir das bewusst?“

Mein Kopf schwang hin und her, seine Lippen streiften dabei die zarte Haut an meinem Ohr und ich unterdrückte ein Stöhnen.

„Der Zimmerservice“, wisperte er erregt, „ist unheimlich praktisch, wenn man sich nach dem Sex etwas Gutes gönnen möchte.“

Ich bog den Kopf zurück.

„Du hast ihn wohl recht oft genutzt!“, schnappte ich.

„Ein Gentleman genießt und schweigt“, versetzte er prompt. Seine Augen verdunkelten sich mit jeder Sekunde. Jetzt war er wieder der Verführer, der Kerl, der mich um meinen letzten Rest Verstand brachte.

„Die Häuser!“, brachte ich mit letzter Kraft heraus, „Du wolltest dir doch die E-Mails schicken lassen.“

Edward biss sich auf die Unterlippe, prüfend wanderte sein Blick über mein erhitztes Gesicht.

„Ich sehe schon, du willst heute standhaft bleiben. Gutes Mädchen!“, scherzte er und ließ mich los. Er trat einen Schritt zurück, lockerte mit einer Handbewegung seinen Krawattenknoten und lief dabei mit weit ausholenden Schritten in ein anderes Zimmer.

„Kommst du!“, rief er mir über die Schulter zu, während er sein Handy zückte. Ich folgte ihm, während er mit dem Makler telefonierte. Wir befanden uns jetzt in seinem Arbeitszimmer. Es war wie der Rest der Wohnung sehr modern gehalten. Ein dicker, flauschiger weißer Teppich war unter dem verchromten Arbeitstisch ausgelegt, dessen Oberfläche mit einer supermodernen Telefonanlage, einem Laptop, diversen Akten und sonstigem Büromaterial bestückt war. Dahinter befand sich eine riesige Fensterfront, die den Blick auf Seattle freigab.

Seitlich in der Ecke, stand eine monströse Grünpflanze, die dem sehr kühlen Raum etwas Leben einhauchte. Ein etwa drei Meter breiter Schrank mit verchromten Griffen, beherbergte bestimmt Unmengen an Akten und sonstigen Unterlagen. Ein leerer, ebenfalls verchromter Mülleimer stand seitlich neben dem Tisch. An den Wänden hingen mehrere abstrakte Bilder, die meinen Geschmack jedoch nicht trafen. Man konnte gar nicht erkennen, was darauf dargestellt wurde. Moderne Kunst war eben nicht mein Ding, doch ich war mir sicher, dass diese Teile ein Vermögen gekostet hatten.

Das leise Brummen des Computers erzeugte ein beruhigendes Gefühl in mir und ich trat zu Edward, der schon in seinem großen, schwarzen Bürostuhl aus weichem Leder lümmelte. Er schob sich ein wenig zurück und bedeutete mir, auf seinem Schoß Platz zu nehmen. Ich setzte mich auf seinen linken Oberschenkel, sodass er eine Hand freihatte, um das Laptop zu bedienen. Er schob den Stuhl ein Stück vor und setzte sich aufrechter hin. Dadurch wurde ich eng an seinen Körper gepresst, spürte die Wärme, die sich durch sein Hemd auf meinen Rücken übertrug. Seine linke Wange schmiegte sich an meine Rechte, während wir nach und nach die Exposés der Häuser begutachteten. Der Makler war flott, das musste man ihm lassen.

Ich konnte mich kaum auf die Bilder konzentrieren, die vor uns hochgeladen wurden, so sehr verwirrte mich Edwards körperliche Nähe. Doch ich schaffte es mich zusammenzureißen und ich blieb an einem Haus hängen. Edward wollte schon das nächste Exposé öffnen, als ich meine Hand auf seine legte, um ihn davon abzuhalten.

„Warte Edward, das hier sieht doch toll aus.“

„Diese Bruchbude?“, meinte er zweifelnd, „Außerdem ist es ein bisschen klein.“

„Klein!!!“ Ich schrie fast. „Edward, das Haus hat 240 Quadratmeter Wohnfläche. Wo in aller Welt ist das klein?“

Er hob beschwichtigend die Arme.

„Gnade!“, lachte er, „Ich habe schon verstanden. Du hast dich in die Kiste verliebt!“

Schmollend sah ich ihn an.

„Das ist keine Kiste. Das Haus ist wirklich wundervoll. Hast du gesehen, was für ein toller Garten dabei ist?“ Ich begeisterte mich immer mehr dafür. „Es ist wirklich hübsch. Es sieht aus, wie Tara aus „Vom Winde verweht“. In so was wollte ich schon immer wohnen“, schwärmte ich.

„Bella, das Haus ist eine Bruchbude. Ich weiß nicht, warum der Makler es überhaupt mit aufgenommen hat. Es ist komplett renovierungsbedürftig, daher auch der niedrige Preis. Wahrscheinlich bricht es uns über den Köpfen zusammen, sobald der erste Sturm darüberzieht.“

„Bitte!“, bettelte ich. Ich wollte das Haus unbedingt, ohne es überhaupt vorher gesehen zu haben. Außerdem war es im Vergleich zu den anderen Ungetümen, spottbillig. Selbst mit anfallenden Renovierungskosten würde dieses Häuschen, nicht an die Preise der restlichen Angebote heranreichen.

„Bella!“, seufzte er.

„Bitte!“ Meine Stimme wurde leiser, verführerischer.

„Es ist wirklich nicht das Richtige für uns, glaub mir.“

Doch sein Widerstand bröckelte, seine Stimme war lange nicht so bestimmt, wie noch vor ein paar Minuten. Schamlos nutzte ich meine Zunge, um die Konturen seines Ohres nachzufahren.

„Bitte!“, hauchte ich. Mein Mund glitt über seine Wange auf seinen Mundwinkel zu. „Tu mir den Gefallen.“

Aufstöhnend küsste er mich. Heftig verschlangen wir den Mund des anderen, versanken in unserem leidenschaftlichen Zungenspiel. Keuchend riss er sich los.

„Du bist ein berechnendes Biest, Isabella Swan. Weißt du das?“, zischte er und drückte mich noch enger an seinen Körper. Ich setzte mich rittlings auf ihn, so gut es auf dem Stuhl ging und lächelte ihn frech an.

„Heißt das, ich krieg mein Haus?“

Er schüttelte den Kopf, um wieder klar zu werden.

„Du bekommst alles von mir, was du haben willst, Liebes. Ich lege dir die ganze Welt zu Füßen“, beteuerte er. Seine langen, schlanken Finger öffneten einen Blusenknopf nach dem anderen, legten Zentimeter für Zentimeter meine helle Haut frei. Sein Mund drückte sich auf mein Dekolletée,  wanderte bis an den Rand meines BH´s. Er griff hinter mich und schob das Laptop zur Seite, rollte sich mit dem Stuhl noch ein Stück nach vorne und bog meinen Oberkörper nach hinten. Wie ein Opfer lag ich vor ihm und er ließ beide Hände über mich wandern.

Ich erbebte bei der Berührung seiner Handflächen. Seine Art mich anzufassen hatte etwas Besitzergreifendes, ich gehörte ihm. Mit den Fingern umschloss er meine zitternden Brüste, die noch immer von den Spitzenkörbchen umschlossen waren. Er hob sie an, drückte sie und erkundete ihre Form und Festigkeit. Meine Brustspitzen drängten sich gegen den Stoff, bettelten förmlich darum liebkost zu werden.

„Edward…oh Gott…bitte!“

„Was, Liebes? Was soll ich tun? Sag es mir!“

„Küss mich! Ich will deinen Mund auf mir spüren“, bat ich erregt. Jeder Gedanke an das Haus war wie weggefegt. Ich konnte nur noch an Edward denken, seine Berührungen spüren. Er erfüllte mir meinen Wunsch und schob den Büstenhalter einfach nach oben. Er hatte nicht die Geduld, ihn zu öffnen. Hart schlossen sich seine Lippen um meine Spitzen, sein Saugen sandte Hitzewellen durch meinen gesamten Unterleib, die sich dann auf einen bestimmten Punkt, zwischen meinen Beinen, konzentrierten.

Ich begann mich an seiner wachsenden Härte zu reiben, um mir Erleichterung zu verschaffen, brachte ihn dazu, mich immer wieder gegen seine Erregung zu pressen. Da wir beide Stoffhosen trugen und kein lästiger Jeansstoff die Berührung dämpfte, kamen wir bald an einen Punkt, der keine Unterbrechung mehr duldete.  Er packte meine Hand und führte sie zwischen seine Beine.

„Fass mich an, Bella“, ächzte er und legte selbst die Hand zwischen meine Schenkel. Ich umschloss ihn mal sanft, mal hart durch den Stoff seiner Hose, während er immer stärkeren Druck an meiner intimsten Stelle ausübte.

„Fester, Edward!“, verlangte ich erregt. Mein Unterleib bewegte sich wie von allein, unterstützte seine Bemühungen mich zum Höhepunkt zu bringen. Edward legte seine freie Hand über meine, drückte mich noch stärker gegen seine Härte. Ich hatte fast Angst ihm wehzutun, so intensiv war der Druck, den ich auf ihn ausübte. Doch es schien ihm nichts auszumachen. Die Laute die er ausstieß, spornten mich noch mehr an und das Pulsieren unter meiner Handfläche erreichte seinen Höhepunkt. Mit einem erstickten Schrei versteifte er sich und ich spürte seinen Erguss durch den dünnen Stoff. Das war alles, was ich noch brauchte, um selbst einen unglaublichen Orgasmus zu erleben. Ich presste mich fest gegen seine massierenden Finger und kam gewaltig.

Minutenlang saßen wir danach da, ich noch immer auf seinem Schoß, in seinen Armen. Er streichelte meinen Rücken auf und ab, half mir dabei wieder runterzukommen. Diese rauschhafte Erfahrung war fast zu viel für mich. Was würde ich fühlen, wenn er tatsächlich mit mir schlief?

„Das ist ein weiterer Punkt, warum ich eine eigene Wohnung, immer einem Hotel vorziehen werde.“

Verwirrt nahm ich den Kopf von seiner Schulter, sah in seine schimmernden grünen Augen.

„Bitte?“

Er deutete auf den feuchten Fleck zwischen seinen Beinen.

„Hier kann ich meine Kleidung wechseln.“

Knallrot im Gesicht, sprang ich von seinem Schoß, damit er aufstehen und sich umziehen konnte. Doch trotz meiner Verlegenheit, regte sich leiser Stolz in mir, weil ich dafür verantwortlich war. Er küsste mich kurz auf die Schläfe.

„Bin gleich wieder da. Dann rufen wir den Makler an und machen einen Besichtigungstermin aus.“

Ich strahlte wie ein Honigkuchenpferd. Während Edward sich umzog, klingelte das Telefon auf seinem Schreibtisch. Auf dem Display stand „Mutter“.

„Wer ruft an?“, brüllte Edward aus dem anderen Zimmer.

„Deine Mutter!“, schrie ich zurück.

„Kannst du rangehen? Sie will bestimmt über die Verlobungsfeier sprechen. Mum ist schon eifrig am Planen.“

Ich nahm das Gespräch an.

„Hallo Esme! Hier ist Bella“, meldete ich mich.

„Ahhh, da habe ich ja die Richtige. Wir haben gar keine Nummern ausgetauscht und ich wollte Edward gerade bitten, sie mir mitzuteilen. Ich kann doch eure Feier nicht ohne dich planen, daher wollte ich dich um ein Treffen bitten.“

„Gerne. Wann wäre es dir denn recht?“

„Morgen?“, fragte sie hoffnungsvoll.

„Morgen muss ich im Diner arbeiten, aber du könntest gegen eins zu mir kommen, wenn ich Pause habe. Dann können wir alles Weitere besprechen.“

„Großartig!“, stimmte sie zu, „Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal einen Burger gegessen habe. Mein Personal Trainer wird mich zwar lynchen, aber was soll´s. Bis dann!“

Sie legte auf, bevor ich antworten konnte und mir wurde ganz anders bei den Worten „Personal Trainer“. Wurden in Zukunft auch von mir solche Verrenkungen erwartet? Ich und Sport waren definitiv keine gute Kombination. Ich brachte es fertig und brach mir vor der Hochzeit sämtliche Knochen. Edward kam zurück.

„Was wollte sie?“, fragte er leichthin. Er trug jetzt Jeans und einen naturweißen Pullover. Edward sah sportlich und lässig zugleich aus. Er konnte wirklich anziehen, was er wollte, er sah in allem anbetungswürdig aus.

„Verlobungsfeier!“, sagte ich knapp und starrte ihn unverhohlen an.

Er kam auf mich zu, zog mich vom Stuhl hoch.

„Bella, ich habe nachgedacht!“, fing er an.

„Ach was!“, neckte ich ihn.

Er stupste mit seiner Nase die Meine an.

„Sei mal ernst!“, bat er. Jetzt hatte er meine volle Aufmerksamkeit.

„Es gibt etwas, das ich tun möchte!“, sagte er mit etwas brüchiger Stimme.

Ich legte ihm meine Hand an die Wange, strich darüber.

„Was möchtest du tun?“, fragte ich ihn aufmunternd. Er schluckte und führte mich aus dem Zimmer und wir setzten uns auf seine schwarze Ledercouch. Ernst nahm er meine Hände, führte eine davon an seine Lippen.

„Ich wollte dir das schon gestern Abend sagen. Gott, ich wollte dir so viel sagen, aber der Zeitpunkt ist ja nicht wichtig.“

Neugierig beobachtete ich jede Regung in seinem Gesicht.

„Bella, ich will dir beweisen, dass ich es ernst mit dir meine. Ich will wirklich einen Neuanfang, in jeder Hinsicht. Deswegen möchte ich dich bitte, dass du mit mir das Grab von Tanya besuchst. Ich will endgültig Abschied von ihr nehmen, aber ich brauche dich bei mir, wenn ich das tue.“

Er hatte den Kopf gesenkt, wirkte auf einmal unglaublich traurig. Seine Bitte machte mich stolz, glücklich und traurig in einem. Einen größeren Beweis für seine Ernsthaftigkeit hätte er mir nicht geben können. Sanft strich ich durch sein bronzenes Haar, weich und seidig glitt es durch meine Finger.

„Natürlich werde ich mit dir kommen. Ich werde immer für dich da sein, Edward. Egal, worum es auch geht.“

Er lächelte, nahm mich in den Arm und flüsterte ein einziges Wort.

„Danke.“

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