Inhalt:

Bella Swan ist alleinerziehende Mutter eines fünfjährigen Sohnes. Mit zwei Stellen hält sie sich grad so über Wasser. Tagsüber arbeitet sie in einem Schnellrestaurant und am Wochenende in einem angesagten Club. Dort lernt sie Edward Cullen kennen. Der ist reich, gelangweilt und eiskalt. Er macht Bella ein unverschämtes Angebot. Gegen Bezahlung soll sie seine Geliebte werden. Empört lehnt sie dies ab........ Pairing Bella/Edward

© by Vivian (Die Charaktere gehören Stephenie Meyer)

Freitag, 26. November 2010

Kapitel 29 - Machmal reicht Liebe nicht!

George brachte mich noch nach Hause und küsste mich vor meiner Haustüre zart auf meine Wangen.

„Glaub mir, Bella, alles wird gut werden. Hab ein wenig Vertrauen! Niemand wird dir Danny wegnehmen, das lassen wir nicht zu. Okay?“

Ich nickte etwas optimistischer, als ich es tatsächlich war.

„Glaubst du nicht, dass der Richter es komisch findet, wenn ich plötzlich mit einem Ehemann aufwarten kann. Ich habe schließlich nichts davon erwähnt.“

Er lächelte nur.

„Bella, hier geht es nicht darum, die Einwanderungsbehörde reinzulegen, sondern um einen Sorgerechtsprozess. Kein Gesetz verbietet dir, zu heiraten, damit du dich damit in die Lage versetzt, ohne Einschränkungen für deinen Sohn da zu sein. Selbst diese Hexenanwältin wird keinen Paragraphen finden, der das verbietet. Dem Richter ist es scheißegal, aus welchem Grund du zu Hause sein wirst. Hauptsache, das Kind ist in guten Händen. Und wer wäre dafür besser geeignet, als die eigene Mutter. Was Jakes Lüge angeht, was seine Kenntnis über Dannys Existenz betrifft, so steht dein Wort gegen seins. Er kann seine Behauptungen nicht beweisen und zur Not muss man eben deinen Vater und diesen Billy Black vorladen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie unter Eid lügen würden.“

„Wow, George!“, sagte ich beeindruckt, „Woher kommt denn dein plötzliches Selbstbewusstsein her? So kenn ich dich gar nicht.“

„Das habe ich nur dir zu verdanken. Ohne dich, wäre ich immer noch der erbärmliche Trottel, der sich von seiner Mutter herumkommandieren lässt.“

„Du warst noch nie ein Trottel, George!“, widersprach ich sanft und küsste ihn zart auf die Wange. Er errötete ein wenig und räusperte sich dann.

„Also, wie auch immer. Du machst nichts illegales, mit dieser Heirat, sondern versetzt dich damit nur in die Lage, angemessen für deinen Sohn sorgen zu können. Schließlich liegt das letzte Wort immer noch beim Richter und er wollte doch selbst, dass du etwas änderst. Voila, das hat er jetzt davon!“, feixte er.

Ich musste lachen.

„Du bist unmöglich, aber ich danke dir dafür. Du bist mein Ritter in schimmernder Rüstung“, scherzte ich zurück. Er stimmte in mein Lachen ein und verabschiedete sich endgültig von mir. In der Wohnung war es ruhig, da Bibi noch mit Danny unterwegs war. So hatte ich noch die Möglichkeit mich hinzusetzen und in Ruhe nachzudenken. Das alles erschien mir so unglaublich unwirklich! Jake und seine Anwältin hatten ihre Hausaufgaben gemacht, das musste man ihnen lassen. Mein ganzes Leben war in ein paar Seiten zusammengefasst und vor Gericht ausgebreitet worden. Sie schienen über jede Einzelheit Bescheid zu wissen und mit Schrecken wurde mir bewusst, dass es durchaus möglich war, dass belastende Fotos existieren könnten. Der Abend, an dem ich besoffen auf den Tischen oder der Theke tanzte, wäre ein gefundenes Fressen für Justine Mendelson .

Ich konnte nur hoffen, dass niemand etwas davon mitbekommen hatte und nicht irgendwo peinliche Beweise herumflogen. Niemals wieder, würde ich mich so gehen lassen! Mein Verhalten in jener Nacht konnte mich meinen Sohn kosten, da würde mir auch eine Heirat mit George nichts mehr nutzen. Seufzend dachte ich daran, dass ich Danny noch beibringen musste, dass er einen neuen "Daddy" bekommen würde. Es fühlte sich alles so falsch an! Ich wusste, dass George ein Auge auf Cynthia geworfen hatte und die Ärmste würde untröstlich sein, wenn sie von der geplanten Heirat erfuhr. Plötzlich war ich mir gar nicht mehr so sicher, ob ich das Richtige tat. Wir würden alle drei unglücklich werden, George und Cyn, weil sie ihre neuentdeckte Liebe nicht ausleben durften und ich, weil ich dadurch an einen Mann gebunden war, den ich zwar sehr mochte, aber keineswegs liebte.

Meine Liebe gehörte Edward. Er war es und kein anderer, der mein Herz berührte, der mich schaudern und zittern ließ. Allein der Gedanke an ihn schmerzte, doch dieses Gefühl wurde gedämpft durch meine Angst, Danny an seinen Vater zu verlieren. Ich wäre bereit alles zu tun, um Danny zu behalten! Lügen, stehlen und intrigieren, wenn es sein musste. Wenn es um mein Kind ging, kannte ich keine Skrupel, die mich normalerweise immer plagten. Was brachte es mir denn bisher ein, immer das Richtige zu tun? Ich stand am Ende immer als Dumme da! Die Geschichte mit Edward war das beste Beispiel. Hätte ich nicht solche Panik gehabt verletzt zu werden, wenn ich mit ihm schlief, dann hätte ich jetzt wenigstens eine schöne Erinnerung, an die ich mich für den Rest meines Lebens klammern konnte. Jetzt blieb mir nicht mal das.

Aufgewühlt stand ich auf, raufte mir die Haare und lief in meinem kleinen Wohnzimmer hin und her. Mein Körper schmerzte vor unerfülltem Verlangen und meine Sehnsucht wurde unerträglich. Am liebsten hätte ich den Telefonhörer in die Hand genommen und ihn angerufen. Einfach, um seine samtene Stimme zu hören, deren erotisches Timbre die pure Erotik war. Wie viele Frauen waren durch seine Hände gegangen, weil sie dieser Stimme nicht widerstehen konnten? Das Telefon klingelte und ich nahm nach kurzem Zögern den Hörer ab.

„Bella Swan!“, meldete ich mich.

„Bella!“, schrie mir Mutti, nein Bertha, in den Hörer, „George hat mir erzählt, dass ihr heiratet. Das ist wundervoll. Auch wenn ich zugeben muss, dass es schade ist, dass ihr es nur wegen dem Jungen tut. Aber was macht man nicht alles für seine Kinder.“

Offenbar hatte ich durch meine unerschütterliche Mutterliebe einen gewaltigen Stein bei ihr im Brett. Wir verstanden uns zwar nach dem gemeinsamen Besäufnis im Club besser, aber großen Kontakt pflegten wir noch nicht miteinander.

„Bella, das müssen wir feiern. Ich werde für Ende der Woche einen Tisch in einem hübschen Restaurant reservieren.“

„Bertha, warte!“, mahnte ich, „Ist das nicht ein bisschen übereilt?“

„Ach was!“, meinte sie nur geringschätzig, „Stell dich nicht so an, Mädchen. Bis dann.“

Zack! Aufgelegt!

Konnte es sein, dass ich nach George ihr neuestes Opfer war. Das Schwiegermonster lässt grüßen, dachte ich sarkastisch. Ich musste vor der Heirat noch ein ernstes Wörtchen mit George reden, denn diese Anwandlungen konnte er ihr gleich austreiben. Ich hörte wie die Wohnungstür geöffnet wurde und im nächsten Moment kam Danny schon ins Wohnzimmer gestürmt, dicht gefolgt von Bibi, die sichtlich erheitert war. Danny sah aus, als wäre er in einen riesigen Schokoladeneiscremeeimer gefallen. Die Spuren waren vom Kinn bis zum Ansatz seiner Schläfen verteilt. Seine glücklich strahlenden Augen, als er mich erblickte, gaben mir die Bestätigung, dass meine Entscheidung George zu heiraten richtig war. Danny war jeden Aufwand wert!

„Hey, du Schokomonster, hast du einen schönen Tag gehabt mit Bibi?“

Er nickte grinsend und legte mir die Arme um die Hüften und schmiegte seinen Kopf an meinen Bauch.

„Ja, aber ich hab dich sooo vermisst, Mum.“

Gerührt drückte ich den kleinen Kerl, der mir gerademal bis zum Bauchnabel reichte, an mich, ging in die Knie und nahm ihn ganz fest in den Arm. Wie konnte mir nur jemand mein Kind wegnehmen wollen? Ohne Danny würde mein Leben keinen Sinn haben. Ich würde es nicht ertragen, ihn nur alle zwei Wochen zu sehen, das war völlig indiskutabel. Er spürte wohl, dass irgendwas anders war, als sonst.

„Hast du was, Mum? Du siehst gerade immer so traurig aus. Tut dir vielleicht was weh? Ich kann dich wieder gesundknuddeln“, fragte er arglos.

„Oh, Danny, du bist so ein lieber kleiner Kerl. Mach dir keine Sorgen, es geht mir gut.“

Er glaubte mir sofort, da ich mein schönstes Lächeln aufsetzte und wirkte erleichtert.

„Okay, Mum. Du, darf ich noch Spongebob schauen?“

„Ja, das darfst du. Ich unterhalte mich solange mit Bibi in der Küche.“

Kaum verließen die ersten Worte meinen Mund, saß er schon vor dem Fernseher und die Anfangsmusik von Spongebob Schwammkopf, beschallte meine armen Ohren. Bibi, die bisher stumm dastand folgte mir in die Küche. Vorsichtig schloss ich die Tür, bis auf einen schmalen Spalt und lehnte mich dann an die Arbeitsplatte meiner Küchenzeile.

„Es sieht nicht gut aus“, begann ich und erzählte ihr von der Verhandlung und von meinem Entschluss, George´s Antrag anzunehmen. Bibi saß mit versteinertem Gesichtsausdruck am Tisch und hörte mir aufmerksam zu. Nach meinen Ausführungen über diesen grauenhaften Tag, seufzte sie tief auf und rieb sich müde über das Gesicht.

„Das ist schlimmer, als ich es mir je gedacht hätte. Warum hat er plötzlich solches Interesse an dem Jungen? Jahrelang meldet er sich nicht und jetzt das!“, sagte sie nachdenklich.

„Ich weiß es wirklich nicht!“, erwiderte ich mit gesenktem Kopf.

„Ich sage es nur ungern, aber vermutlich ist die Heirat mit George die beste Lösung. Dieser Richter scheint ein harter Knochen zu sein. Der Kerl ist imstande und gibt Danny zu seinem Vater.“

„Ehrlich gesagt, bin ich überrascht, dass du nicht versuchst, mir diese Sache auszureden. Wo du doch so erpicht warst, mich mit Edward Cullen zu verkuppeln.“

Prüfend blickte sie mir in die Augen, als sie meine Verbitterung bemerkte.

„Du liebst Cullen sehr!“, stellte sie nur fest.

Ich konnte darauf nicht antworten, doch mein Gesichtsausdruck sprach wohl Bände. Sie stand auf, lief um den Tisch herum und nahm mich in den Arm.

„Oh Schätzchen! Es tut mir so leid für dich. Du verdienst so viel mehr, als dieses harte Leben und ich hatte so gehofft, dass er merkt, was du für ihn bist. Aber Danny ist wichtiger, als jeder Mann in deinem Leben und ich werde dich bei all deinen Entscheidungen unterstützen. Cullen hatte seine Chance, jetzt musst du zum Wohle deines Kindes handeln. Es wird ja nicht für immer sein, nehme ich an.“

„Nein, die Heirat wird zeitlich begrenzt sein. Sobald ich eine bessere Lösung gefunden habe, werden wir uns wieder scheiden lassen. George ist verliebt in Cynthia und ich will ihrem Glück nicht zu lange im Wege stehen. Wenn ich nicht solche Angst davor hätte, das Sorgerecht zu verlieren, würde ich alles sofort wieder rückgängig machen, aber ich bin zu feige.“

Mütterlich tätschelte sie mir die Wange.

„Du bist nicht feige! Bella, du bist die mutigste, großartigste junge Frau, die ich kenne und ich bin stolz darauf, mich deine Freundin nennen zu können. Es ist nichts Verwerfliches an dem was du tust, sondern deine einzige Möglichkeit, deinen Sohn zu behalten.“

„Ich danke dir, Bibi! Für deine Freundschaft, deine Loyalität und deine Hilfe in all diesen Jahren. Ich weiß nicht, wie ich das jemals wieder gut machen soll.“

„Sprich doch nicht von Wiedergutmachung, da gibt es nichts, was du gutmachen musst. Alles geschah aus Zuneigung und tiefer Freundschaft. Ich hätte aber noch eine Frage? Wann wirst du Danny davon erzählen?“

„Ich möchte noch ein bisschen abwarten, bevor ich ihm von Jake erzähle. Wahrscheinlich Samstag, weil ich da frei habe. Ich kann ihm nicht erzählen, dass sein Vater wieder da ist und ihn sehen möchte und dann zur Arbeit gehen. Es muss ihm behutsam beigebracht werden und ich will dafür Zeit haben. Das mit George werde ich ihm eher erzählen. Danny kennt George ja schon und sie müssen sich nur noch besser kennenlernen. Sollten die zwei sich wider Erwarten nicht verstehen, ist der Deal sowieso hinfällig. Prozess hin oder her, wenn Danny sich in der Situation nicht wohlfühlt, muss ich eine andere Lösung finden.“

„Darüber würde ich mir keine Sorgen machen. Danny mag George! Das wird das kleinste Problem werden. Ich bin viel besorgter wegen Cullen´s Reaktion. Er wird ausrasten. Es mag ja sein, dass er nicht bereit ist, sich dauerhaft zu binden, aber wird er es ertragen können, dich an einen anderen Mann zu verlieren.“#

Ich biss mir frustriert auf die Lippen, weil ich ahnte, dass Bibi Recht hatte. Edward würde mir sicher eine Mordsszene machen, doch ich konnte es jetzt auch nicht ändern. Sobald ich alles mit George und Bertha abgesprochen hatte, würde ich ihn über meine Kündigung informieren.

„Es ist nicht mehr wichtig, was Edward denkt oder sagt. Er wird meinen Entschluss nicht ändern. Kannst du Freitag Abend noch mal auf Danny aufpassen? Ich will mich mit George und Bertha treffen.“

„Aber natürlich! Besprich dich in Ruhe mit den beiden. Ihr werdet eine Menge Dinge planen müssen. Die zukünftige Wohnsituation zum Beispiel.“

Oh je! Daran hatte ich ja gar nicht mehr gedacht. Als Ehepaar mussten wir in einem Haushalt leben und dieser beinhaltete wohl auch George´s Mutter. Begeistert war ich nicht über diese Tatsache, denn wer wollte schon mit der Schwiegermutter in einem Haus leben.


Am Freitagabend saß ich mit George und Bertha im selben Restaurant, in dem unser Blind Date stattfand. Eine leichte Welle der Erregung erfasste mich, als ich daran dachte, was an jenem Abend alles passierte. Wie Edward mich angefasst und zum Gipfel geführt hatte. Dann später, die brennenden Küsse im Personalraum, die mir den Verstand und den Anstand raubten. Ich schämte mich dafür, dass ich hier mit meinem Verlobten und meiner zukünftigen Schwiegermutter saß und dabei die ganze Zeit an einen anderen Mann dachte. Aber gerade hier wurden Erinnerungen geweckt, die ich wohl besser vergessen hätte.

George und ich waren recht einsilbig, doch Bertha plapperte unaufhörlich. Sie freute sich über die Hochzeit, als wäre es eine echte Ehe. Danny wusste mittlerweile Bescheid, auch wenn ich ihn nicht über meine wahren Beweggründe informiert hatte. Seine Reaktion fiel sehr zurückhaltend aus, was mir Sorgen machte, doch bei meinen Versuchen ihm seine Meinung zu entlocken, sagte er nur, er hätte George gern und fände es okay. Ich hatte mit vielem gerechnet. Mit Angst, mit Ärger und Wut oder sogar mit Freude, aber nicht mit dieser gleichgültigen Haltung. Jedoch wuchs der Druck auf mich mit jedem Tag der verstrich und ich legte den Hochzeitstermin auf Samstag in zwei Wochen.

Edward konnte ich nicht erreichen, da ich ihn gerne persönlich von meiner Kündigung unterrichtet hätte, doch er ließ sich ständig von seiner Sekretärin verleugnen und vermied jeglichen Kontakt zu mir. Einzig Benton war noch für mich zu sprechen und war mir eine große Stütze. Obwohl er von Edward offiziell abgezogen wurde, kam er während seiner Freizeit zu mir. Er sprach nie von Edward und ich fragte auch nicht nach. Es war, als wäre er aus meinem Leben verschwunden.

Gelangweilt ließ ich den Blick durch das Restaurant schweifen und erstarrte, als ich am anderen Ende des Lokals die Eltern von Edward erblickte. Doch sie waren nicht zu zweit, sondern er und Jessica waren mit von der Partie. Sie verspeisten das gute Essen, lachten, scherzten und genossen wohl einen entspannten Abend zu viert. Es tat so unendlich weh, ihn so vertraut mit einer anderen Frau zu sehen. Er blickte gerade auf und bemerkte mich. Augenblicklich verschwand das Lachen aus seinem Gesicht, als er mich sah, wurde ernst und nachdenklich. Seine Augenbraue hob sich unmerklich, als er meine Begleitung bemerkte und ein spöttisches Lächeln zierte sein Gesicht.

Jessica stupste ihn an und er widmete ihr wieder seine volle Aufmerksamkeit, sah nicht mehr zu mir rüber und tat so, als würde er mich nicht kennen. Verletzt und enttäuscht über sein offensichtliches Desinteresse sah ich auf meinen immer noch gefüllten Teller und schob das Essen hin und her, anstatt es zu verzehren. Ich hatte das Gefühl zu ersticken und konnte nicht verhindern, dass mein Blick immer wieder zu ihm wanderte. Seine Hand lag an Jessicas Rücken und streichelte ihr vertraulich über die Wirbelsäule, fast schon intim wirkte seine Berührung und Jessica schien vor Wohlbehagen förmlich zu schnurren. Mehr ertrug ich nicht! Hastig entschuldigte ich mich bei George und Bertha, indem ich leichte Übelkeit vortäuschte und ein wenig an die frische Luft wollte. Doch statt raus zu gehen, flüchtete ich mich ausgerechnet in jenen Raum in dem Edward und ich uns leidenschaftlich küssten.

Voller Schmerz lehnte ich meine Stirn an die Wand und rang nach Fassung, doch es war vergeblich. Heiße Tränen tropften mir aus den Augen und ein leises Schluchzen entwich mir. Ich merkte nicht, wie die Tür sich öffnete, sondern spürte plötzlich zwei Hände, die sich auf meine bebenden Schultern legten.

„Bella!“

Diese Stimme linderte sofort meinen Schmerz. Er war hier! Er war mir gefolgt! So gleichgültig konnte ich ihm also doch nicht sein. Obwohl es sowieso nichts brachte, tat mir dieses Wissen gut.
Ich sah zu ihm auf, starrte in diese wunderschönen grünen Augen, die mich jetzt neugierig betrachteten.

„Meine Sekretärin hat mich wissen lassen, dass du mich sprechen wolltest.“

Okay! Er wollte also eine normale Konversation führen.

„Das stimmt!“, sagte ich gefasster. Meine Tränen versiegten augenblicklich, als ich die Kühle in seiner Stimme wahrnahm. Es war sowieso schon blamabel genug, dass er mich beim Heulen erwischte, da brauchte ich mich nicht noch mehr zum Narren zu machen.

„Was wolltest du mir denn so dringendes mitteilen?“, fragte er etwas gelangweilt und entfernte sich zwei Schritte von mir.

Sofort fehlte mir die wohltuende Wärme seines Körpers. Ich tat so, als würde mir sein Verhalten nichts ausmachen und starrte ebenso kalt zurück.

„Eigentlich wollte ich dir nur sagen, dass du dir eine neue Geschäftsführerin suchen musst. Ich werde den Job aufgeben.“
Alle Gleichgültigkeit wich aus seinen Zügen, er ließ die kalte Maske fallen und sah mich zutiefst schockiert an.

„Was soll der Blödsinn? Du kannst nicht kündigen, du weißt, was dann passiert. Alle deine lieben Kollegen werden dann auf der Straße stehen, weil ich den Laden schließen werde.“

„Darauf kann ich keine Rücksicht nehmen“, antwortete ich mit ungewohnter Härte in der Stimme. Ich verstand seine Beweggründe nicht. Er wollte nichts mehr mit mir zu schaffen haben, aber trotz allem hielt er wie besessen daran fest, dass ich weiterhin seine Angestellte blieb und ihm damit auf Gedeih und Verderb ausgeliefert war.

„Was soll das bedeuten?“, fragte er.

„In meinem Leben haben sich ein paar Veränderungen ergeben, die eine Kündigung nötig machen.“

„Was denn für Veränderungen?“, wollte er wissen.

„Es geht dich zwar nichts an, aber du gibst ja doch keine Ruhe. Ich werde George heiraten! Samstag in zwei Wochen. Du entschuldigst mich jetzt bitte, sie warten auf mich.“

Ich schob mich an ihm vorbei und wollte die Tür öffnen, als ich hart zurückgerissen wurde.

„Du machst Witze! Das ist doch reine Provokation, um mich aus der Reserve zu locken, weil ich dich nicht beachtet habe in den letzten Wochen. Du würdest diesen Kerl niemals heiraten“, keuchte er aufgebracht.

„Das Leben dreht sich nicht nur um dich, Edward Cullen, auch wenn du das gerne so hättest. Meine Heirat mit George ist beschlossene Sache und ich werde von meinem Vorhaben auch nicht abweichen. Er ist ein anständiger Kerl und ich kann mich dann voll um Danny kümmern. Allein deswegen ist diese Heirat ein Segen.“

Er packte mich an den Schultern und drückte mich gegen die nächste Wand. Er war außer sich, was mich doch überraschte. Er selbst wollte mich nicht, gönnte es aber auch keinem anderen Mann mich zu besitzen.

„Du machst das doch nicht grundlos“, erriet er.

Ich würde einen Teufel tun und ihn über Jake und die Verhandlung informieren. Es war undenkbar, ihm eine weitere Waffe gegen mich in die Hände zu legen.

„Meine Gründe gehen dich einen Scheißdreck an, Cullen!“, spie ich ihm entgegen und genau diese Aggression von meiner Seite, schien etwas Ursprüngliches in ihm auszulösen.

„Du …..du……kleine, Hexe!“, stöhnte er und seine Lippen krachten auf meinen Mund. Ich tat nicht mal so, als würde ich mich wehren und machte seiner Zunge Platz, die sich gleich um meine schlang. Gierig küssten wir uns, ohne abzusetzen und rieben hemmungslos unsere Körper aneinander. Ich nahm ihn mit all meinen Sinnen wahr, konnte ihn riechen, fühlen und schmecken. Noch nie verspürte ich etwas Ähnliches wie in diesem gestohlenen Augenblick. Draußen warteten unsere zukünftigen Partner und waren völlig ahnungslos. Doch es war mir gleichgültig! Ich wollte ihn! Wenigstens eine einzige, süße Erinnerung wollte ich an Edward haben, bevor ich ihn endgültig aus meinem Leben streichen musste.

War ich erst verheiratet, würde ich George treu sein, auch wenn wir keine echte Ehe führen würden. Alles andere war keine Option für mich. Natürlich war mir klar, dass Jessica tatsächlich betrogen wurde, doch ich hatte absolut keine Gewalt mehr über meine Gefühle. Leidenschaftlich presste ich mich an ihn, küsste ihn verzweifelt und nahm mir endlich was ich wollte. Es war so erleichternd seinen Körper an meinem zu fühlen, einzig unsere Kleidung störte noch.

„Bella…Süße…was..ich…verdammt!“, stöhnte er an meinem Mund und zog mir die Bluse aus dem Rock. Sofort glitten seine Hände meinen Rücken hoch, streichelten ihn und mit einem geschickten Handgriff löste er den Haken meines BH´s. Ohne Umschweife umfasste er meine nackten Brüste, knetete sie sanft, während seine Zunge meinen Mund plünderte. Grob stieß er sie immer wieder in meine Mundhöhle. Auch er hatte jegliche Kontrolle verloren, sein Griff um meinen Busen wurde fester und ich schrie beinahe vor Wonne, als er an meinen Knospen zupfte. Das Brennen zwischen meinen Beinen wurde immer heftiger und verlangte nach Erlösung und seine Männlichkeit, wurde mit jeder Sekunde härter und größer.

„Ich will dich, Edward!“, keuchte ich gegen seine Lippen und machte mich an seinen Hemdknöpfen zu schaffen. Er half mir und schon nach wenigen Augenblicken starrte ich auf seine breite Brust, muskulös, ohne zu wuchtig zu wirken und doch so stark. Ich legte meine Lippen darauf, küsste zärtlich jede Stelle, die ich erreichen konnte. Sein Kopf fiel nach hinten und er stöhnte genüsslich.

„Du bist unglaublich!“, wisperte er, „Wir werden nie voneinander loskommen, selbst wenn wir hundert Mal andere Partner heiraten. Du wirst immer mir gehören, Bella! Nur Mir!“

Er umfasste sanft mein Gesicht und sah mich mit einer merkwürdigen Mischung aus Zärtlichkeit, Begehren und Missmut an.

„Hast du mich verstanden, Bella! Wir werden nie vom anderen loskommen.“

„Ich weiß!“, seufzte ich zittrig und legte die Stirn an seine nackte Brust. Er hob meinen Kopf wieder an und sprach weiter.

„Ich wünschte, die Dinge lägen anders. Ich wünschte, ich könnte vergessen. Ich wünschte, ich könnte dich lieben“, sprach er mit schmerzlicher Ehrlichkeit, „Aber ich kann nicht, Bella. Tanya sitzt noch zu tief in mir drin und ich würde dir nur weh tun, wenn ich eine richtige Beziehung mit dir anfange. Ich kann dir einfach nicht das geben, was du verdienst. Dieser Moment hier ist alles, was ich dir geben kann. Jessica bedeutet mir nichts und ich bedeute ihr nichts. Wir werden einander nicht weh tun und das ist der Grund, warum ich sie heirate. Du würdest zugrunde gehen, wenn du dich jeden Tag fragen müsstest, ob ich nicht lieber bei meiner ersten Liebe wäre.“

Seine Ehrlichkeit war schonungslos, aber ich spürte auch eine gewisse Zuneigung die er für mich hegte. Er hatte recht! Ich würde zugrunde gehen, wenn er mich nicht lieben könnte, aber im Gegensatz zu ihm, wäre ich dieses Risiko mit Freuden eingegangen, weil meine Liebe zu ihm mir Kraft gegeben hätte. Doch sein Entschlussstand fest und meiner auch. Wir würden fortan getrennte Wege gehen und uns blieben nur noch diese Momente. Sanft umschloss auch ich sein Gesicht und wir fanden in einem süßen Kuss zueinander. Voller Sehnsucht schenkten wir uns einen liebevollen Kuss, der viel zu schnell endete.

„Ich kann dich verstehen, Edward!“, flüsterte ich leise, „ Lass uns wenigstens jetzt zusammen sein. Schenk uns wenigstens eine schöne Erinnerung.“

Aufstöhnend presste er den Mund an meinen Hals, den ich zurückbog, um ihm leichteren Zugang zu verschaffen. Seine Finger nestelten an meinen Blusenknöpfen, die sich unter seinen Händen förmlich aufzulösen schienen und nach kürzester Zeit lag sein Mund an meiner nackten Brust. Er sog an der kleinen Knospe, schickte einen Stromstoß nach dem anderen durch meinen willigen Körper, während seine Hand zielstrebig unter meinen Rock glitt und diesen auf dem Weg nach oben hochzog. Sein Hemd lag schon längst am Boden und nur kurz kam mir der Gedanke, wie gefährlich es war, dass wir uns in einem privaten Bereich des Restaurants lieben wollten. Was wenn jemand reinkam? Jetzt spürte ich seine Finger zwischen meinen Beinen, wie sie mich durch den Stoff meines Höschens streichelten und jeder vernünftige Gedanke verabschiedete sich.

Er strich mit festem Druck am Venushügel auf und ab und ich wurde unglaublich feucht. Doch auch ich war nicht untätig. Schon längst war meine Hand in seiner Hose verschwunden und gab ihm die Zärtlichkeiten zurück, mit denen er mich verwöhnte. Er war groß, hart und wahnsinnig heiß. Er öffnete seinen Mund an meiner Brust noch weiter, nahm so viel er konnte zwischen die Lippen. Seine Zungenspitze kreiste weich und feucht um meine verhärtete Knospe, was meine Erregung in ungeahnte Dimensionen trieb. Ich würde sterben, wenn ich ihn nicht bald in mir spüren würde. Mein Griff um seinen Penis wurde fester und er zischte, als ich die Massage beschleunigte. Er schob mein Höschen beiseite und ging vor mir auf die Knie. Er würde doch nicht….?

Er würde und er tat! Mein Kopf knallte schmerzhaft gegen die Wand hinter mir und ich stöhnte hemmungslos auf, als ich seine Zunge fühlte, die sich vorsichtig durch die Falten meines Geschlechts schob. Ich hatte das Gefühl, ich wäre im Himmel. Meine Hände in seinen weichen Haaren verkrallt, hielt ich ganz still, spürte das feuchte Gleiten seiner Zunge und schüttelte mich wie im Fieber. Er verwöhnte mich selbstlos, legte sich ein Bein über seine Schulter, um besseren Zugang zu haben.

„Edward“, stöhnte ich erregt, „Edward, ich will dich in mir! Bitte! Ich will nicht ohne dich kommen.“

Er schob sich küssend zu mir hoch und nahm sich leidenschaftlich meine Lippen, bis sie sich geschwollen anfühlten. Ein Bein um meine Hüfte, machte er sich bereit, in mich einzudringen, als sich die Tür öffnete und wir beide wie erstarrt auf die Person schauten, die sichtlich geschockt auf unser Treiben blickte.

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