Inhalt:

Bella Swan ist alleinerziehende Mutter eines fünfjährigen Sohnes. Mit zwei Stellen hält sie sich grad so über Wasser. Tagsüber arbeitet sie in einem Schnellrestaurant und am Wochenende in einem angesagten Club. Dort lernt sie Edward Cullen kennen. Der ist reich, gelangweilt und eiskalt. Er macht Bella ein unverschämtes Angebot. Gegen Bezahlung soll sie seine Geliebte werden. Empört lehnt sie dies ab........ Pairing Bella/Edward

© by Vivian (Die Charaktere gehören Stephenie Meyer)

Freitag, 26. November 2010

Kapitel 16 - Das Angebot

Ich rannte tränenblind aus dem Saal hinaus,  den Anblick , wie er diese Frau küsste, noch klar vor Augen. Wieder mal war ich auf die falschen Versprechungen eines Charmeurs reingefallen und die Demütigung saß tief.

Nicht nur, dass er mir quasi unter die Nase rieb, dass ich nicht gut genug  war, um sich mit mir in der Öffentlichkeit zu zeigen, nein, er belog mich auch noch nach Strich und Faden.

Er wollte mich von dort weglotsen, damit er es sich nicht mit seinem neuesten Spielzeug verdarb. Wie hinterhältig und berechnend er sich  verhielt.

Ich stieg eilig die Stufen der breiten, gewundenen Treppe hinunter, als ich Schritte hinter mir hörte. Den Kopf über die Schulter nach hinten drehend, kontrollierte ich, wer da ein paar Meter hinter mir herlief und als ich Edward erkannte,  beschleunigte ich mein Tempo, während sich ein schmerzhaftes Stechen in der Seite bemerkbar machte.

„Bella!“, rief er, „Bleib stehen! Wir müssen miteinander reden“, brüllte er lautstark hinter mir.

„Fahr zur Hölle!“, schrie ich zurück, „Ich will nie wieder mit dir reden, Cullen. Erzähl deine Lügen deiner Verlobten und nicht mir.“

Schnell bog ich um die Ecke. Noch besaß ich einen kleinen Vorsprung, der allerdings rapide schmolz und erblickte ein paar Meter vor mir einen Bus. Ich stolperte förmlich hinein, schmiss dem Fahrer ein  paar Dollar auf die Ablage und setzte mich, atemlos und erhitzt von meinem Sprint, auf einen Fensterplatz.

Edward sah zu wie der Bus losfuhr, bevor er ihn erreichen konnte. Während er scheinbar völlig unbeeindruckt von unserer Verfolgungsjagd dastand und nicht mal beschleunigt atmete, verknüpften sich unsere Blicke miteinander.

Ich gab mir keine Mühe, den Schmerz zu verbergen, der in meinem Inneren tobte. Warum auch? Es war ihm sowieso egal, was ich fühlte, sonst hätte er mich nicht so schamlos belogen.

So eine Verlobung organisierte man nicht von heut auf morgen, zumindest nicht in dieser Größenordnung. Wie lange war er schon inoffiziell verlobt? Seit wir uns kannten, vielleicht sogar schon vorher?

Seine Gestalt wurde mit der wachsenden Entfernung immer kleiner und kleiner. Tränen tropften auf meinen Handrücken, als die Häuser, Straßen und Menschen zu einer undeutlichen Masse verschwammen.

Es  tat weh und das stechende Gefühl in meiner Brust, welches sich mit jeder Sekunde steigerte, nahm mir fast  die Luft.
Es war mein Herz, das so weh tat, doch es brach nicht. Es zersplitterte nicht in tausend Teile, sondern schlug stetig und beharrlich weiter. Ein kaputtes Herz hätte man kitten und reparieren können, doch so würde mir mein Schmerz erhalten bleiben und mich immer an meine eigene Dummheit erinnern.

Was trieb mich nur dazu, ihm zu vertrauen?  Nicht einmal gab er mir  einen Grund , ihn nicht als das zu sehen, was er war.

Ein intriganter, eiskalter Millionär, der sich aus purer Langeweile auf ein neues Opfer stürzte, um sich damit die Zeit zu vertreiben.

Ich stieg zwei Stationen weiter aus dem Bus und erntete einen mitleidigen Blick vom Fahrer. Den Rest der Strecke legte ich zu Fuß zurück, während ich völlig taub und gefühllos  durch die dunkle Nacht lief und versuchte, wenigstens nach Hause zu kommen, bevor ich zusammenbrach.

Mit schweren Beinen ging ich das Treppenhaus hinauf in meine Wohnung. Ich steckte wie ein Roboter den Schlüssel ins  Schlüsselloch und öffnete mechanisch die Tür.

Die abgehackten Bewegungen meines Körpers, schienen gar nicht zu mir zu gehören und ich fing an, mich auszuziehen. Im Bad nahm ich ein Wattepad und verteilte danach die Abschminkcreme gleichmäßig auf meinem  blassen Gesicht. Während ich das Make-up entfernte, quollen immer wieder ein paar Tränen aus meinen Augen und vermischten sich mit  der reinigenden Substanz.

Nackt stellte ich mich unter die Dusche und stellte das Wasser so heiß ein, dass meine Haut anfing zu brennen. Ich wollte diesen Schmerz,  weil er mich von dem unerträglichen Gedanken ablenkte, dass ich mich hoffnungslos in Edward Cullen verliebt hatte.

Ich wollte ihn nicht lieben! Erst durch seinen Verrat wurde mir klar, wie tief ich ihn bereits in mein Herz ließ, ohne es zu merken. Jetzt wo es vorbei war, prallte die Erkenntnis wie ein Tornado in mein Bewusstsein und ließ mich zerstört und in Trümmern zurück.

Es war ein Glück, dass Danny heute bei Bibi schlief, denn ich wollte keinesfalls, dass er etwas von meinem Zustand mitbekam. Für ihn musste alles normal erscheinen, auch wenn seine Mutter gerade am Verzweifeln war.

Ich stieg aus der Dusche und hüllte mich in meinen Bademantel. Mein Blick fiel auf die Wanne und die Erinnerung daran, was dort geschah, ließ mich heftig aufschluchzen.

War ich bis jetzt fast gefühllos gewesen, so brach jetzt alles aus mir raus. Ich presste den Handrücken auf meinen Mund, um meine Schreie zu ersticken und sank gepeinigt auf den Boden neben der Badewanne.

Wieso tat er mir das an? Warum taten SIE mir das an. Erst Jake und jetzt Edward!

Was stimmte nicht mit mir, dass es den Männern in meinem Leben so leichtfiel mir wehzutun. War ich denn nicht liebenswert?
Ich suhlte mich in Selbstmitleid, doch es wurde keineswegs besser, sondern ich steigerte mich immer mehr in meinen Selbsthass hinein.
Ich war so dumm!  So furchtbar und entsetzlich dumm!

Wahrscheinlich amüsierte er sich gerade mit  Jessica, seiner Verlobten. Sie war eine der Frauen gewesen, die  den Intelekt eines Toastbrotes besaßen  und war ihm vom Kopf her in keinster Weise gewachsen. Was wollte er nur von diesem Kind? Sicher, ich war nicht viel älter, doch das Leben ließ mich vorzeitig reifen, während sich Jessica Stanley bestimmt noch mit ihren Barbies unterhielt.

Ich schleppte mich in die Küche und goß mir ein Glas Milch ein. Langsam beruhigte ich mich wieder,  die Tränen waren fast versiegt und ich setzte mich an den Küchentisch.

Wie sollte es jetzt weitergehen? Ich bezweifelte, dass er einfach so aufgeben würde, dazu war er zu ehrgeizig.

Doch jetzt konnte er sich die Sache mit dem Sex komplett abschminken. Ich würde ihn nicht mal mehr mit der Kneifzange anfassen. Dieser miese, eingebildete, arrogante, intrigante, dämliche,  sinnliche , verführerische……

Okay, das war nicht gut! Seufzend setze ich das Glas an die Lippen und nahm einen Schluck von der Milch. Es würde nicht einfach werden, diesen Mann zu vergessen, hatte er mich  doch in den wenigen Wochen, in denen wir uns kannten, tiefer berührt, als es Jake während unserer gesamten Beziehung tat.

Grrrrrrrrrrrrrhhhhhhhhhhhhhh!!!!!

Das Klingeln an der Wohnungstür ließ mich zusammenfahren. Oh Gott, wenn das nicht Edward war, würde ich einen Besen fressen.

„Bella!“, schrie er durch die Tür und hämmerte seine Faust dagegen, „ Mach auf, ich weiß das du da bist:“
Ich hielt die Seiten meines Bademantels zusammen und lief barfuß zur Tür. Ich lehnte meine Stirn dagegen und versuchte meinen rasenden Atem unter Kontrolle zu bringen.

„Was willst du noch?“, rief ich ihm durch den Schutz der Tür zu.

„Ich will dich sprechen! Lass mich rein oder ich schreie das ganze Treppenhaus zusammen!“, drohte er.

Bebend öffnete ich die Tür, da ich nicht riskieren wollte, dass Bibi und Danny was von seiner Anwesenheit mitbekamen.

Er stand groß und wunderschön im Türrahmen und schob mich tiefer in die Wohnung.

„Endlich, ich dachte schon, ich müsste vor der Tür übernachten.“

„Ich bin sicher, deine Verlobte hat ein angenehmeres Nachtlager  für dich“, stichelte ich gehässig.

Dass er es wagte hier aufzutauchen, nachdem er mich so belogen hatte, war der Gipfel der Unverschämtheit und doch klopfte mein armes kleines Herz vor Aufregung bei seinem Anblick. Wenn er doch nur…..

Aber er würde mich niemals lieben, dazu war er gar nicht fähig, redete ich mir selbst ins Gewissen. Es war ein für alle mal vorbei und keine Entschuldigung der Welt, würde ihn rehabilitieren.

„Sag, was du zu sagen hast und dann verschwinde auf dem schnellsten Weg aus meiner Wohnung.“

Er grinste spöttisch und schlenderte ohne große Eile durch meine Küche. Seine hochgewachsene Gestalt wirkte völlig deplaziert in meiner einfachen Küche und sein Mund verzog sich geringschätzig, als er das lose Kabel sah, das hinten aus der Wand ragte. Der Vermieter versprach schon seit Wochen dieses Kabel wieder anschließen zu lassen, doch bis jetzt tat sich da nichts.

„Du sollest das reparieren lassen, sonst  fackelst du dir irgendwann deine Bude ab“, spöttelte er weiter, „ Nicht das es schade drum wäre!“

Das tat weh!

Ich war so stolz auf mein Zuhause, das ich mir und Danny geschaffen hatte. Es war leicht abfällig zu reden, wenn man soviel Geld besaß wie er.

„Das war gemein“, flüsterte ich ehrlich, „ es ist mein Zuhause, das einzige das ich habe und du hast kein Recht darüber zu urteilen. Ich tue mein Bestes, aber ich kann nun mal keine schicke Penthousewohnung vorweisen.“

Das erste Mal seit ich ihn kannte, sah er aus, als würde er sich schämen.

„Es tut mir leid, das hätte ich nicht sagen sollen“, gab er zu.

„Was willst du noch von mir?“,wiederholte ich.

„Ist das nicht offensichtlich?“, erwiderte er erstaunt, „ Komm schon, Bella, du wirst dich doch von so einer Kleinigkeit wie einer Verlobung nicht von unserer gemeinsamen Nacht abbringen lassen? Sie bedeutet mir rein gar nichts. Es ist eine geschäftliche Geschichte! Unsere Firmen fusionieren und mit einer Heirat, sichere ich mir ihre Anteile am Unternehmen ihres Vaters.“

Er trat näher, sein Duft umhüllte mich zum wiederholten Mal, doch dieses Mal würde ich eisern bleiben. Bevor er diese Wohnung verließ, würde er seine eigene Medizin zu  schmecken bekommen und diese war bitter.

Er hob die Hand und strich mir verführerisch über den Hals, hinab zum Ausschnitt meines Bademantels. Er wartete kurz und grinste, als er merkte, dass von mir kein Widerstand kam.

Ich beobachtete ihn genau, sah die Vorfreude in seinen Augen, als er langsam seine Hand unter den abgetragenen und fadenscheinigen Stoff schob.

Natürlich erregte er mich, das bewiesen schon meine hart aufgerichteten Brustspitzen, doch ich hatte mich völlig unter Kontrolle. Immer wieder rief ich mir in Erinnerung, wie er diese Jessica vor den Augen der Gäste küsste. Ich schloss die Augen, um ihn nicht sofort meine Wut sehen zu lassen und er glaubte, ich täte es aus der Erregung heraus.

„Ich wusste, du bist vernünftig“, wisperte er und knetete langsam  die feste Halbkugel, die in seiner großen Hand lag, „ ich werde  dafür sorgen, dass du schreist vor Lust. Warum sollte so eine Kleinigkeit, wie eine Verlobung uns davon abhalten eine Affäre zu haben. Ich will dich, du willst mich.“

„Was ist mit Jessica?“, fragte ich mit kaum unterdrücktem Zorn.

Das Mädchen mochte strohdumm sein, aber sie tat mir dennoch leid. Es musste grausam sein, mit so einem Widerling gestraft zu werden, der sie schon vor der Hochzeit mit einer anderen betrog, nein, betrügen wollte.

Er knabberte mittlerweile an meinem  Hals und seine Hand an meinem Busen arbeitete beharrlich weiter. Kalkuliert bog ich den Hals zurück und stöhnte leise, was nicht mal gespielt war, sondern in erster Linie ärgerlich. Ich wollte mich von ihm nicht erregen lassen, ich wollte  ihn fertigmachen, ihn genauso auflaufen lassen, wie er mich.

„Jessica wird eine lammfromme Ehefrau werden und uns nicht weiter stören, Liebes.“

Mit jedem Wort zog er ein Stück des Stoffes zur Seite und  küsste meine zarten Schultern. Sein Mund glitt offen über meine Haut, leckte darüber und brachte mich dazu, mir die Nägel fest in die Handfläche zu bohren, damit der Schmerz mich bei klarem Verstand hielt. Ich spielte mit dem Feuer, doch er würde es sein, der sich daran die Finger verbrannte.

„Heißt das, du wirst ihr von uns erzählen?“, fragte ich ihn gespielt naiv und spielte mit den Knöpfen seines Seidenhemdes.

Gleichzeitig warf ich ihm einen unschuldigen Blick unter halbgesenkten Wimpern zu, was ihn belustigt auflachen ließ.

„Liebes, was hast du nur für Vorstellungen. Sie ist tolerant, aber nicht soooo sehr, dass sie eine dauerhafte Geliebte neben sich dulden würde.“

„Heißt das, du wirst auch mit ihr schlafen?“

Mistkerl, dachte ich, du verdammter Mistkerl!
„Das wird sich leider nicht vermeiden lassen, Liebes. Aber sie wird irgendwann anfangen sich mit ihrem Tennis-oder Golflehrer zu treffen und ich habe meine Ruhe. Ich werde dich aber nicht vernachlässigen, das verspreche ich dir.“

Er hob mich auf den Tisch und öffnete meinen Bademantel. Er zischte erregt als er sah, dass ich nur noch ein knappes Höschen darunter trug.

„Du bist so wunderschön“, stöhnte er und stürzte sich auf meinen Körper.

Sein Mund war überall, auf meinem Busen, meinem Hals, setzte die Erkundung auf meinem flachen Bauch fort. Seine feuchten Küsse ließen mich meinen Plan beinahe vergessen, doch wie immer rettete mich sein loses Mundwerk.

„Weißt du“, flüsterte er und schob seine Finger unter den Bund meines Höschens und drückte meinen Körper auf den Tisch, „ ich wusste von Anfang an, dass du mir irgendwann gehören würdest. Dass es allerdings so schnell geht, damit hätte ich nicht gerechnet.“

Oh Edward, dachte ich, wenn du wüsstest wie oft ich schon mit dir geschlafen hätte, wenn du nur rechtzeitig die Klappe gehalten hättest.

„Sag mir, was du alles mit mir machen willst!“, hauchte ich verführerisch, „ Ich will es von dir hören.“

„Ich werde dich überall küssen, Baby. Jeden Milimeter von dir werde ich verwöhnen.“

Er legte das Jackett ab und öffnete mit fahrigen Bewegungen das Hemd. Es glitt von seiner Schulter und seine Muskulatur bewegte sich unter der seidigen Haut. Sein Oberkörper war ein Traum. Marmorne Haut, die bei jedem anderen krank gewirkt hätte, ließ ihn wie eine Statue aussehen. Perfekt bis in den letzten Muskel!

Er beugte sich wieder zu mir und legte sich meine Hände auf die Brust.

„Fass mich an, Bella! Ich will von dir gestreichelt werden, deine Hände auf mir spüren.“

Ich strich über seine samtweiche Haut.

„Ist das gut so?“

Er stöhnte.

„Verdammt, du bist unglaublich, die aufregendste Frau die mir je begegnet ist.“

„Weißt du, was du jetzt tun kannst?“, fragte ich und küsste zärtlich seine Haut, ließ die Lippen geschmeidig über sie gleiten.

Er schloss die Augen und schüttelte lachend den Kopf. Gott, er war sich so sicher, dass er am Ziel seiner Wünsche war.

Ich schob ihn weg, zog den Bademantel wieder zu, verknotete ihn mit festen, kontrollierten Bewegungen und sah ihn mit Eiseskälte im Blick an.

„Du kannst jetzt deine Sachen wieder anziehen, zu deiner Verlobten fahren und all diese Dinge mit ihr machen. Ich schlafe nicht mit vergebenen Männern. Erinnere dich gut an die letzten Minuten, Edward, denn das ist das Einzige, was du jemals von mir bekommen wirst.“

Fassungslos sah er mich an und griff nach seinem Hemd.

„Du hast mich verarscht, du Miststück!“

„Tja, Cullen! Wie du mir, so ich dir.“

Jetzt war ich richtig aggressiv und machte zwei Schritte nach vorne, um ihm in die Augen zu sehen, wenn ich mit ihm sprach.

„Hast du wirklich gedacht“, meine Stimme überschlug sich fast, „ du könntest nach dieser Sache einfach hier auftauchen und alles, was du tun musst, ist dein Hemd ausziehen und gut ist es. Bist du wirklich so naiv, oder hat dir die Anbetung von all diesen hohlen Weibern, den letzten Rest an Verstand geraubt, mit dem der liebe Gott dich freundlicherweise ausgestattet hat.“

Ich holte tief Luft  und machte weiter.

„Du wirst mich niemals bekommen, Edward. Ich schlafe nicht mit Heuchlern und du bist mit Abstand das krasseste Exemplar dieser Spezies. Ich habe noch nie soviel berechnendes Kalkül bei einem Mann erlebt, wie bei dir. Doch lass dir eins gesagt sein! Kommst du noch einmal in meine Nähe,  wirst  du es bereuen, Cullen. Hast du das in deinem Erbsenhirn aufgenommen?“

Seelenruhig knöpfte er sich den letzten Knopf seines Hemdes zu und zog sich sein teures Jackett wieder an.

„Also gut, Bella! Du hast gewonnen. Wie viel verlangst du?“

Überrascht sah ich ihn an. Meinte er etwa……? Nein, das konnte nicht sein! So extrem war nicht mal Edward, oder doch? Ich musste mich vergewissern.

„Wie viel was?!“, hakte ich vorsichtig nach.

„Wie viel Geld willst du haben? Das ist doch der Grund für dein Theater. Du willst deinen Preis in die Höhe treiben, warum sonst erwähnst du ständig, dass du kein Geld hast und sooo hart arbeiten musst. Also sag mir einfach wie viel du haben willst und ich stelle dir sofort einen Scheck aus.“

Jetzt war es an mir fassungslos zu sein. Er wollte mich  BEZAHLEN!

War er jetzt endgültig übergeschnappt? Er behandelte mich wie ein leichtes Mädchen und unterstellte mir pure Geldgier. Mein letzter Funken Hoffnung, dass er eventuell doch noch ein Quentchen Anstand in sich trug, ging gerade flöten. Dieser Kerl würde sich nie ändern und schon gar nicht für mich.

„Ich will, dass du gehst!“

Er sah mich etwas ungläubig an.

„Was soll das? Du hast deinen Preis noch nicht genannt. Ich zahle dir was du willst, du musst mir nur eine Summe nennen. Sind 250000 Dollar genug? Wenn nicht, setze ich noch eine Wohnung obendrauf. Du brauchst sowieso eine angemessene Behausung, wenn du meine Geliebte bist.“

Enttäuscht sah ich ihn an.

„Geh einfach, Edward.“, sagte ich plötzlich unendlich müde geworden, „ Ich will dein Geld nicht, ich wollte es nie. Wenn du von Anfang an ehrlich gewesen wärst, vielleicht hätte ich irgendwann trotz Verlobter nachgegeben, denn es wäre Heuchelei von mir zu behaupten, dass ich nichts für dich empfinde. Aber man kann dir nicht trauen und das macht eine Verbindung zwischen uns unmöglich. Jessica ist nur ein weiterer Grund, Abstand zu dir zu halten. Dein Geld kann mich nicht locken, auch wenn ich es bitter nötig hätte. Ich würde mich dir von ganzem Herzen hingeben, wenn ich glauben würde, dass du etwas für mich empfindest. Doch du bist wie Marmor. Makellos und kalt. So jemanden will ich nicht, ich habe was Besseres verdient.  Du kannst Liebe nicht kaufen, Edward! Sie muss dir geschenkt werden.“

Ich schloss meinen Monolog, stolz auf mich, weil ich den Mut aufgebracht hatte ehrlich zu sein. Zuzugeben, dass ich etwas für ihn empfand, war riskant, aber ich wollte diese Sache mit erhobenem Kopf beenden.

„Wie du meinst!“, sagte er nur und verließ mit geschmeidigen Schritten meine Wohnung.

Das Einzige was mich ansatzweise tröstete, war, dass er meinetwegen Jessica, auf der  eigenen Verlobungsfeier sitzen ließ.

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