Inhalt:

Bella Swan ist alleinerziehende Mutter eines fünfjährigen Sohnes. Mit zwei Stellen hält sie sich grad so über Wasser. Tagsüber arbeitet sie in einem Schnellrestaurant und am Wochenende in einem angesagten Club. Dort lernt sie Edward Cullen kennen. Der ist reich, gelangweilt und eiskalt. Er macht Bella ein unverschämtes Angebot. Gegen Bezahlung soll sie seine Geliebte werden. Empört lehnt sie dies ab........ Pairing Bella/Edward

© by Vivian (Die Charaktere gehören Stephenie Meyer)

Freitag, 26. November 2010

Kapitel 4 - Mich kriegst du nicht!

"Sie schon wieder," rief ich genervt aus.
Das hatte mir gerade noch gefehlt. Ein Streitgespräch mit diesem Cullen, würde mir die letzten Kräfte rauben und ich verfluchte mein Schicksal, das mich erneut mit ihm zusammentreffen ließ.
Er schlenderte gemächlich in meine Richtung, die Hände locker in den Hosentaschen vergraben und begutachtete meinen qualmenden Wagen.
"Es scheint, als würde dein Auto in den letzten Zügen liegen," sagte er unnötigerweise.
"Das seh ich selber, danke auch," erwiderte ich, auch verärgert darüber, dass er mich einfach wieder duzte.
Der Rauch, der von der Motorhaube aufstieg, ließ langsam nach und ich verschloß den Wagen, nachdem ich meine Handtasche wieder an mich genommen hatte. Jetzt hieß es nur noch schnell weg. Seine Nähe machte mich schon wieder nervös und ich mußte schauen, dass ich Land gewann, bevor er das bemerkte.
"Also dann, ich werde gehen. Die U-Bahn-Station ist ja nicht weit."
Ich war schon auf halbem Weg und wiegte mich in Sicherheit, als sich eine kräftige Hand um meinen zarten Oberarm schloss.
"Nicht so schnell, meine Hübsche," sagte er und drehte mich zu sich.
Er musterte mich mit trägem Ausdruck. Er wirkte in diesem Moment so dekadent, dass es mir eiskalt den Rücken runter lief. Dieser Kerl wollte mich haben, das sah ich überdeutlich an seinem Blick, der gierig über meinen Körper glitt. Seine hypnotischen grünen Augen, bohrten sich in meine und unwillkürlich zog er mich näher an sich. Ich konnte seinen süßen Atem spüren, der über mein Gesicht lief und war für kurze Zeit wie berauscht. Die Augen schließend, sog ich diesen unwiderstehlichen Duft ein und registrierte viel zu spät, dass er mich nun vollends in eine Umarmung gezogen hatte.
"Ich wußte, du kannst dich nicht wehren," wisperte er triumphierend.
Das brachte mich sofort wieder zur Vernunft. Heftig stieß ich ihn von mir weg und funkelte ihn wütend an.
"Faßen Sie mich nie wieder an. Ich schwöre, jedes Körperteil von Ihnen das mich berührt, landet auf dem Müll. Lassen Sie mich in Ruhe und suchen Sie sich jemand anderen, mit dem Sie Ihre Spielchen treiben."
"Und wenn ich nur mit dir spielen will?"
Ungläubig starrte ich ihn an. Verstand er unsere Sprache nicht? Was außer "Nein" sollte ich denn noch sagen?
"Warum können Sie nicht einfach akzeptieren, dass ich nicht will. Nehmen Sie mein "nein" hin und gehen Sie."
"Wenn ich in meinem Leben immer ein "Nein" hingenommen hätte, dann wäre dies meiner Karriere nicht förderlich gewesen."
"Welche Karriere?," zickte ich," Die als Nervensäge oder die als triebgesteuerte Hormonschleuder?"
Uups, das hätte ich wohl lieber nicht gesagt, aber dieser Mann brachte meine schlechtesten Seiten zum Vorschein. Er presste auf alle Fälle seine Lippen wütend zusammen, während seine Augen tödliche Blitze abschossen.
"Zwischen uns ist das letzte Wort noch nicht gesprochen, Herzchen," zischte er.
Sein Finger legte sich auf meinen Nasenrücken und er legte den Kopf schräg.
"Du bist wirklich bezaubernd, weißt du das, so zart und exqusit. Seit Ewigkeiten hat mich keine Frau mehr so gereizt wie du und noch viel länger ist es her, dass sich mir eine verweigert hat."
Der Finger liebkoste jetzt meinen Mund, fuhr die Umrisse nach und glitt schließlich in Richtung Brustkorb.
"Es ist mir gleich, wie lang es dauert und wie ich es anstelle, aber du wirst das Bett mit mir teilen, bis ich dich satthabe. "
Angst stieg in mir auf, nicht weil ich fürchtete, dass er mir körperlich wehtun würde, sondern, weil er eine eigentümliche Macht auf mich ausübte. Mit Mühe riss ich mich los und trat einige Schritte zurück.
"Ich sage es Ihnen nicht noch einmal, Mr. Cullen. Ich möchte von Ihnen in Ruhe gelassen werden. Hören Sie auf sich wie ein verdammter Stalker aufzuführen und verschwinden Sie."
Er besaß die Frechheit zu lachen.
"Du bist noch viel heißer, wenn du wütend bist. Ich muß dich öfter ärgern!"
"Ich ärgere mich schon bei Ihrem bloßen Anblick. Können Sie nicht woanders Ihren Charme versprühen? Bei verursacht er nämlich nur Brechreiz," schimpfte ich.
Doch das schien ihn nur noch mehr zu erheitern und sein Grinsen wurde immer breiter.
"Oh ja, es wird mir Spaß machen dich zu zähmen, mein Kätzchen. Es ist aufregend wie du die Krallen ausfährst."
Bei dem war wirklich alles verloren. Schade eigentlich, dachte ich unwillkürlich. Er war ein Bild von einem Mann. Seine Schönheit war fast überirdisch und erschlug einen beinahe. Unter anderen Umständen.... wenn er nicht so hinterlistig und verschlagen wäre.... dann vielleicht.....
Doch ich traute mich gar nicht diese Anwandlungen zuzulassen. Ich konnte nur beten, dass ihn Morgen die Vernunft packte und er sich ein Opfer suchte, das besser zu ihm paßte.
Sollte ich es vielleicht mit Vernunft probieren? Wir waren doch erwachsene Menschen und befanden uns nicht in der Steinzeit, wo die Höhlenmänner ihre Frauen, an den Haaren wegschleiften.
"Mr. Cullen, ich muß weder gezähmt, noch verführt werden. Ich bin doch gar nicht Ihr Typ. Wenn Sie ein bißchen darüber nachdenken, werden Sie sicher einsehen, dass Sie sich in Bezug auf mich irren."
Das mußte ihm doch einleuchten.
Er kam wieder näher heran und beugte sich über mich.
"Nein, du irrst dich. Du bist definitiv mein Typ und ich will dich haben. Je mehr du dich dagegen sträubst, umso attraktiver wirst du für mich."
Ich stieß ihn von mir und ging mit entschlossenen Schritten in Richtung U-Bahn.
"An mir werden Se sich die Zähne ausbeißen, Mr. Cullen," rief ich über die Schulter und beschleunigte mein Tempo.
"Ich liebe Herausforderungen, Bella," schrie er zurück.
Meinen Namen aus seinem Mund zu hören, erweckte seltsame Gefühle in mir. Verdammt, dieser Kerl ging mir unter die Haut. Doch nach den schlechten Erfahrungen mit Jake, war meine Angst vor Enttäuschung größer, als der Wunsch nach einem liebenden Partner. Und Cullen war weder das Eine noch das Andere. Er hatte ohne Skrupel zugegeben, dass es ihm nur ums Bett ging. Für eine rein sexuelle Beziehung war ich nicht zu haben, aber das würde dieser Kerl noch früh genug merken.
Ich erwischte die Bahn gerade noch, bevor die Türen sich mit einem leisen Zischen schlossen. Völlig fertig, sank ich auf einen der verschlissenen Sitze und schloss die Augen.
Wie weit würde er gehen um mich zu bekommen? Jaspers Warnung klang mir wieder in den Ohren. Er würde mich jagen, bis ich nachgab. Es schien tatsächlich ein Zeitvertreib für ihn zu sein. Beruflich hatte er alles, was man sich wünschen konnte und er suchte die Herausforderungen woanders. Dass es ausgerechnet ich war, die sein Interesse weckte, bereitete mir ein sorgenvolles Kribbeln in der Bauchgegend. Mit etwas Glück verlor er hoffentlich schnell das Interesse an mir und ich konnte mein Leben weiterleben wie gehabt. Komplikationen konnte ich nicht gebrauchen, da ich all meine Kraft und Energie brauchte, um Danny ein schönes Leben zu ermöglichen.
Drei Stationen später stieg ich aus, um den Rest zu Fuß zu gehen. Ein wenig frische Luft würde mir helfen den Kopf wieder klar zu kriegen. Der Morgen war angebrochen und die ersten Sonnenstrahlen erwärmten die kalte Luft. Die Blätter auf den Bäumen verfärbten sich zunehmend und leuchteten in den verschiedensten Rot- und Brauntönen. Ich liebte den Herbst in Seattle, da diese Stadt nicht umsonst, "The Emerald City" genannt wurde. In keiner Stadt der USA, gab es so viele Grünflächen wie hier und man hatte nie das Gefühl, in grauem Beton zu versinken. Während ich die kühle Morgenluft genoss und gemächlich nach Hause lief, kam mir Edward Cullen wieder in den Sinn. Etwas angesäuert registrierte ich, dass er seit unserer ersten Begegnung, meine Gedanken völlig beherrschte. Noch nie hatte ich jemanden kennengelernt, der so ....so...so ....mir fiel einfach kein passendes Wort ein, um ihn zu beschreiben.
Er besaß zweifelsohne eine enorme Anziehungskraft, die auch sein impertinentes Verhalten nicht mindern konnte. Diese unerträgliche Arroganz, mit der er durchs Leben ging, zeugte von Selbstbewußtsein. Die Art und Weise, wie er eine Frau ansah, war die pure Erotik und selbst ich, konnte mich dem nicht ganz entziehen. Alles an ihm wirkte anziehend. Von den Haaren bis zu den Fußspitzen war er perfekt und er nutze diesen Umstand weidlich aus. Ehrlich gesagt, war ich nicht sicher, ob ich ihm dauerhaft widerstehen konnte, wenn er ernst machte und mich nicht in Ruhe ließ.
Angeekelt von mir selbst, betrat ich den Eingang des Treppenhauses und lief die Stufen hoch. Der Fahrstuhl war wie immer defekt und das Schild Reparatur, hing schon seit zwei Wochen, ohne das sich etwas tat.
Entsetzt über mich selber, fragte ich mich schon, wie ich auch nur in Erwägung ziehen konnte, mich ihm hinzugeben. Fehlte mir Sex so sehr, dass ich jeden Stolz über Bord werfen würde.
Nein! Das konnte es nicht sein. Jake war der Einzige gewesen, mit dem ich geschlafen hatte und es war nie besonders toll gewesen. Diese Seite in meinem Leben, wurde von mir tief vergraben und ich lebte nur noch für mein Kind.
Ich schleppte mich die letzten Stufen nach oben und klingelte bei Mrs. Vogelman. Sie war seit dem Tag meines Einzugs, meine Freundin und Verbündete. Die liebenswerte alte Dame, unterstütze mich, wo sie nur konnte und eroberte in rasender Geschwindigkeit einen Platz in meinem Herzen. Ohne ihre Unterstützung hätte ich die erste schwere Zeit in Seattle nicht überstanden. Achtzehn Jahre jung und schwanger, stand ich völlig allein da und sie nahm mich sofort unter ihre Fittiche. Sie half mir bei den zuständigen Behörden, begleitete mich bei der Geburt und paßte seitdem täglich auf meinen Jungen auf. Sie war sowas wie unsere Familie geworden und wir liebten sie abgöttisch.
Die Tür öffnete sich leise und Barbara Vogelman, genannt Bibi, grinste mich schelmisch an.
"Wen haben wir denn da? Du bist ein bißchen später heute. Komm rein, Danny schläft noch tief und fest. Ich hab dir ein schönes Frühstück gemacht und danach legst du dich hin. Du mußt völlig übermüdet sein."
Liebevoll betrachtete sie mich und sofort fühlte ich mich geborgen.
Bibi war eine schlanke, elegante Erscheinung mit schneeweißem Haar, das immer zu einem Knoten im Nacken zusammengefaßt war. Sie wirkte wie eine Märchentante durch die Brille, die ihr immer von der Nasenspitze zu rutschen drohte. Dieser Eindruck wurde von ihrer Kleidung noch unterstrichen. Die feinen Röcke und Blusen ließen sie immer ein wenig zerbrechlich wirken, doch in dieser Frau steckte die Power von zehn Ringkämpfern. Sie hatte ihren Mann verloren und mußte sich in den frühen sechziger Jahren allein durchschlagen, mit ihren zwei kleinen Kindern. Bibi wußte genau wie ich mich fühlte und setzte alle Hebel in Bewegung, um mir zu helfen. Ihre Kinder waren inzwischen erwachsen und in verschiedene Bundesstaaten verstreut, doch sie besuchten die Mutter, sooft es ging. Trotzdem hatte sie sich einsam gefühlt und Danny und mich quasi adoptiert. Es war mein Glück und meine Rettung gleichzeitig. Dank Bibi, war ich in der Lage, einen Job anzunehmen und war nicht völlig auf die mickrige, staatliche Unterstützung angewiesen.
Behaglich seufzend ließ ich mich am Tisch in der Küche nieder und inhalierte genießerisch den Kaffeeduft, der mir verlockend in die Nase stieg, ein.
Hungrig biß ich in eine Scheibe Toast und blickte kauend in das neugierige Gesicht von Bibi.
"Was?!," fragte ich.
"Meine herzallerliebste Bella," fing sie an.
Oh je, wenn sie so startete, würde sie nicht locker lassen, bis sie alles aus mir herausgekitzelt hatte. Sie konnte in meinem Gesicht lesen wie in einem Buch und bemerkte sofort, dass sich etwas ereignet hatte.
Bevor sie auch nur weiter ausholen konnte, stoppte ich sie und gab mich geschlagen.
"Ist schon gut, ich erzähle dir was passiert ist. Aber ich möchte erst ein bißchen schlafen und zur Ruhe kommen."
Liebreizend verzog sie ihr faltiges Gesicht und klatschte in die Hände.
"Oh, jetzt bin ich aber neugierig. Du machst es so spannend. Aber iß und schlaf ruhig. Ich kümmere mich solange um Danny und heut Mittag gehen wir alle in den Park."
Zufriedengestellt aß ich auf und sah noch nach meinem Sohn, der in einem kleinen Gästezimmer schlief. Wenn ich über Nacht weg war, schlief er bei ihr, da sie diesem Babyfon nicht traute. Friedlich schlummerte er und lächelte selig. Er war so ein reizendes Kind . Zärtlich küßte ich seine runden Pausbacken und deckte die Füße zu, die er immer wieder freistrampelte. Die Tür vorsichtig schließend, schlich ich zurück ins Wohnzimmer und sah Bibi fröhlich summend die Blumen gießen.
"Ich geh dann mal rüber und schlafe noch vier Stunden. Ich komme dann rechtzeitig zum Essen."
Sie nickte und lobte den Benjamini, weil er so schöne neue Blätter bekommen hatte. Sie sprach mit ihren Pflanzen wie mit Menschen, da sie überzeugt war, dass sie dadurch besser gediehen.
Grinsend ging ich in meine eigene Wohnung. Sie war vielleicht manchmal ein wenig merkwürdig, aber ich liebte diese alte Dame einfach.

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