Nachdem Lou mir das Versprechen abgenommen hatte, dass ich mich um eine Betreuung für Danny kümmern würde, um die Schicht meiner kranken Kollegin zu übernehmen, griff ich nach meinem Handy. Verzweifelt versuchte ich Lucy zu erreichen, die Mutter von Dannys bestem Freund Luke. Sie hatte mir in der Vergangenheit schon das ein oder andere Mal aus der Patsche geholfen und ich setzte alle Hoffnungen auf sie. Als sich nach dem zehnten Klingeln nur noch die Mailbox meldete, sank meine Zuversicht und ich gab irgendwann entnervt auf. Was sollte ich jetzt machen? Mit den anderen Müttern hatte ich nicht genug Kontakt, um sie um Dannys Betreuung bitten zu können. Außerdem war mir allein der Gedanke daran zuwider, dass ich ihn in die Obhut einer mir fast fremden Person geben musste. Man konnte leider nicht in die Menschen reinschauen und auf den ersten Blick erkennen, wie verantwortungsbewusst sie wirklich waren. Das Risiko war mir dann doch zu groß, da hätte ich ihn mir eher noch auf den Rücken gebunden.
Leichte Kopfschmerzen kündigten sich bei mir an und ich massierte mir vorsichtig die Schläfen, während ich fieberhaft nach einer Lösung suchte. Jemand musste ihn schließlich aus der Vorschule abholen, ihm was zu essen machen und sich den Rest des Tages um ihn kümmern. Ich verfluchte Anna und ihre Migräneanfälle, obwohl die Ärmste ja nichts dafür konnte. Ausgerechnet am einzigen Tag in der Woche, an dem Bibi keine Zeit hatte, musste sie erneut eine ihrer berühmt, berüchtigten Kopfschmerzattacken bekommen. Ich startete einen letzten Versuch und rief sicherheitshalber doch noch mal bei Bibi an, alles was ich lediglich zu hören bekam, war ihre warme Stimme auf dem Band des Anrufbeantworters. Das war´s. Die letzte Möglichkeit war dahin und ich musste Lou wohl oder übel doch absagen. Ich konnte ja mein Kind nicht allein lassen, dafür musste er einfach Verständnis haben.
Entschlossen erhob ich mich und marschierte zu seinem Büro. Dort klopfte ich enthusiastischer gegen die Tür, als ich mich fühlte und wartete auf sein übliches „Herein". Erst danach drückte ich vorsichtig den Türknauf hinunter und betrat den kleinen Raum, der an so regnerischen Tagen wie heute, immer eine zusätzliche Beleuchtung brauchen konnte. Das einzige Fenster hier drin war winzig und selbst an sonnigen Tagen kam kaum genug Licht hinein. Mein Chef saß hinter einem Berg aus Papierkram und sah neugierig zu mir.
„Bella, gibt’s noch was?“
Ich hatte ein schlechtes Gefühl, weil ich ihn enttäuschen musste. Er hatte es in letzter Zeit sowieso nicht leicht und eine Bedienung zu wenig, bedeutete weniger Umsatz und verärgerte Kunden.
„Lou, ich kann Anna´s Schicht nicht übernehmen. Ich habe niemanden erreicht, der Danny abholen und ihn betreuen kann. Es tut mir sehr leid, aber du musst jemand anderen dafür hernehmen", sagte ich niedergeschlagen und wartete gespannt auf seine Reaktion.
Er kratzte sich den haarlosen Kopf und schien zu überlegen.
„Hm, leider hab ich außer dir keine Alternativen", sprach er meine schlimmsten Befürchtungen aus. Er machte ein angestrengt wirkendes Gesicht und plötzlich hellten sich seine Züge auf. „Ich hab eine tolle Idee!“, rief er freudestrahlend aus. Lou stand auf, kam um den Tisch herum zu mir rüber und legte mir eine seiner riesigen, behaarten Pranken auf die Schulter. „Bring den Zwerg doch mit hier her. Hier passiert ihm nichts und es wäre schließlich nicht das erste Mal.“
Zweifelnd sah ich ihn an.
„Bist du sicher? Nicht, dass er dir was durcheinander bringt.“
„Ach was, der Knirps macht schon nichts kaputt. Es ist ja nicht für lange und irgendwann wird deine Bibi ja wieder zuhause war.“
Ich fackelte nicht lange.
„Also gut, dann mach ich mich auf den Weg, hol ihn ab und bring ihn dann hierher.“
Er grinste an und war selber ganz hin und weg von seinem Einfall. Erleichtert erwiderte ich das Lächeln und fühlte mich sofort besser. Danny würde begeistert sein, da er mich schon immer gern hier besuchen kam, wenn er mit Bibi unterwegs war. Für ihn war das wie ein großes Abenteuer, wenn er seine Mommy bei der Arbeit besuchen konnte. Es war keine Ideallösung, aber ich konnte zumindest ohne größere Sorgen meiner Arbeit nachgehen und mich in den Pausen um ihn kümmern. Ich bedankte mich noch mal bei Lou und machte mich dann auf den Weg zu Dannys Vorschule. Er wartete schon an der Eingangstür und kam mir sofort entgegen geflogen. Glücklich schloss ich meinen Zwerg in die Arme und drückte ihn fest an mich.
„Hey, Tiger. War´s schön heute?“, wollte ich wissen und strich ihm eine vorwitzige Haarsträhne aus dem Gesicht.
Er nickte strahlend.
„Wir haben gemalt. Gehen wir jetzt in den Park?“
Jetzt kam der weniger angenehme Teil.
„Danny, das mit dem Park wird leider nichts. Was hältst du stattdessen davon, mich ins Diner zu begleiten. Ich muss leider doch ein bisschen länger arbeiten, aber Lou würde sich freuen, wenn du ihn besuchen kommst. Ist das okay für dich?"
Er sah einen Moment enttäuscht aus, doch dies wich schnell einem fröhlichen Lächeln.
„Klasse, ich mag Opa Lou." Er legte seinen Kopf ein wenig schräg und grinste so breit, dass seine zwei Zahnlücken sichtbar wurden. „Krieg ich Pommes, wenn wir da sind…..bitte!“, fügte er noch treuherzig hinzu, weil er wusste, dass ich Wert darauf legte.
Ich tat so, als müsste ich überlegen und nickte dann lächelnd, was ihn jubeln ließ.
„Danke, Mommy“, brüllte er mir ins Ohr, bis ich halb taub war und fiel mir auf und ab hüpfend um den Hals. „Spielt Lou schwarzer Peter mit mir?“, wollte er dann noch hoffnungsvoll wissen und sah mich bittend an. „Hat er gemacht, letztes Mal. Bitte, Mom. Sag Lou, er soll mit mir spielen!“, forderte er mit kindlichem Eigensinn.
Ich seufzte still. Er war noch so klein und konnte nicht verstehen, dass die Erwachsenen oft keine Zeit für so etwas hatten. Was mich besorgt aufhorchen ließ, war sein Wunsch, Zeit mit Lou zu verbringen. Die wenigen Male, die er mich dort besucht hatte, schienen einen mächtigen Eindruck bei ihm hinterlassen zu haben. Es musste an Lou liegen, der sich bei diesen wenigen Gelegenheiten rührend um ihn gekümmert hatte. Danny fehlte eindeutig eine männliche Bezugsperson und klammerte sich schnell an männliche Personen in meinem Bekanntenkreis. Noch ein weiterer Grund, warum ich mich bei Männern zurückhielt. Ich wollte ihm nicht einen „Daddy" präsentieren, der nach der dritten Verabredung wieder seiner Wege zog. Solche Enttäuschungen wollte ich ihm auf jeden Fall ersparen. Nichts desto trotz brauchte er einen männlichen Part in seinem Leben, das merkte ich immer mehr, je älter Danny wurde.
Wir stiegen in mein altes, klappriges Auto und fuhren gemeinsam zurück ins Diner. Endlich wohlbehalten angekommen, parkte ich den alten VW im Hinterhof und betrat mit meinem Sohn das Restaurant. Rose war die Erste, die uns sah und mein Knirps rannte sofort in ihre ausgestreckten Arme. Sie war total vernarrt in Kinder, was man ihr so nicht ansah und diese Zuneigung wurde von Danny in gleichem Maße erwidert. Er drückte ihr einen dicken Schmatz auf die Backe und hinterließ einen feuchten Fleck auf der gepuderten Wange. Lachend wischte sie die Spuren seines Liebesbeweises weg und drückte ihn an ihre Brust.
„Danny, was für eine tolle Überraschung. Da kann mein Tag ja nur noch schöner werden. Hilfst du Lou wieder bei seiner Arbeit?"
Danny richtete sich selbstsicher auf und straffte die schmächtigen Schultern.
„Ich schreibe seine Briefe. Er sagt mir die Buchstaben und ich drücke auf die Tasten", erklärte er eifrig und mit unverkennbarem Stolz.
„Lou ist dann bestimmt viel schneller fertig", meinte Rose und verwüstete seinen Haarschopf. Ich musste grinsen. Beim letzten Mal hatte Lou geschlagene zwei Stunden für eine kurze Nachricht gebraucht, aber er hatte tapfer die einzelnen Buchstaben diktiert, die Danny mit größter Konzentration eingegeben hatte.
Noch ein Grund mehr, warum ich so gerne hier arbeitete. Lou und die Anderen waren herzensgute Menschen, die mir meinen oft so schweren Alltag erleichterten. Sie alle hatten Danny gern und keiner störte sich an seinen ohnehin sehr seltenen Besuchen hier.
Nachdem ich ihn bei Lou unter großem Hallo abgegeben hatte, machte ich mich guter Dinge wieder an die Arbeit. Die Mittagszeit war immer sehr stressig und ich kam die nächste Stunde nicht dazu, nach ihm zu sehen. Als es wieder ruhiger wurde, sprach Rose mich an.
„Bella, hast du Lust heute Abend Pizza zu machen. Ich könnte zu euch kommen und wir machen uns einen schönen Abend. Wenn Danny schläft, können wir mal wieder richtig tratschen. Das würde dir mal guttun. Du siehst ein bisschen mitgenommen aus in letzter Zeit. Ich glaube, du brauchst mal wieder ein bisschen Abwechslung."
Erfreut blickte ich meine Freundin an. Das war in der Tat ein toller Vorschlag. Ein schönes Essen, ein wenig billigen Wein und ein gutes Gespräch unter Frauen.
„Das wäre großartig. Ich besorg uns dann noch eine Flasche Wein und wir machen es uns so richtig gemütlich."
Kaum hatte ich das ausgesprochen, stürmte ein neuer Schwarm Gäste das Diner und an weiterreden, war nicht mehr zu denken. Wir unterbrachen unsere Unterhaltung und wir machten uns wieder an die Arbeit, damit die hungrige Meute nicht ungeduldig wurde. Von Danny bekam ich nicht viel zu sehen. Der saß aber laut Lou, an seinem PC und spielte das Kinderspiel „Bob, der Baumeister“. Computer faszinierten ihn über alle Maßen, das war mir schon vor einer Weile aufgefallen, während er Ballspiele zwar liebte, aber recht talentfrei darin war. Oder anders ausgedrückt, die runde Kugel war sein natürlicher Feind. Danny hatte es mehr im Kopf, als in den Beinen, aber wir gingen trotzdem jeden Sonntag in den Park, wo er mit ein paar Freunden Fußball spielte. Es war mir wichtig, dass er Kontakt zu anderen Kindern hatte und zum Glück ließen sie sich von Dannys Talent, regelmäßig über seine eigenen Beine zu stolpern, nicht abschrecken. Er spielte mit Begeisterung mit und wurde dadurch auch ein wenig besser.
Nach dem Ende meiner zusätzlichen Schicht verließen wir zu dritt das Diner. Rose ging gleich mit uns und fuhr nicht mehr nach Hause, so dass wir alle gemeinsam in den nächsten Supermarkt fuhren. Wir besorgten alle notwendigen Zutaten für unsere Pizza, eine Flasche billigen Rotwein und noch etwas Süßes zum Naschen. Vollbepackt mit den Einkäufen verließen wir das Geschäft und fuhren zurück in meine Wohnung. Danny war so aufgeregt, weil Rose den Abend bei uns verbrachte, dass er unentwegt vor sich hinplapperte. Sie nahm es gutmütig hin und fing an mit seiner Hilfe den Teig zu machen.
Ich kümmerte mich um den Belag und summte gutgelaunt vor mich hin. Die Küche war schon immer einer meiner Lieblingsorte, ich kochte leidenschaftlich gerne und das schon seit meiner frühen Teenagerzeit. Da meine Mom bereits sehr früh verstorben war, hatte ich die hausfraulichen Pflichten übernommen und meinen Dad versorgt. Dazu gehörte auch das Kochen. Pizzateig jedoch, gehörte zu den Dingen, die ich in hundert Jahren nicht hinbekommen würde. Es endete immer damit, dass er zäh wie Gummi wurde und schnell den Weg in den Mülleimer fand. Rose dagegen kochte nie, aber Pizzateig machte sie grandios. Sollte sie je im Diner rausfliegen, konnte sie immer noch in einem Italo-Restaurant arbeiten.
Nach ca. einer halben Stunde war das Essen fertig und noch schneller in unseren hungrigen Mägen verschwunden. Satt und zufrieden setzten wir uns in mein kleines, aber gemütliches Wohnzimmer und sahen uns zusammen Ice Age an. Lachend genossen wir den lustigen Film und als der endlich zu Ende war, wurde es für Danny höchste Zeit ins Bett zu gehen. Er war sowieso schon länger auf als gewöhnlich und musste morgen früh wieder in die Vorschule.
„So, mein Schatz. Sag Rose gute Nacht und dann ab zum Zähneputzen", kommandierte ich liebevoll.
„Oh, Mommy, noch nicht. Ich bin noch gar nicht müde", bettelte er, doch ich blieb hart.
„Es tut mir leid, aber du musst morgen früh raus und du brauchst deinen Schlaf."
An meinem Tonfall erkannte er schon, dass es zwecklos war weiter zu betteln. Murrend, aber widerspruchslos wünschte er Rose eine gute Nacht und schlurfte beleidigt ins Badezimmer. Ich richtete in der Zwischenzeit sein Bett her und seinen Schlafanzug. Minuten später lag er fertig in seinem Bett und obwohl er steif und fest behauptete nicht müde zu sein, zeigte sein ausgiebiges Gähnen etwas anderes.
Nach kurzer Zeit schlief er tief und ich ging zurück ins Wohnzimmer. Rose hatte jedem von uns ein Glas Rotwein eingeschenkt und ich setzte mich erschöpft neben sie auf das Sofa. Es war schön, mal einen Abend nicht allein vor dem Fernseher zu verbringen, sondern einen Menschen zu haben, mit dem man sich unterhalten konnte.
Rose sah mich durchdringend an.
„Jetzt spuck´s schon aus. Was hast du auf dem Herzen? Ich spüre doch schon seit Tagen, dass dir was auf der Seele brennt."
Ich seufzte und schüttelte den Kopf.
„Es ist nichts, Rose. Es ist nur.... ach, ich weiß auch nicht", antwortete ich traurig.
„Weißt du", setzte ich neu an, „manchmal…da frage ich mich, ob das alles ist, was ich noch vom Leben zu erwarten habe. Morgens aufstehen, Danny zur Schule bringen, den ganzen Tag arbeiten, abends fernsehen und dann ins Bett. Selbst am Wochenende muss ich arbeiten.“ Schuldbewusst spielte ich mit meinen Fingern und hielt den Blick gesenkt. Ich wusste nicht mal, warum ich ein schlechtes Gewissen hatte, aber ich fühlte mich schlecht, weil ich nicht rundum glücklich war. Ich hatte doch Danny, warum war ich damit nicht einfach zufrieden? Doch noch etwas lag mir auf dem Herzen. „Weißt du, was das allerschlimmste ist?“ Rose schüttelte den Kopf. „Das Schlimmste an der Sache ist, dass ich viel zu wenig Zeit für Danny habe. Sie läuft mir praktisch davon und ich habe Angst, die wichtigen Dinge in seinem Leben zu verpassen. Was, wenn ich nicht oft genug für ihn da sein kann? Wenn er sich allein gelassen fühlt? Das kann ich doch nie wieder gut machen", fügte ich in einem Anflug von Verzweiflung hinzu.
"Dann gib doch den Job im Club auf", schlug Rose ahnungslos vor.
Ich lachte deprimiert auf.
„Das geht nicht. Ich muss schließlich Rechnungen bezahlen. Es ist eher so, dass ich noch einen dritten Job brauchen könnte, anstatt einen weniger. Ich werde wohl auf absehbare Zeit auch das Auto aufgeben müssen. Die ständigen Reparaturkosten fressen meine ganzen Reserven auf, das kann ich mir bald nicht mehr leisten."
Rose sah mich entsetzt an und zögerte keinen Augenblick, bevor sie sagte.
„Ich habe nicht gewusst, dass es so schlecht aussieht“, meinte sie betroffen und legte ihre Hand auf meine. „Bella…ich habe ein bisschen Geld gespart...," fing sie an und wurde sofort von mir unterbrochen.
„Nein!", schrie ich entsetzt, „Komm bloß nicht auf die Idee, mir Geld leihen zu wollen. Ich werde es dir niemals zurückzahlen können. Rose, es ist wirklich lieb von dir, dass du mir helfen möchtest, aber da muss ich alleine durch. Ich werde es schon irgendwie schaffen. Bis jetzt habe ich das auch hinbekommen."
Trotz meiner Anlehnung, sah ich meine Freundin dankbar an. Sie seufzte tief.
„Na gut, ich kann dich nicht dazu zwingen. Ich will nur, dass du weißt, dass du immer auf mich zählen kannst."
Gerührt blickte ich Rose an. Trotz aller Probleme konnte ich mich glücklich schätzen, weil ich Menschen kannte, die es gut mit mir meinten. Da war Lou, der beinahe die Vaterrolle ausfüllte, meine Nachbarin Bibi, die sich regelmäßig um Danny kümmerte und dann war da noch Rose, die sich Gedanken um mich machte. Das war mehr, als viele andere Menschen hatten und ich wollte nicht mehr jammern.
„ Solange ich eine Freundin habe wie dich, Rose, kann mir nicht viel passieren", sagte ich grinsend und prostete ihr zu.
Sie hob ebenfalls ihr Weinglas und stieß etwas beruhigter mit mir an. Viel später, als Rose schon längst weg war, konnte ich lange nicht einschlafen. Ich stand auf und ging hinaus auf die Feuerleiter, die neben dem Schlafzimmerfenster montiert war. Während ich den nächtlichen Geräuschen der Großstadt zuhörte - Autolärm, Polizeisirenen und vieles andere - gingen mir die verschiedensten Gedanken durch den Kopf. Was würde mit Danny geschehen, wenn mir je etwas passierte?
Ich musste mich irgendwann mit solchen Dingen auseinandersetzen, denn bisher hatte ich das erfolgreich vor mir hergeschoben. Aber gerade heute war mir klargeworden, dass es keine Blutsverwandten gewesen waren, die mir unter die Arme gegriffen hatten. Diese Menschen konnten mir mal aushelfen, wenn es um die Betreuung ging. Aber was, wenn mir tatsächlich was passierte? Mal auszuhelfen war eine Sache, sich aber dauerhaft um ein fremdes Kind zu kümmern, eine andere. Es wurde Zeit, dass ich mir etwas überlegte. Nur im Augenblick, hatte ich leider keine Ahnung, wie ich das bloß anstellen sollte.
Leichte Kopfschmerzen kündigten sich bei mir an und ich massierte mir vorsichtig die Schläfen, während ich fieberhaft nach einer Lösung suchte. Jemand musste ihn schließlich aus der Vorschule abholen, ihm was zu essen machen und sich den Rest des Tages um ihn kümmern. Ich verfluchte Anna und ihre Migräneanfälle, obwohl die Ärmste ja nichts dafür konnte. Ausgerechnet am einzigen Tag in der Woche, an dem Bibi keine Zeit hatte, musste sie erneut eine ihrer berühmt, berüchtigten Kopfschmerzattacken bekommen. Ich startete einen letzten Versuch und rief sicherheitshalber doch noch mal bei Bibi an, alles was ich lediglich zu hören bekam, war ihre warme Stimme auf dem Band des Anrufbeantworters. Das war´s. Die letzte Möglichkeit war dahin und ich musste Lou wohl oder übel doch absagen. Ich konnte ja mein Kind nicht allein lassen, dafür musste er einfach Verständnis haben.
Entschlossen erhob ich mich und marschierte zu seinem Büro. Dort klopfte ich enthusiastischer gegen die Tür, als ich mich fühlte und wartete auf sein übliches „Herein". Erst danach drückte ich vorsichtig den Türknauf hinunter und betrat den kleinen Raum, der an so regnerischen Tagen wie heute, immer eine zusätzliche Beleuchtung brauchen konnte. Das einzige Fenster hier drin war winzig und selbst an sonnigen Tagen kam kaum genug Licht hinein. Mein Chef saß hinter einem Berg aus Papierkram und sah neugierig zu mir.
„Bella, gibt’s noch was?“
Ich hatte ein schlechtes Gefühl, weil ich ihn enttäuschen musste. Er hatte es in letzter Zeit sowieso nicht leicht und eine Bedienung zu wenig, bedeutete weniger Umsatz und verärgerte Kunden.
„Lou, ich kann Anna´s Schicht nicht übernehmen. Ich habe niemanden erreicht, der Danny abholen und ihn betreuen kann. Es tut mir sehr leid, aber du musst jemand anderen dafür hernehmen", sagte ich niedergeschlagen und wartete gespannt auf seine Reaktion.
Er kratzte sich den haarlosen Kopf und schien zu überlegen.
„Hm, leider hab ich außer dir keine Alternativen", sprach er meine schlimmsten Befürchtungen aus. Er machte ein angestrengt wirkendes Gesicht und plötzlich hellten sich seine Züge auf. „Ich hab eine tolle Idee!“, rief er freudestrahlend aus. Lou stand auf, kam um den Tisch herum zu mir rüber und legte mir eine seiner riesigen, behaarten Pranken auf die Schulter. „Bring den Zwerg doch mit hier her. Hier passiert ihm nichts und es wäre schließlich nicht das erste Mal.“
Zweifelnd sah ich ihn an.
„Bist du sicher? Nicht, dass er dir was durcheinander bringt.“
„Ach was, der Knirps macht schon nichts kaputt. Es ist ja nicht für lange und irgendwann wird deine Bibi ja wieder zuhause war.“
Ich fackelte nicht lange.
„Also gut, dann mach ich mich auf den Weg, hol ihn ab und bring ihn dann hierher.“
Er grinste an und war selber ganz hin und weg von seinem Einfall. Erleichtert erwiderte ich das Lächeln und fühlte mich sofort besser. Danny würde begeistert sein, da er mich schon immer gern hier besuchen kam, wenn er mit Bibi unterwegs war. Für ihn war das wie ein großes Abenteuer, wenn er seine Mommy bei der Arbeit besuchen konnte. Es war keine Ideallösung, aber ich konnte zumindest ohne größere Sorgen meiner Arbeit nachgehen und mich in den Pausen um ihn kümmern. Ich bedankte mich noch mal bei Lou und machte mich dann auf den Weg zu Dannys Vorschule. Er wartete schon an der Eingangstür und kam mir sofort entgegen geflogen. Glücklich schloss ich meinen Zwerg in die Arme und drückte ihn fest an mich.
„Hey, Tiger. War´s schön heute?“, wollte ich wissen und strich ihm eine vorwitzige Haarsträhne aus dem Gesicht.
Er nickte strahlend.
„Wir haben gemalt. Gehen wir jetzt in den Park?“
Jetzt kam der weniger angenehme Teil.
„Danny, das mit dem Park wird leider nichts. Was hältst du stattdessen davon, mich ins Diner zu begleiten. Ich muss leider doch ein bisschen länger arbeiten, aber Lou würde sich freuen, wenn du ihn besuchen kommst. Ist das okay für dich?"
Er sah einen Moment enttäuscht aus, doch dies wich schnell einem fröhlichen Lächeln.
„Klasse, ich mag Opa Lou." Er legte seinen Kopf ein wenig schräg und grinste so breit, dass seine zwei Zahnlücken sichtbar wurden. „Krieg ich Pommes, wenn wir da sind…..bitte!“, fügte er noch treuherzig hinzu, weil er wusste, dass ich Wert darauf legte.
Ich tat so, als müsste ich überlegen und nickte dann lächelnd, was ihn jubeln ließ.
„Danke, Mommy“, brüllte er mir ins Ohr, bis ich halb taub war und fiel mir auf und ab hüpfend um den Hals. „Spielt Lou schwarzer Peter mit mir?“, wollte er dann noch hoffnungsvoll wissen und sah mich bittend an. „Hat er gemacht, letztes Mal. Bitte, Mom. Sag Lou, er soll mit mir spielen!“, forderte er mit kindlichem Eigensinn.
Ich seufzte still. Er war noch so klein und konnte nicht verstehen, dass die Erwachsenen oft keine Zeit für so etwas hatten. Was mich besorgt aufhorchen ließ, war sein Wunsch, Zeit mit Lou zu verbringen. Die wenigen Male, die er mich dort besucht hatte, schienen einen mächtigen Eindruck bei ihm hinterlassen zu haben. Es musste an Lou liegen, der sich bei diesen wenigen Gelegenheiten rührend um ihn gekümmert hatte. Danny fehlte eindeutig eine männliche Bezugsperson und klammerte sich schnell an männliche Personen in meinem Bekanntenkreis. Noch ein weiterer Grund, warum ich mich bei Männern zurückhielt. Ich wollte ihm nicht einen „Daddy" präsentieren, der nach der dritten Verabredung wieder seiner Wege zog. Solche Enttäuschungen wollte ich ihm auf jeden Fall ersparen. Nichts desto trotz brauchte er einen männlichen Part in seinem Leben, das merkte ich immer mehr, je älter Danny wurde.
Wir stiegen in mein altes, klappriges Auto und fuhren gemeinsam zurück ins Diner. Endlich wohlbehalten angekommen, parkte ich den alten VW im Hinterhof und betrat mit meinem Sohn das Restaurant. Rose war die Erste, die uns sah und mein Knirps rannte sofort in ihre ausgestreckten Arme. Sie war total vernarrt in Kinder, was man ihr so nicht ansah und diese Zuneigung wurde von Danny in gleichem Maße erwidert. Er drückte ihr einen dicken Schmatz auf die Backe und hinterließ einen feuchten Fleck auf der gepuderten Wange. Lachend wischte sie die Spuren seines Liebesbeweises weg und drückte ihn an ihre Brust.
„Danny, was für eine tolle Überraschung. Da kann mein Tag ja nur noch schöner werden. Hilfst du Lou wieder bei seiner Arbeit?"
Danny richtete sich selbstsicher auf und straffte die schmächtigen Schultern.
„Ich schreibe seine Briefe. Er sagt mir die Buchstaben und ich drücke auf die Tasten", erklärte er eifrig und mit unverkennbarem Stolz.
„Lou ist dann bestimmt viel schneller fertig", meinte Rose und verwüstete seinen Haarschopf. Ich musste grinsen. Beim letzten Mal hatte Lou geschlagene zwei Stunden für eine kurze Nachricht gebraucht, aber er hatte tapfer die einzelnen Buchstaben diktiert, die Danny mit größter Konzentration eingegeben hatte.
Noch ein Grund mehr, warum ich so gerne hier arbeitete. Lou und die Anderen waren herzensgute Menschen, die mir meinen oft so schweren Alltag erleichterten. Sie alle hatten Danny gern und keiner störte sich an seinen ohnehin sehr seltenen Besuchen hier.
Nachdem ich ihn bei Lou unter großem Hallo abgegeben hatte, machte ich mich guter Dinge wieder an die Arbeit. Die Mittagszeit war immer sehr stressig und ich kam die nächste Stunde nicht dazu, nach ihm zu sehen. Als es wieder ruhiger wurde, sprach Rose mich an.
„Bella, hast du Lust heute Abend Pizza zu machen. Ich könnte zu euch kommen und wir machen uns einen schönen Abend. Wenn Danny schläft, können wir mal wieder richtig tratschen. Das würde dir mal guttun. Du siehst ein bisschen mitgenommen aus in letzter Zeit. Ich glaube, du brauchst mal wieder ein bisschen Abwechslung."
Erfreut blickte ich meine Freundin an. Das war in der Tat ein toller Vorschlag. Ein schönes Essen, ein wenig billigen Wein und ein gutes Gespräch unter Frauen.
„Das wäre großartig. Ich besorg uns dann noch eine Flasche Wein und wir machen es uns so richtig gemütlich."
Kaum hatte ich das ausgesprochen, stürmte ein neuer Schwarm Gäste das Diner und an weiterreden, war nicht mehr zu denken. Wir unterbrachen unsere Unterhaltung und wir machten uns wieder an die Arbeit, damit die hungrige Meute nicht ungeduldig wurde. Von Danny bekam ich nicht viel zu sehen. Der saß aber laut Lou, an seinem PC und spielte das Kinderspiel „Bob, der Baumeister“. Computer faszinierten ihn über alle Maßen, das war mir schon vor einer Weile aufgefallen, während er Ballspiele zwar liebte, aber recht talentfrei darin war. Oder anders ausgedrückt, die runde Kugel war sein natürlicher Feind. Danny hatte es mehr im Kopf, als in den Beinen, aber wir gingen trotzdem jeden Sonntag in den Park, wo er mit ein paar Freunden Fußball spielte. Es war mir wichtig, dass er Kontakt zu anderen Kindern hatte und zum Glück ließen sie sich von Dannys Talent, regelmäßig über seine eigenen Beine zu stolpern, nicht abschrecken. Er spielte mit Begeisterung mit und wurde dadurch auch ein wenig besser.
Nach dem Ende meiner zusätzlichen Schicht verließen wir zu dritt das Diner. Rose ging gleich mit uns und fuhr nicht mehr nach Hause, so dass wir alle gemeinsam in den nächsten Supermarkt fuhren. Wir besorgten alle notwendigen Zutaten für unsere Pizza, eine Flasche billigen Rotwein und noch etwas Süßes zum Naschen. Vollbepackt mit den Einkäufen verließen wir das Geschäft und fuhren zurück in meine Wohnung. Danny war so aufgeregt, weil Rose den Abend bei uns verbrachte, dass er unentwegt vor sich hinplapperte. Sie nahm es gutmütig hin und fing an mit seiner Hilfe den Teig zu machen.
Ich kümmerte mich um den Belag und summte gutgelaunt vor mich hin. Die Küche war schon immer einer meiner Lieblingsorte, ich kochte leidenschaftlich gerne und das schon seit meiner frühen Teenagerzeit. Da meine Mom bereits sehr früh verstorben war, hatte ich die hausfraulichen Pflichten übernommen und meinen Dad versorgt. Dazu gehörte auch das Kochen. Pizzateig jedoch, gehörte zu den Dingen, die ich in hundert Jahren nicht hinbekommen würde. Es endete immer damit, dass er zäh wie Gummi wurde und schnell den Weg in den Mülleimer fand. Rose dagegen kochte nie, aber Pizzateig machte sie grandios. Sollte sie je im Diner rausfliegen, konnte sie immer noch in einem Italo-Restaurant arbeiten.
Nach ca. einer halben Stunde war das Essen fertig und noch schneller in unseren hungrigen Mägen verschwunden. Satt und zufrieden setzten wir uns in mein kleines, aber gemütliches Wohnzimmer und sahen uns zusammen Ice Age an. Lachend genossen wir den lustigen Film und als der endlich zu Ende war, wurde es für Danny höchste Zeit ins Bett zu gehen. Er war sowieso schon länger auf als gewöhnlich und musste morgen früh wieder in die Vorschule.
„So, mein Schatz. Sag Rose gute Nacht und dann ab zum Zähneputzen", kommandierte ich liebevoll.
„Oh, Mommy, noch nicht. Ich bin noch gar nicht müde", bettelte er, doch ich blieb hart.
„Es tut mir leid, aber du musst morgen früh raus und du brauchst deinen Schlaf."
An meinem Tonfall erkannte er schon, dass es zwecklos war weiter zu betteln. Murrend, aber widerspruchslos wünschte er Rose eine gute Nacht und schlurfte beleidigt ins Badezimmer. Ich richtete in der Zwischenzeit sein Bett her und seinen Schlafanzug. Minuten später lag er fertig in seinem Bett und obwohl er steif und fest behauptete nicht müde zu sein, zeigte sein ausgiebiges Gähnen etwas anderes.
Nach kurzer Zeit schlief er tief und ich ging zurück ins Wohnzimmer. Rose hatte jedem von uns ein Glas Rotwein eingeschenkt und ich setzte mich erschöpft neben sie auf das Sofa. Es war schön, mal einen Abend nicht allein vor dem Fernseher zu verbringen, sondern einen Menschen zu haben, mit dem man sich unterhalten konnte.
Rose sah mich durchdringend an.
„Jetzt spuck´s schon aus. Was hast du auf dem Herzen? Ich spüre doch schon seit Tagen, dass dir was auf der Seele brennt."
Ich seufzte und schüttelte den Kopf.
„Es ist nichts, Rose. Es ist nur.... ach, ich weiß auch nicht", antwortete ich traurig.
„Weißt du", setzte ich neu an, „manchmal…da frage ich mich, ob das alles ist, was ich noch vom Leben zu erwarten habe. Morgens aufstehen, Danny zur Schule bringen, den ganzen Tag arbeiten, abends fernsehen und dann ins Bett. Selbst am Wochenende muss ich arbeiten.“ Schuldbewusst spielte ich mit meinen Fingern und hielt den Blick gesenkt. Ich wusste nicht mal, warum ich ein schlechtes Gewissen hatte, aber ich fühlte mich schlecht, weil ich nicht rundum glücklich war. Ich hatte doch Danny, warum war ich damit nicht einfach zufrieden? Doch noch etwas lag mir auf dem Herzen. „Weißt du, was das allerschlimmste ist?“ Rose schüttelte den Kopf. „Das Schlimmste an der Sache ist, dass ich viel zu wenig Zeit für Danny habe. Sie läuft mir praktisch davon und ich habe Angst, die wichtigen Dinge in seinem Leben zu verpassen. Was, wenn ich nicht oft genug für ihn da sein kann? Wenn er sich allein gelassen fühlt? Das kann ich doch nie wieder gut machen", fügte ich in einem Anflug von Verzweiflung hinzu.
"Dann gib doch den Job im Club auf", schlug Rose ahnungslos vor.
Ich lachte deprimiert auf.
„Das geht nicht. Ich muss schließlich Rechnungen bezahlen. Es ist eher so, dass ich noch einen dritten Job brauchen könnte, anstatt einen weniger. Ich werde wohl auf absehbare Zeit auch das Auto aufgeben müssen. Die ständigen Reparaturkosten fressen meine ganzen Reserven auf, das kann ich mir bald nicht mehr leisten."
Rose sah mich entsetzt an und zögerte keinen Augenblick, bevor sie sagte.
„Ich habe nicht gewusst, dass es so schlecht aussieht“, meinte sie betroffen und legte ihre Hand auf meine. „Bella…ich habe ein bisschen Geld gespart...," fing sie an und wurde sofort von mir unterbrochen.
„Nein!", schrie ich entsetzt, „Komm bloß nicht auf die Idee, mir Geld leihen zu wollen. Ich werde es dir niemals zurückzahlen können. Rose, es ist wirklich lieb von dir, dass du mir helfen möchtest, aber da muss ich alleine durch. Ich werde es schon irgendwie schaffen. Bis jetzt habe ich das auch hinbekommen."
Trotz meiner Anlehnung, sah ich meine Freundin dankbar an. Sie seufzte tief.
„Na gut, ich kann dich nicht dazu zwingen. Ich will nur, dass du weißt, dass du immer auf mich zählen kannst."
Gerührt blickte ich Rose an. Trotz aller Probleme konnte ich mich glücklich schätzen, weil ich Menschen kannte, die es gut mit mir meinten. Da war Lou, der beinahe die Vaterrolle ausfüllte, meine Nachbarin Bibi, die sich regelmäßig um Danny kümmerte und dann war da noch Rose, die sich Gedanken um mich machte. Das war mehr, als viele andere Menschen hatten und ich wollte nicht mehr jammern.
„ Solange ich eine Freundin habe wie dich, Rose, kann mir nicht viel passieren", sagte ich grinsend und prostete ihr zu.
Sie hob ebenfalls ihr Weinglas und stieß etwas beruhigter mit mir an. Viel später, als Rose schon längst weg war, konnte ich lange nicht einschlafen. Ich stand auf und ging hinaus auf die Feuerleiter, die neben dem Schlafzimmerfenster montiert war. Während ich den nächtlichen Geräuschen der Großstadt zuhörte - Autolärm, Polizeisirenen und vieles andere - gingen mir die verschiedensten Gedanken durch den Kopf. Was würde mit Danny geschehen, wenn mir je etwas passierte?
Ich musste mich irgendwann mit solchen Dingen auseinandersetzen, denn bisher hatte ich das erfolgreich vor mir hergeschoben. Aber gerade heute war mir klargeworden, dass es keine Blutsverwandten gewesen waren, die mir unter die Arme gegriffen hatten. Diese Menschen konnten mir mal aushelfen, wenn es um die Betreuung ging. Aber was, wenn mir tatsächlich was passierte? Mal auszuhelfen war eine Sache, sich aber dauerhaft um ein fremdes Kind zu kümmern, eine andere. Es wurde Zeit, dass ich mir etwas überlegte. Nur im Augenblick, hatte ich leider keine Ahnung, wie ich das bloß anstellen sollte.
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